Handydatenauswertung bestätigt Disziplin der Schweizer Bevölkerung

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Symbolbild (Archiv)

Daniel Koch, Leiter Abteilung Übertragbare Krankheiten BAG, betonte am Donnerstag am Point de Presse in Bern noch einmal, dies sei "keine Überwachung." Aktuelle Bewegungen liessen sich nicht verfolgen.

Es gehe darum zu schauen, ob es Muster gebe in der Bewegung und nur in den öffentlichen Räumen. "Es ist eine reine Abbildung der Mobilität in der Vergangenheit im öffentlichen Raum." Die Massnahme sei völlig anonymisiert und datenschutzrechtlich völlig unbedenklich.

Koch bekräftigte damit Aussagen von Gesundheitsminister Alain Berset vom Mittwoch.Es handle sich nur um eine nachträgliche Analyse von Daten. Anhand von diesen lasse sich nachvollziehen, wie sich die Leute im Freien bewegten.

Dies erlaube Rückschlüsse darauf, ob sich die Bevölkerung an die Vorgaben des Bundesrats halte. Bundesratssprecher André Simonazzi untermauerte am Mittwochabend auf dem Kurznachrichtendienst Twitter, dass kein Tracking und keine Analyse von Echtzeitdaten stattfinde.

Die Datenanalyse bestätige bisher, dass sich die Bevölkerung diszipliniert verhalte, sagte Berset. Die Empfehlungen und Vorgaben würden eingehalten. "Das Wichtigste ist, dass das so bleibt."

Enge Schranken

Zur Verfügung gestellt werden die Daten vom Telekomanbieter Swisscom. Sie meldet dem Bund mit 24 Stunden Verspätung, wo sich Menschenansammlungen gebildet haben. Laut Swisscom-Sprecher Christian Neuhaus signalisiert das Unternehmen dem Bundesamt für Gesundheit (BAG) die Orte, in denen sich zwanzig oder mehr Handys auf einer Fläche von hundert mal hundert Meter befinden.

Diese Analysen würden nur im öffentlichen Raum durchgeführt. Wohngebäude und Geschäftsräume seien nicht betroffen, sagte Neuhaus. Nur wenige BAG-Mitarbeiter hätten Zugriff auf diese Daten. Die Informationen dürften nur für die Pandemie-Bekämpfung verwendet werden.

Innenminister Berset ist jedoch der Ansicht, dass eine Diskussion über eine breitere Verwendung dieser Technologie in Zukunft erforderlich ist. So müsse darüber diskutiert werden, der Bevölkerung die Möglichkeit zu geben, freiwillig persönliche Informationen zu teilen, die es den Behörden ermöglichten, die Entwicklung einer Epidemie zu verfolgen.

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