Dividenden-Hetze

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Ulrich Giezendanner (Archivbild Raphael Nadler 2019)

Replik von Ulrich Giezendanner zur gestrigen Analyse «Die Wirtschaft im Eigenverantwortungs-Test» von Joel Widmer.

 

Linke Journalisten haben neue Opfer gefunden. Die Banken. Es muss für die rot-grünen Journalisten ein Schock gewesen sein, als sie hörten, dass die Schweizer Banken absolut brillant im Sinne der Schweizer Klein- und Mittelunternehmen arbeiten. Nun wurde bekannt, dass die Banken zum Teil Dividenden auszahlen. Sofort griff auch Joël Widmer vom Zofinger Tagblatt in die Tasten. Hetzen, nicht überlegen! Nach dieser Devise schrieb er im ZT vom 2. April eine Analyse mit dem Titel «Die Wirtschaft im Eigenverantwortungs-Test». Mit keinem Wort erwähnte er, dass institutionelle Anleger wie Pensionskassen, Krankenkassen und sogar die AHV zum Teil ihr Geld in Blue Chips, auch in Bankaktien, anlegen. Ein ansehnlicher Teil der Renten kommt aus Dividenden der Bankaktien.

Die Krankenkassenprämien wären sicher massiv höher, wenn kein Geld aus dem Anlagegeschäft fliessen würde. Jede Krankenversicherung hat vorgeschriebene, finanzielle Reserven, die nicht unterschritten werden dürfen. Wie aber sollten diese Reserven angelegt werden? Lässt man das Geld auf einem Konto liegen, bezahlt man zirka 0,7 Prozent Negativzinsen. Das würde die Versicherten belasten. Mit Schweizer Aktien kann man langfristig noch immer interessante Anlagen tätigen, zum Wohle der Versicherten. Glücklicherweise zahlen seriöse Unternehmen noch Dividenden. Aus meiner Sicht hat die Finanzmarktaufsicht (Mr. Branson) völlig überreagiert. Die Dividenden sind das Resultat der Unternehmen aus dem letzten Jahr. Diese Beträge sind in der Bilanz zurückgestellt. Wieder einmal mehr zeigt sich, dass die Finma eine Organisation ist, die weit weg vom Volk ist. Die Finma als Organisation hat keine Aufsichtsbehörde, nicht einmal der Bundesrat kann bei diesen Königen intervenieren. Der Finma-Verwaltungsrat ist ganz offensichtlich zu schwach, die eigenen Regenten zu bremsen. Das Parlament ist gefordert, mittels Vorstössen diese Organisation zu bremsen oder zu reorganisieren.

Dividenden dürfen nicht mit Boni verwechselt werden. Ich hoffe fest, dass die Banken im Bezug auf Boni sehr zurückhaltend sein werden. Die Banken haben ihr Image echt aufpoliert, das sollte so bleiben.

Journalisten wie Joël Widmer werden sich die Finger wundschreiben, wenn Krankenkassenprämien steigen, wenn die Renten gekürzt werden (Umwandlungssatz). Nicht erwähnen werden sie dann, dass sie es waren, die gegen Dividenden gehetzt haben. Zum Schluss sei die Frage erlaubt, ob Joël Widmer seinen Lohn von einem Unternehmen erhält, das auch schon Dividenden bezahlt hat, obwohl der Jahresabschluss rot war?

Ihr Eintrag wird nach einer Überprüfung online gestellt.

Die Welt erklärt

Fritzli
schrieb am 03.04.2020 13:08
@Daniel Wehner, ja einfach wunderbar, wie man versucht dem Journalisten die Welt zu erklären. Die Schlussfrage gefällt mir besonders gut. Sarkasmus pur! Als Aktionär geht man Risiken ein, auch dass es halt mal keine Dividende gibt. Meine Aktienpakete haben im letzten Monat 30-50 Prozent an Wert verloren. Bei zwei Titeln wusste ich schon im Januar, dass es keine Dividende geben wird. That's the part of the Game!

Hoppla

Daniel Wehner
schrieb am 03.04.2020 11:09
Da fühlt sich einer stark auf die Füsse getreten, wenn er so austeilen und persönlich werden muss. Auf den nachvollziehbaren Hauptgedanken Joel Widmers, dass die gleichen Kreise, die immer einen schlanken Staat fordern, gerne die Hand auftun, wenn es etwas zu holen gibt, geht Giezendanner gar nicht ein. Wohl aus gutem Grund!
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