Star-Virologe Drosten gerät sich mit der «Bild»-Zeitung in die Haare – Chefredaktor sieht Streit als Segen

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Gerät in die Kritik – und schlägt mit voller Wucht zurück: Virologe Christian Drosten. (Bild: Keystone) © CH Media

«Drosten-Studie über ansteckende Kinder grob falsch», schrieb die Boulevardzeitung «Bild» in grossen Lettern über einen Artikel, den sie gestern am späten Nachmittag auf ihrer Homepage veröffentlicht hat. In dem Text unterstellt die Zeitung dem Leiter des Instituts für Virologie an der Berliner Charité, in einer Ende April veröffentlichten Studie über die Ansteckungsgefahr von Kindern mangelhaft gearbeitet zu haben. Die Zeitung stützt ihre Kritik auf ältere, Aussagen mehrerer Forscher, darunter auch jene von Professor Leonhard Held von der Universität Zürich. Dieser mahnte, die Erkenntnisse der Studie «mit einiger Vorsicht» zu interpretieren.

Bei der Forschungsarbeit der Berliner Charité handelte es sich um eine Vor-Studie, die noch nicht von Fachkreisen diskutiert worden war. Das Papier über die «Viruskonzentration bei verschiedenen Altersgruppen» kam zum Schluss, dass an Covid-19 erkrankte Kinder unter zehn auch ohne Symptome das Virus genauso übertragen könnten wie Erwachsene.

Drosten formulierte seine Resultate bewusst im Konjunktiv, folgerte aufgrund der Erkenntnisse allerdings, vor allzu eiligen Wiedereröffnungen von Schulen und Kindergärten abzusehen. An der Erkenntnis gab es damals einige Kritik – auch aus der Schweiz. Das Bundesamt für Gesundheit (BAG) hielt an seiner Haltung fest, wonach Kinder unter zehn Jahren wieder von ihren Grosseltern umarmt werden dürften, da infizierte Kinder weniger ansteckend seien als Erwachsene.

Drosten kontert: «Ich habe Besseres zu tun»

Der Streit zwischen Drosten und dem Boulevardblatt entfacht sich allerdings weniger an Inhaltlichem als vielmehr an der Methode der Zeitung. Offenbar stand die Stossrichtung des gestern Nachmittag erschienen Artikels schon fest, bevor der zuständige Redaktor Drosten mit der Kritik konfrontiert hatte. Gegen 15 Uhr erhielt Drosten die mit kritischen Voten von Fachkollegen angereicherte Anfrage des «Bild»-Redaktors via E-Mail mit der Aufforderung um Stellungnahme innerhalb von nur einer Stunde. Daraufhin veröffentlichte der sich unter Druck gesetzt gefühlte Virologe, der die «Bild» schon öfter kritisiert hatte, die Anfrage auf seinem Twitter-Account mit seinen mehr als 374000 Followern.

Die «Bild» plane eine «tendenziöse Berichterstattung» und bemühe «Zitatfetzen von Wissenschaftlern ohne Zusammenhang», monierte Drosten. Eine Stellungnahme darauf in nur einer Stunde sei nicht möglich. «Ich habe Besseres zu tun.» In einer ersten Version stellte Drosten den Screenshot der E-Mail mitsamt Handy-Nummer des Redaktors online, nach Kritik löschte der Virologe die Nummer heraus. Kurze Zeit später erschien der in Boulevardmanier verfasste Text bei «Bild» mit dem Hinweis, Drosten habe keine Stellung zu den Vorwürfen nehmen wollen.

«Bild» -Chef sieht Streit als Segen

Mehrerer von der «Bild» zitierte Fachkollegen äusserten inzwischen ihr Bedauern darüber, dass ihre damaligen Aussagen für einen Artikel ohne Rückfrage des Blattes verwendet wurden. Sie werfen der «Bild» unsaubere Recherche-Arbeit vor, nehmen allerdings nicht Abstand von ihren Einwänden an der Drosten-Studie.

Eine Art Shitstorm in der Twitter-Welt ergiesst sich nun über der «Bild», da sich viele aus Politik und Wissenschaft mit dem Charité-Virologen solidarisieren. «Bild»-Chefredaktor Julian Reichelt verteidigt «höchst berechtigte kritische Fragen» zu der Drosten-Studie. «Wie die Medien gerade über Bild berichten, statt über Drostens falsche Studie, wird uns massiv neue Leser bescheren», folgert der 39-Jährige.

Ihr Eintrag wird nach einer Überprüfung online gestellt.

Uelis Krieg in diesem Forum

Matthias
schrieb am 27.05.2020 16:00
Lieber Ueli
Ich bezweifle dass du meinen Vergleich verstanden hast. Ich selber muss aber zugeben, dass ich deinen letzen Kommentar auch nicht ganz verstehe. Du redest von Beleidigung. Ist es wirklich eine Beleidigung, wenn ich in 2 Sätzen dein Argument entkräfte? Ist es respektlos, wenn ich es wage dir zu widersprechen? Du sprichst von Augenhöhe und Niveau, teilst aber seit Wochen mit dem Zweihänder aus. Deine Kontrahent in diesem Forum bewältigen deine Anfeindungen mit Humor, du scheinst es aber bitter Ernst zu nehmen, wenn dich jemand kritisiert. Eigentlich würde ich mich hier ja gerne zum jeweiligen Thema austauschen. Mit Kritik zum Thema und Vorschlägen einer Lösung. Aber ich spekuliere, dass einer dieser 30 Kriege hier in der Schweiz in diesem Forum ausgetragen wird.

Ich freue mich schon jetzt...

Fasnächtler
schrieb am 27.05.2020 12:13
auf den "Bühlerlockstoff-Wagen" an der Fasnacht 2021 :-) Der darf jetzt also wirklich nicht fehlen.

Auf Augenhöhe

Fred
schrieb am 27.05.2020 11:49
"Pro Jahr wüten allein dieses Jahr ca. 30 Kriege" Ach Ueli, Ueli... Der Vergleich von Matthias ist aber sehr wohl treffend!

Kriege

Ueli Bühler
schrieb am 27.05.2020 11:15
Was bitteschön haben jetzt Kriege mit diesem Virus zu tun? Mein Gott ist das ein Irrer vergleich! Sie werden aber so richtig albern! Zudem habe ich durchaus in einem weiteren Leserbrief der da heisst: Ist der Mensch lernfähig? Wohl nicht, wenn ich so zurückschaue auf die vielen Millionen Toten in diversen Kriegen. Pro Jahr wüten allein dieses Jahr ca. 30 Kriege Weltweit. Sehr empfehlenswert dieser Leserbeitrag. Welcher Notabene veröffentlicht wurde, wie viele andere Leserbriefe von mir! Ich bin halt nicht so ein braver Bürger, der alles von der Obrigkeit schlucken will und sie Klappe hält!
Geben Sie es doch einfach auf mit mir eine Konversation auf Augenhöhe führen zu wollen. Ich lasse mich aber sicherlich nicht auf Ihr Niveau herunter. Ich werde Sie und auch andere immer und trotzdem mit Respekt behandeln! Dass meine Herren gebietet mir mein Anstand! Dies ist auch der Unterschied zu mir, der im Umgangston sehr deutlich zum Vorschein kommt. Meine Bildung ist übrigens nicht weiter von grösserer Bedeutung. Sie ist aber durchaus gross genug um diesen Kommentaren Contra zu geben. Noch etwas unter uns hübschen. Nur die Menschen die ich mag erlaube ich mir DU zu sagen. Wie oben erwähnt ist es respektlos dass einfach zu tun!

Intelligenz?

Ueli Bühler
schrieb am 27.05.2020 10:33
Ihre scheint ja nicht sehr ausgeprägt zu sein? Sie sollten die Kunst des Beleidigens mehr verinnerlichen. Wie heisst es doch treffend in einem Sprichwort dass auf Sie zutreffen könnte? "Frei ist der, den die Beleidigungen der Menschen nicht schmerzen, und ein Held ist, der den nicht Beleidigt, der es verdient hätte! Stammt von Rumi, einem Iranischen Musiker.

Ueli der Inkonsequente

Matthias
schrieb am 27.05.2020 10:01
Lieber Ueli
Impfdosen werden vernichtet, weil man diese für eine drohende Gefahr angeschafft hat, die glücklicherweise nicht eingetreten ist. Wir, die Schweiz, vernichten jedes Jahr für Millionen von Franken Munition, die angeschafft wurde für einen kriegerischen Einsatz, der nie eingetroffen ist und Spezialisten auch nicht davon ausgehen, dass der sobald eintrifft. Nicht zu reden von all den anderen Kriegsgütern die jährlich zerschrottet werden. Wenn du also das eine kritisierst, dann musst du auch das andere kritisieren. Sonst bist du inkonsequent.

Genau

Kempi
schrieb am 27.05.2020 09:56
Lieber Fred. Du bringst es auf den Punkt, da gibt es gar nichts mehr anzufügen! Damit ist eigentlich alles gesagt. Allerdings wird auch dies den Besserwisserbühler nicht von seinen Ergüssen abhalten.

Werdegang

Fred
schrieb am 27.05.2020 09:11
Bühler, da sie sich in allen Belangen besser auskennen als die Spezialisten, würde mich mal ihr eigener Werdegang interessieren. Wie haben sie ihr breites Wissen erworben, wie haben sie ihre enorme Intelligenz im Leben angewendet? Schreiben sie ein Buch, die ganze Welt wartet auf ihre Weisheiten! Zeigen sie uns den Weg zur Erleuchtung, Zum Entdecken von Google und dubiosen Quellen für Zitate hats immerhin gereicht, gratuliere.

Kritischer Journalismus?

Ueli Bühler
schrieb am 27.05.2020 07:52
Nein diese Zeitung ist wohl nicht das seriöseste Blatt auf der Zeitunglandkarte. Aber Dr. Drosten hat vergessen, wie die Wirkung von so einer Schlagzeile in der Öffentlichkeit wirkt. Der Schaden ist dann schon Angerichtet. Wie in dieser Pandemie übrigens auch. Hier ein paar Auszüge des Werdegangs des Virologen aus der Vergangenheit Eine Schlagzeile aus der Seite Des Bundesministeriums für Forschung und Bildung: "Als Erreger einer schweren Atemwegsinfektion, die bis zu zehn Prozent aller Infizierten töten, waren diese Viren bis dahin noch nicht in Erscheinung getreten", erklärt Prof. Dr. Christian Drosten vom Institut für Virologie am Universitätsklinikum Bonn. Diese Schlagzeile machte in der AZ Schlagzeilen:
Ende dieses Jahres wird der Bund die letzten 3,4 Millionen Dosen des nicht benötigten Impfstoffs gegen die Schweinegrippe zerstören. Damit hat die Schweiz gesamthaft Impfstoffe im Wert von 56,4 Millionen Franken vernichtet. Dieser Impfstoff wurde nicht zuletzt wegen des oben genannten Virologen Entwickelt Notabene für viele Milliarden Dollar. Auch sollte genau so ein Spezialist eigentlich Wissen: Nur eine Belegbare Studie ist in der Wissenschaft etwas das Hand und Fuss hat. Alles andere ist reine Spekulation. Zudem ist in vielen Ländern schon durch eine genaue Überprüfung nachgewiesen worden, was die Übertragung des Virus von Kindern zu Erwachsenen betrifft. Keine Ansteckung bekannt! Die Glaubwürdigkeit von diesem Virologen ist, sagen wir mal, sehr vorbelastet, was seine Glaubwürdigkeit angeht. Bitte erst nachlesen bevor Antworten!
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