Anhaltende Trockenheit: Muss man den Jungwald bald künstlich bewässern?

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Die grünen Plastikröhren schützen die Jungpflanzen vor Rehen. (zVg)
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Mitarbeiter des Forstbetriebs Zofingen beim Einpflanzen der Jungbäume im Baanwald. Bilder: zvg
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«Ob wir einen guten Job gemacht haben, werden wir etwa in 60 Jahren sehen.» Mathias Kläy, Leiter Forstbetrieb Zofingen

Seit Wochen schon hat es kaum geregnet. Und auch für die nächsten Tage verheissen die Prognosen immer das gleiche Wetter: Sonne, Sonne und nochmals Sonne. Das bereitet Matthias Kläy, dem Leiter des Forstbetriebs Region Zofingen, zunehmend Sorgen.

Schon letztes Jahr hat der Borkenkäfer dem Wald arg zugesetzt. «Ein Drittel der Bäume, die wir gefällt haben, waren von ihm befallen», sagt Kläy. Besonders arg wütete das fresslustige Insekt im Baanwald am Spitalholzweg, im Grenzgebiet zu Wikon. Dort hatte 2011 ein Sturm sämtliche Bäume im oberen Hangbereich abgeräumt. Letztes Jahr frass sich der Borkenkäfer durch die Rinde Dutzender Fichten, die unter dem extrem trockenen und warmen Wetter litten. Kläy und seinen Leuten blieb nichts anderes übrig, als mit den Motorsägen anzurücken und die befallenen Bäume zu fällen.

«Eine natürliche Verjüngung gab es dort nicht», erklärt Kläy. Hätte er nichts unternommen, hätten Brombeersträucher die Fläche überwuchert. Deshalb bepflanzten Forstmitarbeiter die Flanke in den letzten Wochen neu – mit rund 1000 Bäumchen. Kläy setzt dabei auf zwei Baummischungen, die besser mit der Trockenheit leben können als die Fichte. «Wir haben uns einerseits für einen Mix aus Eichen und Hagenbuchen entschieden, anderseits für eine Mischung aus Lärchen und Ahorn.»

Vor allem Eichen hätten sich gegenüber Trockenheit als sehr resistent erwiesen, sagt Kläy. Wenn sie klein ist, hat die Eiche aber noch einen viel grösseren Feind als Wassermangel: das Reh. «Rehe lieben die Knospen und grasen sie regelrecht ab.» Deshalb bekommen die Jungpflanzen einen Wildschutz, eine Röhre aus grünem Plastik, in der sie ungestört wachsen können. Noch sind die tieferen Bodenschichten genug feucht, dass dies gelingt – «der nasse Winter war für den Wald ein Segen», sagt Kläy.

Aber die anhaltende Trockenheit bereitet ihm zunehmend Sorgen. Er schliesst sogar nicht aus, den Jungwald in ein paar Wochen künstlich zu bewässern. «Das haben wir zwar noch nie gemacht und es wäre sehr aufwendig. Als Ultima Ratio wäre das aber tatsächlich eine Möglichkeit, um diese Investition zu schützen.»

Kläy hofft jetzt auf einen nasskühlen Mai. «Auch privat hatte ich ja genug Sonne», scherzt er. Vor allem aber wäre eine längere Regenperiode für die Gesundheit des Waldes entscheidend. «Die Käferpopulation ist noch da», so Kläy. Ein weiterer Dürresommer würde den Wald erneut schwächen – ideale Bedingungen für den Käfer also. Kläy hofft, dass es nicht so kommt. Und dass die Jungpflanzen im Baanwald die nächsten Wochen gut überstehen. «Ob wir dort einen guten Job gemacht haben, werden wir etwa in 60 Jahren sehen.»

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