Kehrtwende in Sache Corona - Brittnauerin geht nicht mehr selber einkaufen

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Vor allem Ältere sollten sich keinen Gefahren mehr aussetzen. Bild: zvg
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Elda Balestreri aus Brittnau: «Es ging mir in erster Linie um meine Unabhängigkeit.»

Woche für Woche trichtert das Bundesamt für Gesundheit (BAG) der Schweizer Bevölkerung ein, dass das Coronavirus besonders für ältere Menschen gefährlich sei. Auch deshalb gelte es, die Hygieneregeln einzuhalten, Abstand zu wahren und möglichst zu Hause zu bleiben. Dass sich so einige Jüngere vor den Kopf gestossen fühlten, weil viele Seniorinnen und Senioren nach wie vor Einkaufen gingen oder gemeinsame Wanderungen unternahmen, war ein wiederkehrendes Thema in den Kommentarspalten der letzten Tage.

Doch damit ist nun Schluss – zumindest bei Elda Balestreri. Die 78-jährige Brittnauerin geht seit Sonntag kaum einen Schritt mehr aus dem Haus. «Wenn man nach draussen geht, ist es surreal. Der Zofinger Thutplatz ist leer und bei jedem Knopf, den ich drücke, schütze ich mich mit einem Taschentuch», erzählt die Seniorin. Ihr Motto zurzeit lautet «Desinfizieren ist gut, Vorsicht ist besser.» Doch dem war nicht immer so.

Sie hat keine Angst vor dem Virus, sondern Respekt

Bis zum vergangenen Sonntag erledigte Elda Balestreri ihre Einkäufe bewusst noch selbst. «Es ging mir in erster Linie um meine Unabhängigkeit», sagt die zweifache Mutter. Dabei habe sie stets die Abstandsregeln eingehalten und die Leute möglichst gemieden. «In der Gemüseabteilung habe ich immer gewartet, bis sich eine grössere Lücke gebildet hatte.» Auch habe sie regelmässig den Griff am Einkaufswagen vorher desinfiziert. «Ich war der Überzeugung, dass mit den nötigen Massnahmen nichts passieren wird.»

Auf Anraten der Tochter ihres Mannes habe sie nun aber eine Kehrtwende gemacht. «Bis letzter Woche liess mich der Virus kalt. Heute habe ich keine Angst, sondern Respekt davor.» Weil sich in Zeitungen, Fernseh- und Radiosendungen alles nur um den Coronavirus drehe, sei nun auch ihr Unterbewusstsein erreicht und beeinflusst worden. Heute meidet sie andere Personen noch mehr, als sie es sonst schon getan habe. Auch Treffen mit ihren Kindern seien rar. «Ich sehe meine Kinder nicht sehr oft. Aber es ist ein Unterschied, ob man sich freiwillig nicht sieht oder ob man durch die Situation gezwungen wird.»

Im gleichaltrigen Bekanntenkreis von Elda Balestreri ist die Situation ähnlich. Die meisten blieben nun zu Hause. «Je nach Vorgeschichte des jeweiligen Partners kann es sehr gefährlich werden», weiss Balestreri. Nebst dem Zuhause-Bleiben rät sie ihren Leidensgenossinnen und -genossen, Hilfe anzunehmen, auch wenn es schwerfällt, so wie ihr. Auf eines freut sie sich besonders, wenn die Situation sich normalisiert hat: «Meine Familie sehen und selber Einkaufen gehen.»

 

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