In Reiden geht die «Sonne» wieder auf

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Die Zwillingsschwestern Tamara Muino (l.) und Martina Müller freuen sich auf den Neustart. Bilder: ben

Vor dem Eingang stand die letzten Tage eine hübsche Tafel mit Blumen und Schleifchen. «Ab dem 11. Mai sind wir wieder für Sie da!», stand da in verschnörkelter Schrift. «Wir», das sind Tamara Muino und Martina Müller. Die Zwillingsschwestern führen die «Sonne» in Reiden seit zehn Jahren. Unterstützt von Pia und Franz Schärer, den Eltern, welche im Familienbetrieb mithelfen.

«Die Bierleitungen sind durchgeputzt, die Kaffeemaschine revidiert. Wir freuen uns, wieder starten zu können», sagt Tamara Luino und lacht. Man habe sich gut vorbereitet und ein Corona-Konzept erarbeitet. Trotzdem sei es schon ein spezielles Gefühl. Kommen die Gäste überhaupt? «Wir lassen es auf uns zukommen und schauen mal, was passiert», sagt Martina Müller.

Ermutigende Zeichen gab es bereits von Reiderinnen und Reidern. «Unsere Gäste haben zauberhaft reagiert auf die Schliessung. Sie haben uns immer wieder mal eine Nachricht per Whatsapp geschickt oder riefen an.»

Den Estrich des Gasthauses aufgeräumt

Die «Sonne» sei noch nie so lange geschlossen gewesen, seit sie denken könnten, erklären die Schwestern. Seit 1925 ist das Hotel Restaurant Sonne im Besitze der Familie Schärer. Die Belegschaft des Restaurants Sonne war, wie an vielen Orten, in Kurzarbeit. Das Hotel durfte offen bleiben, verzeichnete aber auch weniger Gäste als in normalen Zeiten. In der Corona-Krise habe man einfach einen Gang runtergeschaltet, erzählen sie. Martina Müller hat zusammen mit ihrem Mann die zwei Kinder zuhause unterrichtet und im Garten gearbeitet.

Die zwei Chefinnen haben die Zwangspause ausserdem genutzt, um den Estrich der «Sonne» zu räumen. «Das wollten wir schon lange mal machen», sagt Tamara Muino. «Wir haben fast zwei Mulden gefüllt.» Alte Betten, Ziegel, Novilon-Böden gab es zu entsorgen. Sie haben aber auch etwas gefunden: Ein gerahmtes Bild mit Fotos des Turnvereins Reiden von anno 1939.

Weniger Plätze als normal und Hygieneregeln

Nun geht’s also wieder los in der Gaststube der «Sonne». Immer im Corona-Modus natürlich. Normal hat die Gaststube 70 Plätze, jetzt werden es 30 sein. Bei Bedarf kommen weitere 40 Plätze in den Sälen dazu. Platz gibt es genug in der «Sonne». Zwischen den Tischen wird ein Abstand von zwei Metern klaffen. Vier Bekannte können an einem Tisch sitzen. «Bei Familien dürfen es auch mehr sein», erklärt Muino. Die Gäste sind angehalten, sich die Hände zu waschen. Es wird Service-Stationen geben, wo eine Person immer dieselben Gäste bedient. Mit dem nötigen Abstand. «Da werden wir uns wohl an der Nase nehmen müssen.» In der Küche werden Schutzmasken getragen, im Service ist es noch offen. Die Regel, dass alle Namen der Gäste notiert werden müssen, ist inzwischen relativiert. Nun ist es einer pro Tisch, der seine Personalien angibt, und die Sache ist freiwillig. «Wir hatten schon Kugelschreiber gekauft, die man desinfizieren könnte. Wir werden uns an die verschiedenen Regeln halten», sagen Muino und Müller.

Die meisten Veranstaltungen im grossen Saal abgesagt

Allmählich wird also tröpfchenweise wieder Leben in die «Sonne» einkehren. Einen Wermutstropfen gibt es allerdings: Die vielen gestrichenen Veranstaltungen. Generalversammlungen von Vereinen, das Stück «Ganovenparty» des Theaters Reiden, das Jahreskonzert der Musikgesellschaft und weitere Veranstaltungen finden nicht statt oder wurden verschoben. Dennoch bleiben die Schwestern optimistisch. «Wir freuen uns, die Kunden ab Montag endlich wieder empfangen zu dürfen.»

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Eine Trouvaille des Turnvereins Reiden schlummerte im Estrich.
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