sofakultur.ch: Ein Auftritt vom heimischen Sofa aus

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Auf der Website sofakultur.ch versuchen Künstler trotz faktischem Auftrittsverbot ein Grundeinkommen zu generieren. Im Bild Simon Spiess während seiner ersten Filmaufnahme für Sofakultur. (Bild: Screenshot)
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«Das Feedback auf die Seite ist grossartig.» Yves Stuber, Initiant von sofakultur.ch

Von heute auf morgen gab es keine Auftrittsmöglichkeiten mehr. Konzerte und ganze Tourneen wurden wegen der Massnahmen des Bundesrates abgesagt, Hochzeiten und private Apéros fanden nicht statt. Für freischaffende Künstler wie beispielsweise den in Aarburg aufgewachsenen Saxofonisten Simon Spiess ein grosses Problem, denn ohne Auftritte fällt ein grosser Teil seines Lohnes weg. «Der Bund hat zwar Entschädigungen versprochen, wann diese ausbezahlt werden, ist aber noch offen», sagt er. Ihn selbst hat es nicht ganz so schlimm getroffen wie Kollegen, die für die Monate März bis April längere Touren geplant haben. Einerseits verdient Spiess als Saxofon- und Bandlehrer in Aarburg und Zürich etwas an seine Fixkosten. Andererseits hat er diesen Frühling bewusst weniger Auftritte eingeplant, da er in den nächsten Tagen das erste Mal Vater wird.

Das Privileg, weiterhin auftreten zu können

Zum finanziellen Aspekt kommt beim faktischen Auftrittsverbot auch ein psychologischer Aspekt dazu: «Langsam vermisse ich die Bühne», sagt der 32-Jährige. Dies passiere regelmässig ein bis zwei Wochen nach dem letzten Auftritt. Abhilfe – sowohl in finanzieller als auch in psychologischer Sicht – bietet seit wenigen Tagen das Projekt Sofakultur.ch, das Yves Stuber, Herausgeber des Oltner Kulturmagazins Kolt, lanciert hat.

Grundeinkommen für teilnehmende Künstler

Die Seite sei eine spontane Idee gewesen, erzählt Yves Stuber. Als der Bundesrat das Veranstaltungsverbot aussprach, stand der monatlich erscheinende Oltner Veranstaltungskalender «Ausgehen in Olten» kurz vor der Produktion. «Ohne Veranstaltungen macht ein Veranstaltungskalender aber keinen Sinn», sagt Stuber. Als er dann von Slam-Poetin Lisa Christ und Theaterkabarettist Rhaban Straumann hörte, wie gross tatsächlich die Ausfälle der freischaffenden Künstler sind, beschloss er zu handeln. Stuber prüfte Alternativen, dachte ein Konzept aus und baute eine Website auf. Neun Künstler, neben Simon Spiess auch Lisa Christ und Rhaban Straumann, präsentieren sich momentan auf der Seite. Das Ziel ist, dass alle pro Woche zwei bis drei Videos hochladen und sogenannte Supporter gewinnen, die im Monat 25 Franken für den Inhalt der Homepage zahlen. «Das Ziel wäre, dass wir rund 100 Supporter pro Künstler finden können», erklärt Stuber. Im Moment zählt die Seite rund 100 Supporter, die Einnahmen werden unter allen teilnehmenden Künstlern aufgeteilt.

Offen für neue Techniken und neue Medien

Simon Spiess hat vergangene Woche sein erstes Video produziert und hochgeladen, Supporter können im passwortgeschützten Bereich der Seite nun schon 4 Videos des Saxofonisten ansehen, der momentan in fünf bis sieben Projekten mitarbeitet. Auf sofakultur.ch präsentiert er sich aber solo. «Es ist spannend, auch mal so zu arbeiten», sagt Spiess. Er ist vertraut mit Youtube-Videos. Bisher waren diese aber immer Gemeinschaftsproduktionen. In Zeiten von Social Distancing sind die Künstler nun gezwungen, alles selber zu machen. «Ich finde es wichtig, dass ich mich auch mit neuen Techniken auseinandersetze, die neuen Medien quasi umarme – auch wenn das jetzt zwangsweise geschieht», sagt Spiess.

Verfeinern und verbessern, aber weitermachen

Während Simon Spiess und die anderen Künstler sofakultur.ch mit Inhalt füllen, überlegt sich Yves Stuber im Hintergrund, wie es mit der Website weitergehen könnte. Vieles sei noch nicht perfekt. Das sei auch der Spontaneität geschuldet, mit der die Seite entstanden sei, sagt er. Stuber denkt aber auch darüber nach, welche weiteren Künstler die Seite sinnvoll ergänzen könnten. Bleibt es bei Künstlern aus der Region Olten? Oder doch aus dem ganzen Kanton Solothurn? Soll ein Zugpferd dazugeholt werden, das überdurchschnittlich viele Supporter generiert? Eines ist aber klar: Er wird weitermachen, genauso wie die beteiligten Künstler. Denn: «Das Feedback auf die Seite ist grossartig.»

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