IG Reiden zur Nicht-Wahl von Bruno Aecherli: «Das war in Kauf genommenes Risiko»

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Reiden hat gewählt. Die Stimmbeteiligung war 36,8 Prozent. 2016 betrug sie im ersten Wahlgang 45,5 Prozent. Das absolute Mehr nicht geschafft hat IG Reiden Kandidat Bruno Aecherli. Bilder: Niklaus Wächter, 2018/Archiv 2017 ZT
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«Bruno Aecherli findet es nicht fair, dass er nicht wieder gewählt wurde.» Markus Schwander Sprecher der IG Reiden

Herr Schwander, wie ist die Stimmung in der IG Reiden nach dem Wahl-Fiasko vom Sonntag?

Ein Fiasko sieht anders aus. Dieser Ausdruck ist für die Gesundheitspolitik reserviert. Doch zu Reiden: Wir konnten uns wegen des Corona-Versammlungsverbots noch nicht treffen. Aber wir haben telefoniert. Ein Teil der Mitglieder ist bestürzt, der andere nicht.

Ist Ihre Strategie gescheitert, mit der Gegenkandidatur von Evi Gasser zu Gemeindepräsident Hans Kunz eine Mehrheit im Gemeinderat zu erobern?

Wir sind ein grosses Risiko eingegangen mit dieser Strategie. Wir haben lange diskutiert, ob wir einfach mit unseren zwei Gemeinderatsmitgliedern wieder antreten und das «politische Päcklispiel» mitmachen oder uns treu bleiben sollten. Wir haben uns fürs Letztere entschieden. Wir fanden, einfach niemanden aufzubieten gegen Hans Kunz, das gehe nicht. Nun ist das passiert, was wir auch einkalkuliert hatten. Nach meiner Einschätzung wollten viele Reider einfach nicht, dass wir drei Vertreter im Gemeinderat haben. Eine absolute Mehrheit ist etwas, was Schweizer nicht mögen. Ein Opfer davon ist nun leider Bruno Aecherli geworden.

Hat es Sie überrascht, dass er nicht wieder gewählt worden ist?

Nein. Das war in Kauf genommenes Risiko. Mich hat überrascht, dass er nicht mehr zum zweiten Wahlgang antreten will. Er wäre sicher in stiller oder echter Wahl gewählt worden. Bruno Aecherli machte einen guten Job. Aber er findet es nicht fair, dass er nicht wieder gewählt wurde. Ein grosser Verlust für Reiden!

Wie gehts weiter, stellt die IG jetzt jemand Neuen auf?

Der Kanton hat wegen der Corona-Krise noch nicht bekannt gegeben, wann die Eingabefrist für den zweiten Wahlgang abläuft. Wir haben deshalb Zeit, um das Vorgehen zu planen.

Haben Sie bereits jemanden im Visier?

Nein. Die Frage ist, ob wir qualifizierte Leute finden, welche die Aufgabe Bruno Aecherlis als Finanzvorsteher übernehmen könnten. Es gibt ja sonst niemanden im Gemeinderat, der einen Bezug zu Finanzen hat. Dabei kommt es nicht auf die Partei, sondern auf die Qualifikation an. Wenn jemand kompetente Kandidaten aus dem Hut zaubert, muss man ihm oder ihr Danke sagen und die Person nicht bekämpfen. Ich denke, die CEO-Variante der SVP rückt näher, wenn wir uns Kompetenz kaufen müssen, weil es uns immer weniger gelingt, kompetente Kandidaten zu finden und zu wählen.

Warum hat die IG eigentlich eine Kandidatin ins Rennen ums Gemeindepräsidium geschickt, die politisch unerfahren ist, haben Sie Evi Gasser so nicht «verheizt»?

Muss man 68 Jahre alt sein, um als erfahren zu gelten? Evi Gasser war eine gute Kandidatin, aber leider wenig bekannt. Zudem ist es nicht einfach, jemand für ein politisches Amt in Reiden zu motivieren. Liberale, CVP, SP oder SVP hätten ja auch zusätzlich kompetente Kandidaten für den Gemeinderat aufstellen können, um eine echte Wahl zu ermöglichen. Offenbar fand sich aber niemand.

Bruno Aecherlis Entscheid ist definitiv

«Ich stehe zu meinem Wort», sagte Gemeinderat Bruno Aecherli gestern auf die Frage, ob sein Entscheid nicht mehr zum zweiten Wahlgang anzutreten, definitiv sei. «Diejenigen Leute, die finden, es brauche mich nicht im Gemeinderat, sollen jetzt jemand bringen», fügt er hinzu. Eines könne er sich zumindest auf die Fahne schreiben, sagt der Finanzvorsteher: «Seit ich im Gemeinderat bin, hat Reiden nie mehr rote Zahlen geschrieben.» Aecherli ist seit 2014 im Gemeinderat. (ben)

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