Chronologie: Vom ersten Aargauer Corona-Fall bis zum Spital-Notplan in nur drei Wochen

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Jean-Pierre Gallati, Vorsteher Departement Gesundheit und Soziales, zeigt den Medien die Verordnung des Bundesrates. © André Albrecht

27.Februar: Erster Corona-Patient im Aargau

«Ein 26-jähriger Mann hat sich mit SARS-CoV-2 angesteckt», meldet der Kanton. Er befinde sich im Kantonsspital Aarau in Isolation. Personen mit engem Kontakt zum Erkrankten wurden unter Quarantäne gestellt. Die Gefährdungslage im Kanton Aargau habe sich nicht verändert, heisst es in der Mitteilung weiter.

28.Februar: Regierungsrat reagiert auf Veranstaltungsverbot

Gesundheitsdirektor Jean-Pierre Gallati erklärt an einer Medienkonferenz zusammen mit Kantonsärztin Yvonne Hummel (Bild unten), dass ab sofort alle Veranstaltungen mit über 150 Personen bewilligungspflichtig sind. Damit reagiert Gallati auf den Bundesrats­beschluss, alle Grossveranstaltungen ab 1000 Personen zu verbieten; für den Umgang mit kleineren Veranstaltungen waren die Kantone zuständig. Gallati war als einziger Gesundheitsdirektor gegen den Bundesbeschluss, setzte im Aargau aber mit der Limite 150 eine vergleichsweise strenge Linie durch. In den ersten drei Tagen gingen über 550 Gesuche für Veranstaltungen ein.
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6.März: Aargau setzt Pflicht für Quarantäne aus

Der Corona-Virus breitet sich aus. Weil immer weniger eruierbar ist, wer mit Angesteckten Kontakt hatte, hebt der Aargau die generelle Quarantänepflicht auf. Nur wer Symptome hat, soll zu Hause bleiben. Gleichzeitig ruft der Bund gefährdete Gruppen (Alte und chronisch Kranke) auf, Menschenmengen und so auch den ÖV zu meiden. Gallati und Kantonsärztin Hummel fahren derweil noch normal mit dem Zug zur Arbeit (Bild unten). Der Aargau zählt mittlerweile 12 Corona-Fälle.

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9.März: Erste Entschädigungen von Kurzarbeit

Zahlreiche Unternehmen bekommen die ersten Auswirkungen der Corona-Krise zu spüren. Das Amt für Wirtschaft und Arbeit rüstet sich für Anfragen für Kurzarbeit mit einer Aufstockung des Personals und richtet eine Hotline ein. Das Amt wird vom ersten Tag an überrannt mit Anfragen.

13.März: Schulen geschlossen, Anlässe weiter eingeschränkt

Bildungsdirektor Alex Hürzeler (Bild unten) und Gesundheitsdirektor Jean-Pierre Gallati informieren kurz nach dem Bundesratsbeschluss, alle Schulen zu schliessen und Veranstaltungen ab 100 Personen zu verbieten. Der Aargau hat jetzt 32 Corona-Fälle.

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16.März: Der Regierungsrat ruft kantonale Notlage aus

Der Bundesrat verschärft das Regime nochmals. Restaurants, Sportzentren und Verkaufsgeschäfte (ausser Lebensmittel) müssen schliessen. Der Aargau zieht nach, Landammann Markus Dieth erklärt die kantonale Notlage.

20.März: Aargauer Spitäler bereiten sich auf Ansturm vor

Der erste Corona-Tote im Aargau ist Tatsache. Gesundheitsdirektor Gallati beschliesst Massnahmen, um die Kapazitäten der Intensivstationen der Akutspitäler zu erhöhen. Personal und Beatmungsgeräte sollen für Corona-Patienten freigehalten werden. Inzwischen gilt auch ein Versammlungsverbot ab fünf Personen.

 
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22.März: Die Zahl der Erkrankten steigt übers Wochenende stark an

Der Kanton veröffentlicht die neueste Statistik. Die Zahl der Coronafälle ist im Aargau allein vom Freitag auf Sonntagmittag von 168 auf 232 gestiegen. Tendenz weiter steigend. (roc)

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Pandemie

B. Kerzenmacher
schrieb am 23.03.2020 14:06
Es bringt nichts, den Regierenden jetzt bösen Willen zu unterstellen, und zwar nicht nur wegen Hanlon’s Razor. In grossen Krisenzeiten finden die politischen Gegner in der Regel eine Art Burgfrieden. Danach kommt es zur Konzentration auf das Wesentliche. Erhöhung der Effektivität und Verzicht auf infantile Chimären. Durch die aktuelle Krise wird es zur Rückbesinnung auf die Nationen kommen und zur Einschränkung von wirtschaftlichen Luftnummern, globalen Übernahmen und dergleichen ungedeckten Blasen.
Eine solidarische Nation steht immer besser da als eine Zwangsherrschaft. Das wissen auch die Anführer in Nord, West, Süd und Ost.
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