Christian Glurs Gastro-Rindfleisch landet nun im Froster

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Aus Kälbern werden Mastrinder: Christian Glur auf seinem Hof in Glashütten. Bild: Ralph Diemer

An seinem Arbeitsplatz hat die Corona-Krise nichts geändert. SVP-Grossrat und Bauer Christian Glur hat schon immer im Homeoffice gearbeitet. Dieses ist und bleibt sein Bauernhof in Glashütten ob Murgenthal, auf dem er Rinder mästet.

Doch auch Bauer Glur spürt die Auswirkungen der Corona-Krise, sein Fleisch ist weniger gefragt. «Das Rindfleisch wird in der Schweiz normalerweise zu 50 Prozent in den Restaurants gegessen, insbesondere die Edelstücke wie Entrecôte oder Filet», sagt Glur. Und diese Restaurants sind derzeit zu. Zu Beginn sei das Rindfleisch auch bei den Detailhändlern gut gekauft worden. Doch nun sei die Nachfrage klar gesunken. Das einzig Positive an der jetzigen Marktsituation sei: Der Einkaufstourismus falle weg.

Glur produziert zu rund 90 Prozent für die Gastronomie, verkauft via Grosshändler Prodega oder Transgourmet. Seine gemästeten Rinder landen also meist verarbeitet auf Restaurant-Tellern. Daher ist der Preis für sein Fleisch zusammengebrochen. Noch vor wenigen Wochen habe er 9.50 Franken pro Kilo Schlachtgewicht erhalten. Nun liegt der Preis bei 8.30 Franken. «Und bei 8.20 Franken produziere ich gerade noch kostendeckend, meinen Lohn nicht eingerechnet», so Glur.

Rindfleisch wird nun mit Bundesgeld eingefroren

Das Überangebot sei schnell angewachsen, sagt Glur, der auch Präsident von Swiss Beef Mittelland ist. Mit ein Grund: Alleine Fastfood-Ketten würden pro Woche 3000 Tonnen Rindfleisch einkaufen. Glur begrüsst darum die Massnahmen, welche der Bundesrat am Mittwoch getroffen hat. Dieser setzt drei Millionen Franken ein, um nun Schweizer Rindfleisch einzulagern. So will er den Fleischmarkt stützen, insbesondere bei Kalbfleisch, Gitzifleisch und Edelstücken vom Rind, die grossenteils über Restaurants verkauft würden.

Glur sagt, er könne die Tiere nicht einfach länger im Stall behalten. «Dann werden sie zu schwer, was zu Qualitätseinbussen führt.» Und wenn alle Tiere zehn Kilogramm zu schwer werden, habe man noch mehr Fleisch auf dem Markt.

Doch wer soll dann später all das eingefrorene Fleisch konsumieren? «Das kann man mit Zollkontingenten und Importmengen steuern», erklärt Glur. Die Importmenge passe man schliesslich der Inlandsituation an.

Jetzt das Siedfleisch-Rezept hervorholen

Glur hofft, dass die Schweizerinnen und Schweizer nun auch zu Hause wieder mehr Rindfleisch kochen. «Vielleicht hat der eine oder die andere verlernt, wie man Siedfleisch oder einen Braten macht», so Glur. Aber jetzt könne man ja wieder einmal so ein Rezept hervorholen.

Zu wenig Eier und Butter

Um die Nachfrage nach Eiern im Detailhandel zu befriedigen, hat der Bundesrat entschieden, das Teilzollkontingent für Konsumeier zu erhöhen. In diesem Jahr zeichnet sich laut Bundesrat zudem eine ungenügende Versorgung des Marktes mit inländischer Butter ab. Der Bundesrat hat deshalb die Kompetenz zur Erhöhung der Teilzollkontingente an das Bundesamt für Landwirtschaft delegiert.

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