Blue Balls Festival: «Wir brauchen etwas Hoffnung»

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Die Innerschweizer Band «Daens» begeisterte das Publikum am Blue Balls 2019. (Bild: Raffaella Bachmann)

Die Absage des diesjährigen Luzerner Blue Balls Festival wegen des Corona-Virus beschert den Veranstaltern zwar einen finanziellen Schaden. Die positiven News: Der Anlass soll im kommenden Jahr trotzdem wieder stattfinden. Der Termin ist auf den 23. bis 31. Juli 2021 festgelegt.

Für die Durchführung 2021 suche man jetzt das Gespräch mit den Künstlern aus aller Welt. «Die Welt ist in einem so desolaten Zustand, dass wir etwas Hoffnung brauchen», sagte Festivalleiter Urs Leierer dieser Zeitung. Natürlich wäre es schön, so der Festivalleiter, wenn einige der verpflichteten Artisten das nächste Jahr nach Luzern kommen könnten. Aber sicher sei nichts momentan.

Der Verein Luzerner Blues Session hatte nach der Information des Bundesrats zu den Lockerungen der Massnahmen gegen das Corona-Virus am letzten Donnerstag das Festival 2020 abgesagt. Eine Premiere in der 28-jährigen Geschichte des weit über Luzern hinaus bekannten und populären Grossanlasses.

Leierer sagte zur Begründung, es fehle eine Handlungs- und Planungsfähigkeit, da der Bund keine Angaben zum Zeitplan einer Aufhebung des Veranstaltungsverbots gemacht habe. «Der Bundesrat hat keine Entscheidung betreffend Konzerte und Festivals gefällt. Damit lässt er die gesamte Branche weiterhin in planungs- und handlungsunfähigem Zustand. Das schadet dieser noch mehr, anstatt dass er klare Ansagen macht, wie zum Beispiel Deutschland», sagt Leierer.

Bis Ende März habe man sich in der Planungsphase für die Austragung 2020 befunden. Nun würde der Schritt der Realisation folgen, wobei grössere Kosten ausgelöst würden. Auch so habe man bereits mindestens eine halbe Million Franken verloren, da mit der Absage Einnahmen entgehen. Für den entstandenen Schaden will das Blue Balls ein Gesuch um Ausfallentschädigung beim Kanton Luzern einreichen. Die Organisatoren hatten bis zuletzt gehofft, den Anlass durchführen zu können. Allerdings sei man von verschiedenen Faktoren abhängig, bewege sich das Festival doch in einem internationalen Umfeld. 90 Prozent der Künstlerinnen und Künstler am Blue Balls kommen aus dem Ausland.

Entscheid der Stadt Luzern hatte keinen Einfluss

Zuletzt stand das Blue Balls wegen finanzieller Risiken vor einer ungewissen Zukunft und erhoffte sich eine breitere Abstützung. Der Luzerner Stadtrat lehnte aber ein Stiftungsmodell und ein weitergehendes Engagement ab. Dieser Entscheid habe keinen Einfluss auf die Absage der diesjährigen Auflage gehabt, sagt Leierer.

Das Festival startete anno 1992 als «Luzerner Seenachts Session»: 40 Schweizer Musiker spielten während sechs Stunden auf einer Fahrt des Dampfschiffs «Stadt Luzern». Zuerst als einmalige Sache geplant, ist das Blue Balls heute ein mehrtägiges internationales Festival mit Schwerpunkten Blues, Jazz, Soul, Funk, World, Rock und Pop. Neben Konzerten gehören mittlerweile auch Anlässe im Bereich Fotografie, Kunst, Video, Film und Talk fest dazu. (ben/sda)

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«Natürlich wäre es schön, wenn einige der Artisten 2021 kommen könnten», sagt Urs Leierer, Leiter des Blue Balls Festivals. (Bild: Mik Matter)
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