Jetzt ist Solidarität gefragt – mehr denn je

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Ich erinnere mich, als ob es gestern gewesen wäre. An einem Montagmorgen im August 2014, ich lag noch im Bett, klingelte mein Telefon. «Sie haben ein Herz gefunden. Fabian wird jetzt operiert», sagte meine Mutter am anderen Ende der Leitung. Die Erleichterung war gross. Nur fünf Monate, nachdem bei meinem jüngeren Bruder eine akute Herzschwäche – die praktisch aus dem Nichts aufgetaucht war – diagnostiziert worden war, erhielt er ein Spenderherz. Die Transplantation bedeutete für ihn der Anfang eines neuen Lebens. Eines, das in diesen Tagen vor eine besondere Herausforderung gestellt wird. Eines, das wegen der Corona-Pandemie mehr denn je auf die Solidarität der Mitmenschen angewiesen ist.

«Seit der Operation muss ich Medikamente einnehmen, um mein Immunsystem zu unterdrücken, weil dieses permanent gegen das fremde Organ kämpft. Das wird für den Rest meines Lebens so sein», sagt er. Weil sich deshalb Keime in seinem Körper einfacher einnisten können, stellt das neue Corona-Virus für Menschen wie meinen Bruder eine grosse Gefahr dar. Um das Risiko einer Ansteckung zu minimieren, hat sich der 31-Jährige zu Hause bei den Eltern verbarrikadiert und verlässt die eigenen vier Wände höchstens für einen Spaziergang. «Ansonsten meide ich zurzeit jeglichen sozialen Kontakt, wir empfangen vorläufig auch keinen Besuch», sagt er. Glücklicherweise wohnen meine Eltern auf dem Land in der Nähe zum Wald, das macht die Situation für ihn etwas erträglicher. «In der Stadt wäre es für mich schlimmer», sagt Fabian. Abgesehen von den persönlichen Massnahmen befolgt er die Regeln des Bundesamtes für Gesundheit und wäscht sich regelmässig die Hände.

Auch wenn mein Bruder zu Hause nicht alle Gefahren restlos ausschliessen kann, hat er seine Gesundheit jetzt besser unter Kontrolle. Bis vor kurzem sah das anders aus. «Ich weilte wegen eines Praktikums in der Nähe von Thun und achtete vor jeder Busfahrt, wo ich mich hinsetze. Oder ich löste ein 1.-Klasse-Ticket für die Reise mit dem Zug, weil in diesen Wagen weniger Leute sitzen», sagt er. «Ein mulmiges Gefühl war trotzdem immer dabei.»

Einen Notfallplan hat sich der angehende Ernährungsberater nicht zurechtgelegt. Er ist aber in regelmässigem Kontakt mit den Herzspezialisten des Berner Inselspitals. «Sie kennen meine Geschichte und ich darf mich jederzeit bei ihnen melden, wenn Fragen auftauchen oder ich mich nicht wohl fühlen sollte.» Wirklich krank war Fabian in den letzten fünf Jahren nie, «was mir zeigt, dass ich vieles richtig mache». Das soll auch in Zukunft so sein. Deshalb seine Bitte an alle Schweizerinnen und Schweizer: «Bleibt wenn immer möglich zu Hause und haltet euch an die Massnahmen des Bundes. Je besser wir sie umsetzen, desto früher können wir zum normalen Alltag zurückkehren.»

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