Die PluSportler werden ihr Wiedersehen gross feiern

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Die Zofinger PluSportler hoffen, sich bald wieder für ihre gemeinsamen Sportstunden aufwärmen zu dürfen. (Bild: zvg)

Schwimmen, Turnen, Fussball, Polysport, Leichtathletik, Aqua fit – das Angebot von PluSport Zofingen für Menschen mit einer Beeinträchtigung ist vielfältig. Wäre vielfältig. Aktuell ist auch für die Frauen und Männer, die trotz kognitiver und/oder körperlicher Behinderung regelmässig an den Sportstunden teilnehmen, Corona-Pause angesagt. «Mir tut es richtig weh, wenn ich daran denke, dass unsere Leute sich nicht gemeinsam bewegen dürfen», sagt Ursula Winter, Präsidentin von PluSport Zofingen, «unsere Treffs im Hallenbad und in der Turnhalle sind so viel mehr als Sport. Für viele ist es der einzige Ort, wo sie Freunde treffen können. Während sie turnen, spielen und lachen, tun sie auch eine Menge für ihr psychisches Wohlergehen. Sport ist für sie ein Lebenselixier.»

Es zählt nicht nur die Zeit oder das Ergebnis

Für viele kognitiv beeinträchtigte Sportler ist im Wettkampf nicht der Erfolg das Wichtigste. Wer bei einem Lauf die Ziellinie passiert, jubelt, ohne dabei auf die Uhr zu schauen. Freut sich über ein Tor im Fussball, als ob der Weltmeistertitel auf sicher wäre. Gratuliert dem «Gegner» nicht nur zur Medaille, sondern freut sich von ganzem Herzen mit ihm über dessen Edelmetall. So ist die Aufregung vor dem alljährlichen nationalen PluSporttag jeweils riesig. Motiviert bereiteten sich die Athleten von Plusport Zofingen auf den Jahreshöhepunkt vor. 1500 Sportler, 1000 Helfer und Betreuer sowie Angehörige wären aus der ganzen Schweiz nach Magglingen gereist. Auf dem Plan standen am 5. Juli Speerwurf, Fit+Fun, Ballweitwurf, Weitspringen, Schwimmen, Kugelstossen, Läufe und Gruppenwettkämpfe. Nun wurde der Schweizer PluSporttag wegen der Corona-Krise abgesagt und findet erst 2021 wieder statt.

Auch die Aargauer Meisterschaften im Behindertensport vom 29. August in Gränichen fallen ins Wasser. «Bis dahin hat sich die Lage zwar hoffentlich verbessert», sagt Ursula Winter, «aber man musste jetzt entscheiden, ehe man Medaillen bestellt und andere Dinge erledigt, die vielleicht doch vergebens sind, wenn das Virus uns weiter beschäftigt.»

Während man in anderen Sportvereinen auf virtuelle Trainingsleitungen setzt und sich als Einzelsportler mit Apps fit hält, ist der digitale Weg bei Menschen mit einer Beeinträchtigung schwierig. «Auch bei uns geisterte die Idee herum, eine Art Videotraining zu machen», sagt Ursula Winter, «aber das ist unrealistisch.» Nur schon organisatorisch sei es kaum möglich. Viele der Zofinger PluSport-Mitglieder leben in Wohngruppen oder Institutionen. Dort steht höchstens im Büro der Bezugsperson ein Computer oder ein Tablet. «Wenn zwei, drei davor trainieren sollten, ist das mit dem Abstandhalten eher schwierig.» Sinnvoller ist es, Tipps für Bewegungsübungen an die Wohngruppen zu geben.

Sport schafft Nähe, die aktuell vielen fehlt

Eine Herausforderung sei zudem, kognitiv beeinträchtigten Menschen überhaupt plausibel zu machen, warum sie derzeit nicht zusammen turnen dürfen und was das Corona-Virus ist. «Körperliche Nähe oder eine Umarmung fehlt ihnen aktuell aber wohl noch mehr, als zusammen Sport zu treiben.»

Unter den Behindertensportlern zählen viele zu Risikogruppen. Müssen die Zofinger PluSportler also noch lange warten, bis sie wieder zusammen trainieren dürfen? «Nein, dafür gibt es keinen Grund», sagt Ursula Winter, «wir zählen darauf, dass jene Mitglieder, für welche ein Risiko besteht, von den Institutionen und Bezugspersonen nicht ins Training geschickt werden. Die anderen dürfen hoffentlich ab dann wieder zusammen ‹spörtlen›, wenn die Nichtbehinderten loslegen.»

Wenn der Bundesrat und der Kanton grünes Licht geben zur Hallenöffnung und zu Treffen von grösseren Gruppen, gibt es bei PluSport Zofingen eine Feier. «Wir müssen noch unsere GV nachholen, die wir im März verschoben haben», erklärt Ursula Winter, «die verbinden wir mit einem Freudenfest, um das Wiedersehen zu feiern – wenn wir uns schon bei sportlichen Wettbewerben nicht sehen können.»

PluSport Schweiz feiert 60-Jahr-Jubiläum
PluSport ist die Fachstelle für den Behindertensport in der Schweiz und hat rund 12 000 Mitglieder. Als Dachverband fördert PluSport seit 1960 Menschen mit Behinderung vom Breiten- bis zum Spitzensport. Für alle Zielgruppen, Altersklassen, Behinderungsformen, in unterschiedlichen Sportarten und stets mit dem Ziel der Integration und Inklusion. 86 regionale Sportclubs und 110 Sportcamps präsentieren ein breites Angebot mit traditionellen und trendigen Sportarten.

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