Luzerner Kantonsspital hat wegen Corona-Krise Kurzarbeit angemeldet

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Kantonsspital Luzern (Luks) (Archivbild)

Von den schweizweit über 22'000 nachgewiesenen Corona-Infektionen entfallen auf die sechs Zentralschweizer Kantone gut 1000. Spitalbetten, die etwa zulasten von Wahleingriffen für Corona-Patienten bereitgestellt wurden, sind nicht belegt.

Aufgrund der bundesrätlichen Einschränkungen, gemäss denen alle nicht dringlichen Operationen und Behandlungen untersagt sind, stehen einzelne Abteilungen derzeit praktisch still, wie das Luks am Mittwoch auf Anfrage der Nachrichtenagentur Keystone-SDA mitteilte. Man habe daher für einzelne Bereiche Kurzarbeit beantragt.

Auch das Kantonsspital Nidwalden hat Kurzarbeit beantragt. Vor allem die Operationskapazitäten hätten stark heruntergefahren werden müssen. In Obwalden klärt das Kantonsspital ab, ob wegen den tiefen Patientenzahlen Kurzarbeit beantragt werden solle. Es müsse indes zuerst noch rechtlich geklärt werden, ob das Spital als Anstalt des öffentlichen Rechts dies überhaupt tun könne, hiess es auf Anfrage.

Zuvor hatten bereits die Kantonsspitäler Zug und Uri sowie das Spital Schwyz Kurzarbeit beantragt, weil etwa in den Bereichen Diagnostik und Sprechstunden Arbeit wegfalle.

Lage im Luzerner Gesundheitswesen unter Kontrolle

Im Luzerner Gesundheitswesen ist die Lage trotz der Coronapandemie unter Kontrolle, nur ein kleiner Teil der für Covid-Patienten reservierten Betten ist belegt. Damit dies so bleibe, müssten sich alle auch an Ostern an die Auflagen halten, erklärte der Regierungsrat.

"Wir üben nicht den Ernstfall, wir haben den Ernstfall", sagte Regierungspräsident Paul Winiker (SVP) am Mittwoch. Dieser Ernstfall sei zur Zeit im Kanton Luzern relativ gut unter Kontrolle. Um Ansteckungen zu verhindern, sei es aber nötig, dass die Bevölkerung auch über Ostern möglichst zu Hause bleibe.

Nach Angaben von Gesundheitsdirektor Guido Graf (CVP) sind in den drei Kantonsspitälern in Luzern, Sursee und Wolhusen sowie an der Hirslandenklinik total 1573 Betten verfügbar. Davon sind 560 in Isolierungsstationen für Covid-Patienten reserviert. Am Dienstag waren von diesen 62 belegt.

Freie Intensivbetten

Auch auf den Intensivstationen hat es gemäss Graf noch freie Kapazitäten. Von den 81 Intensivbetten waren am Dienstag 34 belegt, 6 davon von Covid-Patienten. Zwei Dutzend Personen mit einer Corona-Infektion konnten aus der Spitalpflege entlassen werden. 9 Corona-Patienten starben.

Graf bestätigte auf Anfragen von Medien, dass es bei gewissen Medikamenten Engpässe gebe. Nach Angaben des Kantonsarztes erhalten aber alle Patienten die Medikamente, die sie benötigten.

Dass die Lage unter Kontrolle sei, liege daran, dass sich die Bevölkerung an die Auflagen halte, sagte Graf. Die Infektionskurve müsse flach gehalten werden, damit es weiterhin genügend Spitalkapazitäten gebe.

Lead beim Bund

Viel Neues hatten die fünf Regierungsräte an ihrer Medienorientierung nicht zu berichten. In vielen Bereichen ist der Bund federführend oder der Kanton überlässt dem Bund den Lead, wie die Magistraten ausführten.

Dies betrifft etwa Fragen aus dem Bildungssektor. Bei der Unterstützung der Kitas will der Regierungsrat eine Verordnung des Bundes abwarten, bevor er selber aktiv wird.

Bei Zeugnissen und Abschlussprüfungen erwartet der Luzerner Regierungsrat, dass kein Schüler unverschuldet in seiner Bildungskarriere in Rückstand geraten solle. Dies sei bei der Erziehungsdirektorenkonferenz so deponiert, sagte Regierungsrat Marcel Schwerzmann (parteilos). Es brauche so schnell wie möglich verbindliche Vorgaben vom Bund.

Auch bei der Hilfe für die Wirtschaft setzt der Luzerner Regierungsrat auf den Bund. Bei der Rückkehr zum Normalzustand liege die Verantwortung auch beim Bund, sagte Wirtschaftsdirektor Fabian Peter (FDP). Diese Rückkehr habe aber schrittweise zu erfolgen.

Politik hinter den Kulissen

Der Regierungsrat erarbeitete nach eigenen Angaben seine Vorstellungen für einen Neustart in Absprache mit den Wirtschaftsverbänden. Er lässt sie via Konferenz der kantonalen Volkswirtschaftsdirektor dem Bundesrat zukommen. Beim Ausstieg müssten die Entwicklung der Pandemie und die Gesundheit den Takt angeben, sagte Peter.

SP und Grüne, die in der Kantonsregierung nicht vertreten sind, haben am Dienstag gefordert, dass der Parlamentsbetrieb nicht bis im Juni ruhen dürfe. Regierungspräsident Winiker sagte zu diesem Thema, dass das politische Leben eher hinter den Kulissen weitergehe. Die Regierung stehe aber im Austausch mit dem Parlament und mit den Kommissionen und beziehe die Geschäftsleitung mit ein, wenn es um Massnahmen gehe, die sie per Verordnung in Kraft setze.

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