Im Hochzeitskleid den Müll zur Tonne bringen

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Seit gut fünf Wochen ist die Jogginghose der Sportmarke Erima mein steter Begleiter. Obwohl praktisch alle Ratgeber empfehlen, sich gleich wie fürs Büro anzuziehen, bringe ich es nicht übers Herz, mich im Homeoffice in meine Jeans zu zwängen. Wieso sollte ich auch? Schliesslich bin ich Kroatin – und wenn man den Vorurteilen glaubt, bestreiten Leute vom Balkan ihr ganzes Leben in Trainerhosen. Wieso also nicht auch ich? Ausserdem ist meine schwarze Jogginghose elegant und zwickt nirgends. Sie ist das perfekte «kleine Schwarze», das sich jede Frau in ihrem Kleiderschrank wünscht. Wenn ich nun die passende schwarze Erima-Jacke und meine weissen Sneakers anziehe, sehe ich fast so aus wie eine Sport-Influencerin, die momentan aus dem Boden schiessen.

Trotzdem gibt es Momente, in denen mir meine Lieblingskleidungsstücke fehlen: Die High Waist Jeans aus Strasbourg, die ich an einem verlängerten Wochenende im Januar mit einer Studienkollegin ergattert habe. Oder mein grüner, weicher Pulli, der gut zu meiner Augenfarbe passt. Mit meinen farbigen Socken kann ich immerhin ein bisschen den Frühling im Kleiderschrank aufleben lassen.

Ich gebe zu, meine Schilderungen klingen bislang sehr oberflächlich und aufs Äussere bedacht. Ich kann Ihnen aber versichern, so bin ich ganz und gar nicht. Mich zu schminken gehört seit mehreren Monaten nicht mehr zu meinem Tagesablauf. Beim Coiffeur war ich seit über einem halben Jahr nicht mehr und es stört mich überhaupt nicht – weshalb ich mich in dieser Krisenzeit, im Gegensatz zu anderen Frauen, trotzdem noch auf die Strasse wage.

Mir ist natürlich bewusst, dass die Sehnsucht nach Gelegenheiten für meine Lieblingsstücke ein pures Luxusproblem ist. Noch schlüpfe ich aber für den Einkauf oder den abendlichen Spaziergang nicht in meine schönsten Kleider, um sie der Welt zu präsentieren. Im Gegensatz dazu ist in Australien eine Bewegung in den sozialen Medien entstanden. Sie nennt sich «BinIsolationOuting» (deutsch: Mülleimer-Isolations-Outing), bei der die Leute Abendkleider, Kostüme oder gar Hochzeitskleider überwerfen, um den Müll rauszutragen. Eine Dame aus Sydney soll sogar gesagt haben: «Den Müll rauszubringen, ist die aufregendste Sache der ganzen Woche.» Na so weit kommt’s noch!

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