Die Feuerwehren haben einen neuen Gegner

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Feuerwehr-Ernstfall während der Corona-Krise an der Henzmannstrasse in Zofingen: Auch jetzt ist Abstand halten wichtig. Bild: Daniel Küng

Am Freitagmorgen um 8.44 Uhr geht bei der Stützpunktfeuerwehr Zofingen der Alarm los: Kellerbrand an der Henzmannstrasse! Ein Einsatz wie viele andere auch. Und doch war er jetzt, während der Corona-Krise, etwas spezieller. «Wir nehmen die Hygienemassnahmen sehr ernst. Und versuchen sowohl beim Einrücken als auch auf dem Schadenplatz den nötigen Abstand einzuhalten», sagt Reto Graber, Kommandant der Stützpunktfeuerwehr Zofingen.

Es sei wichtig, dass das Korps einsatzfähig bleibe und nicht durch das Virus gefährdet werde. Allerdings sei es im Ernstfall auch immer ein Spagat. Bei gewissen Arbeiten sei es einfacher, Abstand zu halten, bei anderen schwieriger. So hat Graber darauf geachtet, Feuerwehrleute, die nicht mehr gebraucht wurden, möglichst sofort zu entlassen. «Fürs Aufräumen habe ich etwas weniger Leute als sonst auf dem Schadenplatz behalten, diese mussten dafür etwas länger bleiben», fasst Graber zusammen.

Die letzten Feuerwehrleute hat er kurz nach 12 Uhr nach Hause geschickt. Damit die früher Entlassenen nicht im Magazin auf ihre Kameraden gewartet haben, sind dort die Pausenräume geschlossen.

Abstand halten nicht nur unter den Feuerwehrangehörigen

Fernando Volken, Kommandant der Feuerwehr Oftringen, musste sich diese Woche ähnliche Gedanken zur Sicherheit seiner Leute machen, als die Feuerwehr Oftringen zu einer technischen Hilfeleistung aufgeboten wurde. Bei einem grösseren Einsatz könnte sich Volken vorstellen, dass er einen Offizier nur dafür abstellt, auf die Einhaltung der Abstandsregeln zu achten – nicht nur bei den Feuerwehrangehörigen, sondern auch bei den Schaulustigen. Mit diesem Problem hatte am Freitagmorgen auch die Stützpunktfeuerwehr Zofingen zu kämpfen: Die Bewohner wurden evakuiert und durften das Gelände und das Gebäude nicht mehr betreten. Am Rande der Szenerie haben sie sich zusammengefunden. Man habe bewusst die aus dem Gebäude evakuierten Menschen nicht an einen einzigen Sammelpunkt gebracht, sondern an mehrere verschiedene, erklärt der Zofinger Kommandant. Die Evakuierten und die Schaulustigen zu ermahnen, weiterzugehen beziehungsweise den nötigen Abstand zu wahren, habe dann die Polizei übernommen. So wurde auch der ZT-Reporter mehrfach aufgefordert, Abstand zu halten.

Feuerwehren sind in der Krise auch ohne Übungen einsatzfähig

Die Feuerwehren bekommen die Corona-Epidemie und damit verbundene Einschränkungen und Auflagen nicht nur bei Einsätzen zu spüren. Bis Ende Mai hat die Aargauische Gebäudeversicherung (AGV) Übungen der Feuerwehren abgesagt oder auf das notwendige Minimum beschränkt. Auch alle Kurse sind bis Ende Mai ausgesetzt. «An die Vorgaben der AGV halten wir uns natürlich», sagen sowohl Graber als auch Volken. Letzterer betont, die Feuerwehr Oftringen sei so gut aufgestellt, dass sie einsatzfähig bleibe, auch wenn nun während der Krise keine Übungen mehr durchgeführt werden können. Den Oftringern kommt zugute, dass sie in diesem Jahr einen Systemwechsel durchgeführt haben: Alle neueingeteilten Feuerwehrleute besuchen zuerst einen Kurstag in Oftringen und anschliessend den offiziellen Einführungskurs. Der Kurstag in Oftringen hat bereits stattgefunden, und 14 der 24 neuen Feuerwehrleute haben auch den Einführungskurs schon besucht. Somit könne die Feuerwehr auf genügend Mitglieder zählen, so Volken. Da die Feuerwehr Oftringen aber im Verhältnis zu ihrer Grösse über eher wenige Offizier verfügt, fragt Volken die Verfügbarkeit und den Gesundheitszustand der Offiziere jeden Morgen per App ab. Eine Massnahme, die er normalerweise so nicht durchführt.

Völlig klar sei, da sind sich die beiden Kommandanten einig, dass Feuerwehrangehörige mit Husten, Atemwegsbeschwerden und/oder Fieber die Kommandanten entsprechend informieren und nicht an Einsätze einrücken. «Im Moment haben wir aufgrund der Corona-Krise noch keine Ausfälle. Die Feuerwehr Zofingen ist zu 100 Prozent einsatzfähig», sagt Reto Graber.

Das hat sie am Freitagmorgen beim Kellerbrand an der Henzmann-strasse gezeigt. Es sei minimaler Löschaufwand nötig gewesen, so Graber. Allerdings musste das ganze Gebäude mit mehreren mobilen Lüftern entraucht werden. Personen sind keine verletzt worden, der Rauch hat aber das Untergeschoss mit 30 Kellerabteilen beschädigt. Zum Zeitpunkt des Brandausbruchs waren Arbeiter mit der Zerlegung eines Tanks beschäftigt.

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