Die Genossinnen und die Frauenfrage

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Die Regierungsratswahlen 2020 nehmen mehr und mehr Kontur an – was aber auch Fragen aufwirft. Die beginnen mit der Nomination des SP-Kandidaten Dieter Egli – ein unbestritten qualifizierter Mann für einen Sitz in der Regierung. Aber ist es nicht die SP, die immer wieder die Frauenfrage stellt, aber dann doch keine Politikerin nominiert? So bereits bei den Ständeratswahlen 2019, als die Genossinnen und Genossen Cédric Wermuth den Vorzug gaben.

Weshalb hat die Aarauer SP-Stadträtin Franziska Graf die Chance einer Kandidatur nicht bekommen? Weil auch SP-Delegierte Politikerinnen und Politiker wählen und nicht per se eine Frau. Einer grossen Mehrheit war Franziska Graf über die Aarauer Stadtgrenzen hinaus zu wenig bekannt und ihr politisches Profil zu wenig geschärft.

An profilierten Politikerinnen würde es der SP nicht mangeln. Offensichtlich aber haben diese der parteiinternen Findungskommission Körbe gegeben. Der Vorwurf von Claudia Rohrer, Co-Fraktionschefin der SP im Grossen Rat, greift zu kurz, wenn sie sagt, die Geschäftsleitung der Partei habe versagt. Die Nomination von Dieter Egli ist ein basisdemokratisch gefasster Entscheid.

Kopfschütteln löst aus, wenn eine Politikerin, die für ihre Partei eine Schlüsselposition innehat, öffentlich sagt: «Bei einer solchen Konstellation unterstütze ich eine Frau mit Führungserfahrung, so sehr ich Kollege Dieter Egli schätze.»

Mit der Frau mit Führungserfahrung meint Rohrer die grüne Zofinger Stadträtin Christiane Guyer – mit der Konstellation den Umstand, dass vier bisherige Regierungsräte erneut kandidieren. Christiane Guyer hat die Fähigkeiten und die politische Erfahrung, links-grün denkende Menschen in der Regierung zu vertreten – und im Interesse aller Aargauerinnen und Aargauer ein Departement zu führen.

Christiane Guyer hat dem Grossen Rat angehört, war Mitglied des Zofinger Einwohnerrats, wo sie während vier Jahren die Fraktion von SP und Grünen leitete. Als Stadträtin steht sie der Regionalpolizei, der Stützpunktfeuerwehr und der regionalen Zivilschutzorganisation vor. Beruflich führt die Biologin derzeit die Dienststelle Landwirtschaft und Wald des Kantons Luzern – ein Team mit 95 Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern.

Wie steht es um ihre Wahlchancen? Im Gegensatz zu Dieter Egli ist sie in den bevölkerungsreichen Bezirken im Osten des Kantons der breiten Wählerschaft wenig bekannt. Profitieren kann sie vom Frauenbonus, aber auch vom Umstand, dass mit einer Wahl Eglis der Westaargau – die Bezirke Lenzburg, Aarau, Kulm und Zofingen – ohne Vertretung im Regierungsrat wären.

Apropos Frauenvertretung: Den Entscheid der SP-Delegierten ganz und gar nicht akzeptieren wollen die Juso. Sie haben gleich drei eigene Kandidatinnen nominiert. Die drei Studentinnen im Alter zwischen 20 und 24 Jahren, die gerne Regierungsrätinnen – und somit Studienabbrecherinnen – würden, stammen aus dem Freiamt und dem Bezirk Zurzach.

Sie stellen für den Wahlkampf unter anderem fest: «Der ökologische Kollaps steht kurz bevor und im Aargau amtiert eine reine Männer-Regierung.» Ein Ziel ist die «Transition». Leute, «deren Berufe nicht vereinbar sind mit einer umwelt- und klimaverträglichen Zukunft, müssen berufliche Alternativen bekommen».

Ihr Eintrag wird nach einer Überprüfung online gestellt.

Die sog. Frauenfrage und die Quotenfrage

Nikos Traianou
schrieb am 04.05.2020 23:43
Die Frauen sind in den kantonalen Parlamenten heute stark untervertreten (nur ca. 1/3), in den kantonalen Exekutiven beträgt ihr Anteil statistisch gesehen sogar noch weniger, obwohl das Geschlechterverhältnis in der Wohnbevölkerung der Schweiz heute ausgewogen ist (ca. 50% : 50%). Ob diese starke Untervertretung der Frauen in der heutigen kantonalen Politik durch die Einführung von sog. Quoten gelöst werden kann, ist aber anderseits meines Erachtens sehr fraglich.
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