Zahlen zur Corona-Risiko-Gruppe

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Ein Bild aus besseren Zeiten – als es vor Corona noch Ausflüge mit feinem Mittagessen für Seniorinnen und Senioren gab. (Bild: Archiv)
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«Senizid» könnte zum Unwort des Jahres 2020 werden: Gemeint ist, dass sich das Corona-Virus seine Opfer altersdiskriminierend aussucht. Wer sich mit Vorerkrankungen oder im Alter über 65 Jahre nicht an die vom Virus vorgegebenen Spielregeln hält, ist in hohem Masse gefährdet.

Wie viele Menschen sind dies in der Region? Zu vorerkrankten Leuten gibt es keine Statistik – zu Menschen über 65 sehr wohl. Statistik Aargau unterteilt die Bevölkerung in Fünf-Jahres-Klassen. Addiert man diese von 65 bis 69 hinauf zu Gruppe 90+, kommt man per Ende 2019 für den Bezirk Zofingen auf 13 383 Menschen oder 18,4 Prozent – was in einzelnen Gemeinden markant abweicht, wie die Tabelle zeigt.

Was sind die Gründe? Wichtig in diesem Zusammenhang sind zwei Feststellungen: Wer aus einer der Gemeinden in ein Senioren- oder Pflegezentrum zieht, behält seinen rechtlichen und statistischen Wohnsitz am bisherigen Ort. Zweite Bemerkung: Verunfallten aus einer Kleinstgemeinde zwei jüngere Senioren tödlich, verzerrt dies die Statistik.

Wo (und weshalb) lebt man im statistischen Durchschnitt länger als anderswo? Dieser Frage ist ein Team der Uni Bern nachgegangen. In einer Studie wurde bis in die Tiefe der Gemeindeebene gegangen – für grosse Wohnbauten gar auf die einzelne Strasse hinunter aufgeschlüsselt.

Innerhalb einer Region wie Zofingen mit ihren kleinen Gemeinden sind die Differenzen nicht enorm (siehe Tabelle). Aber, ob man mit 30 die Chance hat, 79 oder 80 zu werden, ist ein markanter Unterschied, insbesondere, weil es sich um Durchschnittswerte handelt. Stirbt jemand mit 50, bedeutet dies für den statistischen Ausgleich, dass zwei Personen nicht 80, sondern je 95 Jahre alt wurden.

Global – in der Masse der Gemeinden gesehen – sagt die Studie aus: Wer auf dem Land lebt, stirbt früher als ein Städter; ein Mann im Top-Kader lebt im Vergleich zu einem Arbeitslosen bis zu 13 Jahre länger – und ein verheirateter Mann kann mit 5,4 Lebensjahren mehr rechnen als ein Single. Bei den Frauen beträgt hier der Unterschied 4 Jahre. Zudem leben Katholiken etwas länger als Protestanten. Wer in einem Quartier mit Grünflächen, wenig Verkehrsbelastung und einer starken Gemeinschaft wohnt, lebe länger.

Frappanter als in der Region Zofingen sind die Unterschiede in der Innerschweiz. Während in Unterschächen die durchschnittliche Lebenserwartung von 30-Jährigen nur 77,9 Jahre beträgt, leben die Menschen im nur 40 Kilometer entfernten Luzerner Vorort Meggen im Schnitt über drei Jahre länger. Für die Gesundheitsdirektorenkonferenz (GDK) liegt der Schlüssel zur Erklärung in der Bevölkerungsbewegung. Gerade Gutgebildete würde es aus den Bergtälern wegziehen, weil sie dort keine Beschäftigung fänden.

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