Die Kehrichtmenge bei der Erzo ist eingebrochen

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Der Kommandoraum der Kehrichtverbrennungsanlage der Erzo ist für Leute, die hier nicht Schichtdienst leisten, eine Tabu-Zone. Bild: Erzo.

«In Neapel stinkt es zum Himmel» – das hat nichts direkt mit Corona zu tun, sondern ist eine Schlagzeile aus dem Jahr 2008. In der Provinz Kampanien lagen damals rund 200 000 Tonnen Kehricht auf Strassen und Feldern – die Seuche Cholera brach aus. Die Gründe für den damaligen «Müllnotstand» sind komplex. Wichtiger ist, dass zu Corona-Zeiten ein solcher in der Schweiz ausbleibt.

In der aktuellen Situation sind nicht nur Lebensmittel und eine intakte Energieversorgung zentral wichtig, sondern auch eine funktionierende Entsorgung. Die Erzo, die Entsorgung Region Zofingen, klärt die Abwasser von rund 35 000 Einwohnerinnen und Einwohnern. Ihre Kehrichtverbrennungsanlage (KVA) behandelt den Abfall von 70 000 Menschen aus elf Verbandsgemeinden und zwei zuliefernden Kommunen.

«Wir sind in der Corona-Krise systemrelevant», sagt Erzo-Geschäftsführer Jacques Hartmann. Entsprechend lässt Hartmann seine Mitarbeitenden schützen. Homeoffice ist für verschiedene Aufgaben nicht machbar. Dennoch: Hartmann hat die für den sicheren Betrieb zuständigen Teams in zwei Gruppen aufgeteilt. Die eine ist vor Ort, bedient und steuert die Anlage, die andere ist daheim – für den Fall einer Havarie – auf Pikett.

Das Büro der Kehrichtwaage oder auch der Kaffee-Raum sind für Lieferanten Sperrzone. «Zusätzlich haben wir kurzfristig eine Person eingestellt, die sich in den Erzo-Gebäuden um Hygienemassnahmen kümmert – zwei Mal täglich Türfallen und glatte Flächen desinfiziert.»

Wie sieht es mit der angelieferten Menge Kehricht aus? «Die bricht ein», sagt Hartmann. Aus diesem Grund habe man die Anlage zurückgefahren und macht aus einem Teil des Abfalls (Vorrats-)Ballen. Wie bitte? «Ja», sagt Hartmann, «wir müssen dafür sorgen, dass unsere KVA kontinuierlich weiterlaufen kann.» Hauptgrund ist der, dass die KVA die Energie für die Verbrennung des Klärschlamms der Abwasserreinigungsanlage (ARA) liefert. Ohne dies würde auch in diesem Bereich ein massives Hygieneproblem entstehen.

Für die KVA ist im Juni eine Wartung geplant? «Das wird zur Herausforderung», sagt Hartmann. Die benötigten Facharbeiter stammen aus Deutschland und Österreich – die Turbine, welche den Generator für die Stromproduktion antreibt, kommt aus Italien.» Zum Glück stünden keine zentral wichtigen Wartungsarbeiten an. Abgeschaltet müsse die Anlage für einen Systemcheck dennoch werden.

Apropos Sicherheit: Da liegen Jacques Hartmann die «Lader», die Leute auf den Trittbrettern der Güselautos sehr am Herzen. Sie schützen sich so gut wie möglich – sind aber auch auf die Mithilfe der Bevölkerung angewiesen (siehe dazu den separaten Text).

Richtig entsorgen in der Isolation

Leute, die in Quarantäne oder Selbstisolation leben müssen, sollten laut Empfehlung des BAG in ihrem Zimmer einen Abfallplastiksack (keinen Gebührensack) aufstellen. Dieser und der Abfall bleibt im Zimmer. Anschliessend diesen zusammendrücken, verschliessen, in einen Gebührensack füllen und diesen der Kehrichtabfuhr übergeben. Haushalte mit Quarantäne- und Isolierzimmer sollten zudem auf die Abfalltrennung verzichten – also PET, Aludosen, Altpapier, Grünabfall ebenfalls in den Kehrichtsack werfen. Auf diese Weise wird verhindert, dass allfällig infizierte Abfälle längere Zeit in der Küche oder der Wohnung stehen bleiben.

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