Kann der Lockdown am 19. April gelockert werden? Neun Fragen rund um Intensiv-Tests und Isolation

corona_test.jpg
Welche Tests sind nötig, um den Lockdown aufheben zu können.. © KEYSTONE

Ist es aus wissenschaftlicher Sicht möglich, den Lockdown am 19. April zu beenden?

Ja. Bedingung ist, dass die Zahl der täglichen Neuinfektionen stark zurück geht. Jetzt flacht die Kurve der Fallzahlen leicht ab. Der Rückgang wird nun weiter zunehmen. Danach müsste man nach Ansicht vieler Epidemiologen, jeden neuen Coronavirus-Fall schnell identifizieren. Das ist nötig, weil der grosse Teil der Schweizer Bevölkerung Mitte April nicht immun sein wird, und sich dementsprechend wieder anstecken könnte. Deshalb schlagen einige Experten vor, Neuinfizierte nach Ende des Lockdowns sofort zu isolieren mit der Methode der «Test-Isolate-Quarantine».

© CH Media

© CH Media

 

Wie funktioniert das «Test-Isolate-Quarantine»?

Damit diese funktioniert, muss jeder, der auch nur leichte Symptome hat, einen Test machen können. Und zwar bevor er wieder zur Arbeit geht. Ist der Getestete angesteckt, muss jede seiner Kontaktpersonen der letzten Tage sofort in Quarantäne gehen. Denn möglicherweise sind sie vor dem Test durch den Getesteten infiziert worden. Wenn die positiv Getesteten und ihre Kontaktpersonen isoliert werden, können die anderen ihrer Arbeit nachgehen.

Reichen für dieses südkoreanische Modell des «Test-Isolate-Quarantine» die vorhandenen Testmöglichkeiten aus?

Bis jetzt gab es ein Problem der Verfügbarkeit der Tests. 8000 Tests pro Tag sollen gemäss dem Bundesamt für Gesundheit inzwischen möglich sein. Für die Isolations-Methode nach dem Exit aus dem Lockdown ist das noch zu wenig. Das BAG baut die Testkapazitäten aber laufend aus.

Muss bei dieser Isolations-Methode jeder, der einen Husten hat zum Coronavirus-Test?

Ja, jeder der hustet oder andere Symptome hat, sollte sich unkompliziert testen lassen können. Da die normale Grippesaison im April dem Ende entgegen geht, wird es weniger Menschen geben, die wegen der Grippe husten. Die Zahl Coronavirus-Verdächtiger geht somit zurück. Somit auch jene, die falsche Symptome haben werden und sich deswegen testen lassen müssen.

Auch nach Ende des Lockdowns, wird es Risikopersonen geben, die anfällig auf das Coronavirus sind. Müssen die in Quarantäne bleiben?

Nicht zwingend. Da es auch im besten Fall über einige Monate noch keine Impfung geben wird, müssen diese wie alle Menschen weiterhin die Massnahmen des Bundes einhalten: Hände waschen und Distanz halten. Risikopersonen sollten zudem ja nach Ort, wo sie sich befinden, Masken tragen. Diese Kombination ermöglicht auch Risikopersonen wieder mehr Freiheit.

Was bringt eine Maske?

Die Maske bietet keinen perfekten Schutz, verringert aber die Möglichkeit, dass man andere Leute und auch sich selber ansteckt. Ein Vorteil ist auch, dass sich Menschen mit Masken weniger an den Mund fassen und so Tröpfchen mit dem Virus einnehmen. Die Maske kann in der Kombination mit den anderen Massnahmen unter Umständen Sinn machen, vor allem für Risikopersonen.

Südkorea hatte Erfolg mit einer umfangreichen Handy-Überwachung. Wie geht das?

In Südkorea, wo der Datenschutz nicht den gleichen Stellenwert hat, wie bei uns, wird auch mit öffentlichen GPS-Daten gearbeitet. Es werden aber auch Technologien mit Bluetooth genutzt, die nur ein Signal über ein paar Meter überliefern. Das Ziel ist es, jeden im Umfeld eines positiv Getesten anonym zu benachrichtigen, dass sie angesteckt sein könnten. Zum Beispiel, wenn einer lange im Zug gegenüber eines Infizierten gesessen ist. Dann muss sich der Mitfahrer sofort testen lassen.

Welche Arten von Coronavirus-Tests gibt es?

In der Schweiz gibt es bis jetzt die etwa 200 Franken teuren Abstrichtests, die das Virus über eine Genanalyse nachweisen, den PCR-Test (Polymerase Chain Reaction). Auf den Markt kommen jetzt auch Bluttests, welche Antikörper im Blut nachweisen und damit eine allfällige Immunität des Getesteten nachweisen. Davon gibt es präzise Labortests und auch billige Schnelltests, die jetzt geprüft werden. In den ersten Tests haben die Schnelltests mehrheitlich nicht funktioniert.

Wie funktionieren Coronavirus-Tests?

Der Nachweis für SARS-CoV-2 läuft über Abstriche aus dem Mund-, Nasen- oder Rachenraum. Im Abstrich des Virus kann Erbgut enthalten sein. In den Laboren wird das virale Erbgut durch einen empfindlichen molekularen Test nachgewiesen, den PCR-Test. Beim Nasenabstrich wird ein Abstrichtupfer waagerecht rund sieben Zentimeter in die Nase geführt. Dann zwei Umdrehungen des Tupfers und ab damit in einen Plastikbeutel und ins Labor.

Beim Bluttest werden bestimmte Antikörper gemessen, die auf das Coronavirus reagieren. Im Labor kann eine Immunantwort des Organismus durch Nachweis dieser Antikörper erfasst werden. Im Blut erscheinen die Antikörper frühestens nach rund zwei Wochen nach Auftreten von Symptomen. Gemessen werden können zwei Klassen von Antikörpern. IgM-Antikörper treten als erste auf und verschwinden wieder, igG-Antikörper treten später auf und können langfristig nachgewiesen werden.

Ihr Eintrag wird nach einer Überprüfung online gestellt.
Keine Kommentare vorhanden
Heute auf zofingertagblatt.ch
Frage des Tages
Marktplatz
regiostellen.ch
Eniwa AG
Elektroinstallateur EFZ / Netzelektriker EFZ w/m, Miarbeiter, Buchs
Rohrer Bedachungen AG
Dachdecker, Mitarbeiter, Däniken SO
Bläsi Transport AG
Lastwagenchauffeur/se, Mitarbeiter,
Gemeinde Rothrist
Fachperson Asylwesen, Mitarbeiter, Rothrist
Unterhaltsmechaniker, Mitarbeiter,
Wicked Dogs, ,
regioimmo.ch
Abo-Service

Normal-Abo (e-Paper/Digital inkl.)

Schnupper-Abo / Probe-Abo

Digital-Abo

Leserangebote
Partner