Doch keine Kanti in Brugg oder Lenzburg? Zwei Grossräte wollen lieber Schule in ihren Gemeinden ausbauen

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Ausbaukandidatin Nr. 1: Kanti Wohlen (Chris Iseli)
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Ausbaukandidatin Nr. 2: Neue Kantonsschule Aarau

«Die Kantonsschulen sind räumlich überlastet, die Zahl der 15- bis 19-Jährigen nimmt in den nächsten Jahrzehnten stark zu», schreibt Bildungsdirektor Alex Hürzeler in der Entwicklungsstrategie 2045 der Aargauer Mittelschulen. Zudem hat der Anteil der Schulabgänger, die nach der Bezirksschule in die Kanti wollen, in den letzten zehn Jahren stetig zugenommen. Gemäss der aktuellen Schulstatistik planten letztes Jahr rund 20 Prozent der Schüler einen Eintritt ins Gymnasium.

Deshalb sind Erweiterungen an den bestehenden Standorten geplant, überdies sollen zwei neue Kantonsschulen gebaut werden: eine im Fricktal und eine zweite im Raum Brugg-Lenzburg. Dies hat der Grosse Rat im September 2019 beschlossen und der Regierung den Auftrag erteilt, dafür konkrete Vorschläge zu erarbeiten.

Eine Aarauerin und ein Wohler für Ausbau in ihren Gemeinden

Nun stellen zwei Grossratsmitglieder dieses Konzept in Frage: Suzanne ­Marclay (FDP, Stadträtin in Aarau) und Roland Vogt (SVP, Gemeinderat in Wohlen) verlangen einen Verzicht auf den Neubau im Raum Brugg-Lenzburg. Stattdessen soll der Regierungsrat eine Variante vorlegen, die Ausbauten der Neuen Kantonsschule Aarau und der Kantonsschule Wohlen vorsieht.

Im Planungsbericht des Regierungsrats heisst es allerdings: «Aufgrund der bestehenden Fläche besteht auf dem Areal der Neuen Kantonsschule Aarau, ohne grundlegende Strukturänderungen, kein Ausbaupotenzial.» Diese Betrachtung greift aus Sicht der Motionäre jedoch zu kurz. «Bei einer vertieften Prüfung des Ausbaupotenzials soll das ganze Areal sowie angrenzende Grundstücke in den Betrachtungsperimeter miteinbezogen werden», heisst es im Vorstoss.

Suzanne Marclay sagt auf Anfrage: «Im Planungsbericht wird dargelegt, dass Entlastungsbedarf im Raum Aarau besteht.» Im Bericht werde allerdings nur auf die Ausbaumöglichkeiten der Alten Kantonsschule Aarau beim Bahnhof hingewiesen. «Erweiterungsoptionen der Neuen Kantonsschule Aarau werden in keiner Weise aufgezeigt, hier besteht meines Erachtens ein Nachholbedarf», betont Marclay.

Diese Neue Kantonsschule Aarau sieht Susanne Marclay als Kandidatin für den Ausbau.

Diese Neue Kantonsschule Aarau sieht Susanne Marclay als Kandidatin für den Ausbau.

© Britta Gut

Auf dem Areal der Kanti Wohlen gibt es zwar unbebaute Flächen, die eine Verdoppelung der Kapazität von heute 33 auf 66 Klassen erlauben würden. Dies ist aus Sicht des Regierungsrats aber nicht sinnvoll, weil sich das Einzugsgebiet des Standorts auf das Freiamt beschränkt. Bei einem massiven Ausbau müssten deshalb Schüler nach Wohlen zugeteilt werden, die sonst aufgrund ihres Wohnorts und der ÖV-Verbindungen eher eine andere Kantonsschule besuchen würden.

Roland Vogt räumt auf Anfrage ein, dass Wohlen nicht gerade zentral gelegen sei. Sollte im Raum Lenzburg-Brugg keine neue Kanti erstellt werden, könnten aber durchaus Schüler aus diesen Gebieten nach Wohlen kommen.

SVP-Vorstoss für Ausbau statt Neubau im Grossen Rat abgelehnt

Zudem sollte die Erweiterung der Kantonsschule Wohlen laut Vogt auch aus finanziellen Überlegungen geprüft werden: «Ich glaube, dass ein Ausbau einer bestehenden Schule günstiger ist als ein kompletter Neubau.» Marclay sagt, mit der Erweiterung von Standorten würden sich Synergien bei der Nutzung der Infrastruktur wie Bibliotheken, Mensa usw. ergeben. Zudem bringe dies Vorteile für Lehrer. «Je grösser ein Standort, desto eher können attraktive Pensen angeboten werden», hält Marclay fest. Eine unnötige Verzettelung könne indes kontraproduktiv wirken.

Schon bei der Debatte im Grossen Rat im Herbst 2019 hatte die SVP-Fraktion einen ähnlichen Antrag wie Marclay und Vogt gestellt. Demnach sollte eine neue Kantonsschule im Fricktal gebaut werden, der zweite Neubau im Raum Brugg-Lenzburg sei nicht zwingend. Stattdessen könnte «an den vorhandenen Standorten Aarau, Baden, Wettingen und Wohlen zusätzlicher Raum für 22 bis 33 Abteilungen» zur Verfügung gestellt werden. Der Antrag scheiterte mit 70 zu 61 Stimmen, dennoch sieht Suzanne Marclay gute Chancen für den neuen Vorstoss. «Es muss im Sinne des Grossen Rates sein, dass er seine Entscheide basierend auf vollständigen Fakten treffen kann.»

Mit Grossrat Titus Meier setzt sich derweil ein Parteikollege von Marclay für eine neue Kanti im Raum Brugg- Windisch ein. Meier reichte im März im Einwohnerrat Brugg einen Vorstoss mit der Frage ein, wie sich der Stadtrat auf politischer Ebene dafür einsetze. Der Gemeinderat Windisch hat bereits ein Dossier für eine neue Kanti im Gebiet Bachthalen erarbeiten lassen.

Die Lenzburger Behörden könnten sich eine neue Kantonsschule auf dem Areal des Alten Zeughauses vorstellen. Das sagte Stadtammann Daniel Mosimann (SP) im letzten Jahr. Konkrete Bestrebungen, die Kanti nach Lenzburg zu holen, gab es bisher aber nicht.

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