Kein Fussball bedeutet für Hans Graber: Endlich genug Zeit für die Arbeit

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Damit der Rasen des FC Oftringen nichts von seiner Pracht verliert, mäht ihn Hans Graber nach wie vor jeden zweiten Tag. (Bild: Michael Wyss)

Kein Jubel, keine Anfeuerungsrufe, keine enervierten Spieler. Es ist ruhig geworden auf den Fussballplätzen in der Schweiz, seit der Meisterschafts- und Trainingsbetrieb wegen der Corona-Pandemie landesweit bis mindestens 30. April ausgesetzt worden ist. Nur ein Rasenmäher stört manchmal die Idylle. Auf dem Sportplatz «Im Feld» in Oftringen ist das sogar alle zwei Tage der Fall. Aus gutem Grund: Seit Jahren ist der FC Oftringen über die Kantonsgrenzen hinaus bekannt für seinen schönen und gepflegten Fussballrasen.

Daran soll auch das Corona-Virus nichts ändern. «Ich lasse das geschnittene Gras liegen, das dient dem Boden als Dünger. Gleichzeitig wuchert das Unkraut durch das regelmässige Mähen nicht», verrät FCO-Platzwart Hans Graber sein «Geheimrezept» für eine grüne Unterlage, die jedes Fussballerherz höherschlagen lässt.

Die fussballfreie Zeit für Aufgeschobenes nutzen
Seit neun Jahren ist Hans Graber jeden Tag rund sechs Stunden auf dem Sportplatz anzutreffen. Mit viel Hingabe kümmert sich der bald 64-jährige Oftringer um den Unterhalt der drei grossen und zwei kleinen Spielfelder und schaut im Klubhaus sowie im Garderobentrakt zum Rechten. «Es ist eine grosse Anlage, die viel Arbeit erfordert», sagt Graber.

Ironischerweise hat er in der vom Bundesrat ausgerufenen ausserordentlichen Lage noch mehr zu tun als üblich. Kürzlich hat Graber seinen defekten Rasenmäher repariert und auf einem der Aussenfelder einen wetterfesten Unterstand für die D-Junioren gebaut. «Natürlich wäre es schön, wenn Fussball gespielt werden würde», gibt Graber zu, «aber ich kann jetzt Dinge erledigen, für die ich sonst während des normalen Betriebs keine Zeit hätte.»

Er veranschaulicht das mit Zahlen aus dem letzten Herbst, als im Rahmen der Vorrunde 125 Meisterschaftsspiele in allen Altersklassen in Oftringen ausgetragen worden sind. «Hinzu kamen jede Woche 80 Trainingsstunden», hält Graber fest. Dadurch seien jeweils an die 200 Kinder pro Abend auf der Anlage anzutreffen gewesen, beinahe die Hälfte der rund 500 Klubmitglieder.

Dass die Oftringer Fussballer nun zuhause bleiben müssen, sorgt in Hans Grabers Alltag auch für Entlastung. «Die Reinigung der Garderobe fällt ebenso weg wie das Zeichnen der Linie auf den Spielfeldern. Der Klub spart somit Farbe und Geld», sagt er. Auch das saftige Grün freut sich über die ausserordentliche Ruhe und kann sich von der hohen Belastung erholen. «Grasnarben sind verwachsen und die braunen Stellen im Torraum verschwunden», sagt Graber, der auch Löcher gestopft und Rollrasen ausgelegt hat. Ausserdem verarbeitete letzte Woche eine auf Rasenunterhalt spezialisierte Firma 50 Tonnen Sand auf den Oftringer Fussballfeldern, was den Abfluss des Wassers nach Niederschlägen verbessert und die Tragfähigkeit erhöht.

Corona-Krise trifft das Klubrestaurant hart
Die einzigen negativen Auswirkungen der Corona-Pandemie kriegt Hans Graber im Klubrestaurant, das er mit seiner Frau führt, zu spüren. Dies dafür umso stärker: Pro Jahr finden hier bis zu 100 verschiedene Anlässe statt. «April und Mai sind gute Monate. Jetzt mussten wir alles absagen», erklärt er.

Die ausbleibenden Einnahmen seien nicht leicht zu verkraften. «Das reisst finanziell ein Loch in die Kasse», sagt Graber. Bei allen Vorteilen, die die Pandemie mit sich bringt, würde er eine Rückkehr zum Alltag deshalb sehr begrüssen.

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