Der Captain geht: Robert Majic wechselt vom SC Zofingen zum FC Rothrist

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Ein Bild, das der Vergangenheit angehört: Robert Majic mit Captainbinde im SCZ-Dress. (Bild: Otto Lüscher)

Die Unruhen beim SC Zofingen haben weitere Konsequenzen. Von der ersten Mannschaft verlassen mit Robert Majic, Topskorer Avni Halimi, Luigi Milicaj, Michal Rakovan, Martin Berisha, Patrik Dibrani, Dario Dussin und Torhüter Alessandro Vodola gleich mehrere Leistungsträger den SCZ. Vor allem der Abgang von Captain Majic wirft hohe Wellen. Der Mittelfeldspieler aus Strengelbach trat dem SC Zofingen 1998 als 5-Jähriger bei und hielt den Thutstädtern seither die Treue. 2009 schaffte Majic unter dem damaligen Trainer Peter Schädler den Sprung ins Fanionteam und entwickelte sich zur Identifikationsfigur.

Nicht die Trainerrochade war entscheidend
Nun schliesst Majic nach über 240 Spielen und 40 Toren für den SCZ dieses Kapitel ab. Auslöser sind die jüngsten Vorkommnisse rund um den Trainerwechsel von Flavio Catricalà, dessen Vertrag nicht verlängert wurde, zu Hansruedi Birrer. «Ich habe keine Lust und Kraft mehr, mich mit den ständigen Querelen und Problemen auseinanderzusetzen. In den letzten vier Jahren hat sich diese Geschichte gefühlt alle sechs Monate wiederholt», sagt Majic.

Er betont, dass ihn nicht die Rochade auf der Trainerposition zu diesem Schritt verleitet hat. «Mir ist egal, wer an der Seitenlinie steht. Ich spiele hier wegen des Vereins», sagt Majic. Vielmehr zielt er mit seiner Kritik auf den Vorstand um Präsident Hansjörg Ryter: «Unter dieser Führung kann ich nicht mehr länger hinter dem SC Zofingen stehen.»

Dass sein Engagement beim SC Zofingen nach 22 Jahren zu Ende geht, empfindet Robert Majic als schade. «Es hätte nicht so weit kommen müssen», sagt er. Die Mannschaft wäre trotz der finanziell schwierigen Situation im Grossen und Ganzen in der Sommerpause zusammengeblieben, «man hätte einfach einmal mit uns reden müssen».

Weit weg zieht es Robert Majic nicht: Er heuert beim Zweitligisten FC Rothrist an. «Ich hatte Angebote von anderen Klubs, wollte aber in der Region bleiben», erklärt Geschäftsinhaber Majic. Einerseits fehle ihm die Zeit für lange Autofahrten zu den Trainings, andererseits möchte er primär in Ruhe sein Hobby ausüben. Letztlich gab der zwischenmenschliche Aspekt den Zuschlag für den FC Rothrist. «Das Verhältnis im Klub ist sehr familiär», sagt Majic.

Vorstand zeigt Verständnis, hält aber am Weg fest
Beim SC Zofingen bedauert man Robert Majics Abgang. «Es tut weh. Mit seiner langjährigen Treue ist er eine Ausnahmeerscheinung», sagt Andreas Bomm, Vorstandsmitglied und Verantwortlicher für die drei SCZ-Aktivmannschaften. «In den letzten Jahren hat er Auf- und Abstiege sowie mehrere Trainerwechsel mitgemacht, war aber trotzdem immer sehr loyal», lobt Bomm den abtretenden Captain, den er vor Jahren als F-Junioren-Trainer selbst gecoacht hatte.

Ob der Schritt vermeidbar gewesen wäre, kann Andreas Bomm nicht beurteilen. «Der SC Zofingen hat einen anderen Weg eingeschlagen. Wir werden diesen durchziehen, so hart das Beben auch ist», sagt der Zofinger. Er zeigt Verständnis für Majics Entscheidung, betont aber, dass der Vorstand den ganzen Verein in seine Überlegungen miteinbezieht. «Die finanzielle Ausrichtung betrifft nicht nur die erste Mannschaft, sondern alle 400 Mitglieder», erklärt Bomm.

Derzeit laufen Gespräche mit Spielern, um die entstandenen Lücken im Fanionteam aufzufüllen. «Darunter sind einige bekannte Gesichter, noch ist aber nichts spruchreif», sagt Andreas Bomm. Klar ist hingegen, dass der SC Zofingen noch stärker auf junge Spieler setzen will, weil das Budget heruntergefahren wird. Um die sportliche Zukunft macht sich Bomm deswegen aber keine Sorgen. «Die Mannschaft wird genug kompetitiv sein für die 2. Liga inter», sagt er.

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Kommunikation SC Zofingen

Stefan Hunkeler
schrieb am 22.05.2020 14:14
Der happige Vorwurf, der den SCZ-Verantwortlichen offensichtlich gemacht wird: Warum wurde mit den (bestandenen) Spielern der ersten Mannschaft nicht wenigstens das Gespräch gesucht? Als ehemaliger SCZ-Vorstand und langjähriger «treuer» Sponsor des Vereins denke ich, spreche ich im Namen vieler Zofinger Anhänger: Solch einen Abgang hat Captain Röbi Majic, langjährige Integrations- und Vorbildfigur des SCZ, zudem ein lieber, powervoller und charakterlich genialer Mensch und super Fussballer, nicht verdient, wie auch andere SCZ-Akteure nicht.
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