Weiterer Abgang: Kantonsspital Aarau kündigt einem Fandino-Fan

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In der Affäre um den KSA-Chefarzt Javier Fandino ist es zu einer weiteren Kündigung gekommen. © Sandra Ardizzone

Lars Flöter ist Facharzt für Neurochirurgie und selbstständiger Belegarzt am Kantonsspital Uri und bei der Privatklinik Lindberg. Er gehörte zu den Ersten, die sich öffentlich äusserten, nachdem bekannt geworden war, dass sich das Kantonsspital Aarau (KSA) und Chefarzt Javier Fandino trennten.

Lars Flöter sagte gegenüber «Medinside», er könne sich kaum vorstellen, dass das KSA den Leistungsvertrag als Zentrum der Spitzenmedizin ohne Javier Fandino behalten könne. Das Spital begehe mit der Kündigung und sofortigen Freistellung einen grossen Fehler.

Am Montag hat Lars Flöter selber Post vom KSA bekommen. Das Spital hat ihm mitgeteilt, dass man ihm seinen Belegarztvertrag unter Einhaltung der vertraglichen Kündigungsfrist per 31. August kündige. Der Grund: «In den letzten Wochen haben Sie sich in den Medien mehrfach mit negativen Äusserungen über die Kantonsspital Aarau AG zitieren lassen.

Wir leiten daraus ab, dass Sie die Zusammenarbeit beenden möchten», heisst es im Kündigungsschreiben. Weiter führt das Spital aus, Flöter erfülle eine im Belegarztvertrag erwähnte Verpflichtung nicht mehr. Konkret geht es um die Ziffer 2.9. Diese halte fest, dass sich Belegärzte im Rahmen der Berufsausübung dazu verpflichten, das Vertrauen ins KSA zu fördern, sagt Lars Flöter.

Kein Interesse an dünnhäutigem Partner

Obwohl er der Meinung ist, dass er mit seinen Äusserungen im Zusammenhang mit der sofortigen Freistellung von Javier Fandino nicht gegen den Belegarztvertrag verstossen hat, wird Flöter sich nicht gegen die Kündigung wehren. «An einer Geschäftsbeziehung mit einem Partner, der so dünnhäutig auf Kritik an obskuren Abläufen reagiert, habe ich kein Interesse», sagt er.

Ausserdem habe er sich sowieso selber überlegt, ob er weiterhin mit dem KSA zusammenarbeiten wolle, wenn Javier Fandino nicht mehr dort ist. Finanziell habe die Kündigung für ihn keine Auswirkungen. «Es ist eine Nullsummenrechnung», sagt Lars Flöter. Für seine Patienten werde er wohl bald eine Lösung in Zürich oder Luzern finden. Er befürchtet aber, dass die Kündigung für das KSA ein Eigentor sein könnte. «Es geht hier um lukra­tive ausserkantonale Patientinnen und Patienten, die in Zukunft nicht mehr in Aarau behandelt werden.»

Obwohl Christoph Egger, stellvertretender CEO, Serge Marbacher, interimistischer Leiter der Klinik für Neurochirurgie, und Thomas Fischer, Chief Financial Officer, im Kündigungsschreiben explizit auf die negativen Äusserungen in verschiedenen Medien Bezug nehmen, teilt das KSA auf Anfrage mit, die Interpretation, dass der Vertrag aufgrund der Äusserungen in den Medien aufgehoben wurde, entspreche nicht der Tatsache.

«Die Gründe sind, dass keine gegenseitige Vertrauensbasis mehr vorhanden ist und der Belegarztvertrag sowieso inaktiv war.» Deshalb sei auch Lars Flöters Befürchtung, dass das KSA lukrative ausserkantonale Patienten verliere, unbegründet.

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