Premiere: BAG meldet einstellige Zahl neuer Corona-Fälle – so sieht die Infektionskurve aus

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Auch wenn weiterhin fleissig getestet wird: Die Coronavirus-Infektionen in der Schweiz gehen stetig zurück. © Keystone
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Nachdem die Coronavirus-Zahlen während der letzten Tage und Wochen fast konstant gesunken sind, befinden sie sich nun zum ersten Mal seit Ende Februar wieder unter der psychologisch wichtigen Marke von 10 Infektionen pro Tag: Rund 9 Ansteckungen gab es seit gestern, wie das BAG mitteilt. Da wegen der Feiertage weniger getestet wird, dürften die Infektionen während der kommenden Tage jedoch wieder ansteigen.

Dass die täglichen Neuansteckungen mittlerweile so tief sind, ist wohl auf die umfangreichen Corona-Beschränkungen zurückzuführen, die am 16. März verhängt wurden. Die Infektionskurve der durch das BAG gemeldeten Fälle zeigt deutlich, dass die Infektionen bis etwa 10 Tage nach Verhängung des Lockdowns weiterhin drastisch anstiegen – mit teilweise weit über 1000 Infektionen pro Tag.

Erst gegen Ende März erholten sich die Zahlen langsam und bewegten sich zuerst auf hohem Niveau nach unten. Gegen Ende April wurden dann zum ersten Mal wieder weniger als 100 Fälle vermeldet. Seit dann bewegten sich die täglichen Neuinfektionen jeweils im zweistelligen Bereich – bis jetzt am 1. Juni 2020.

Weiterhin um die 40 Personen auf Intensivstation

Dies alles trotz der bisher drei Lockerungsschritte, welche der Bund für den 27. April sowie 11. und 30. Mai beschlossen hat. Befürchtungen zufolge hätte man davon ausgehen müssen, dass die Zahlen nach den Lockerungen wieder ansteigen würden. Bis anhin hat sich dies jedoch noch nicht bestätigt. Auch weil es jeweils ca. 10 bis 14 Tage dauert, um eine klare Trendwende festzustellen.

Ein leicht verzögerter aber ähnlicher Verlauf lässt sich auch bei den täglichen Hospitalisierungen feststellen, welche deutlich langsamer anstiegen als die Infektionen und etwa zwei Wochen nach Verhängung des Lockdowns drastisch zu sinken begannen.

 

Heute bewegen sich die Hospitalisierungszahlen im ein bis zweistelligen Bereich, abhängig davon, in welchem Rhythmus sie vom BAG erhoben werden. Nebst der Hospitalisationen haben sich am 29. Mai (letzte aktuelle Zahlen) noch 43 Personen auf der Intensivstation befunden.

BAG und Kantone mit unterschiedlichen Todeszahlen

Mit nochmals deutlicher Verzögerung hat sich die Kurve der täglichen Todesfälle bewegt. Während die erste Coronavirus-Infektion Ende Februar vermeldet wurde, beginnt die Kurve der Todesfälle mit gut 10 Tagen «Verspätung» am 8. März zu steigen und erreicht ihren Höhepunkt gegen Anfang April.

Auffällig dabei ist, dass die Kurve der Todesfälle zu Beginn weitaus langsamer abflacht als die Zahlen der Hospitalisationen. Dies weil die Krankheit nach der Einlieferung ins Spital einige Tage braucht, um einen schweren Verlauf zu entwickeln, was – gerade bei Risikopatienten – oft zum Tod geführt hat.

Die vom BAG gemeldeten Todesfälle, mit der auch diese Grafik aufgebaut wurde, bilden die Realität jedoch nur mit Verzögerung ab, da die Todesfälle höher sind als vom BAG angegeben. Per 1. Juni meldet das BAG rund 1657 Todesfälle. Die einzelnen Kantone bestätigen zusammengerechnet jedoch bereits 1920 Todesfälle. Das BAG begründet die Verzögerung damit, dass es jeweils einige Tage dauere, bis jeder Kanton die Todesfälle an den Bund meldet.

Ihr Eintrag wird nach einer Überprüfung online gestellt.

Der Zweitletzte

Fred
schrieb am 02.06.2020 15:30
Hallo? Selbstverständlich lesen wir nach wie vor Uelis hochinteressanten Beiträge und nehmen diese sehr ernst! Allerdings verstehe ich nicht ganz, warum Ueli dem BAG Fragen stellt. Umgekehrt muss es sein, das BAG könnte von Ueli viel lernen. Nicht so bescheiden Ueli, und danke für deine überaus wertvollen Beiträge!

Entschuldigung

B. Hofer
schrieb am 02.06.2020 14:51
Herr Bühler
Ich hatte soeben ein längeres Gespräch mit Daniel Koch, BAG Chef a.D. und habe ihn darauf angesprochen, wieso er Ihnen eigentlich noch keine Antwort gegeben hat. Und jetzt Achtung: Er wusste von nichts! Der Name Ueli Bühler war ihm fremd! Ist es möglich Herr Bühler, dass Sie evtl. eine falsche Telefonnummer gewählt haben - oder haben Sie ihn vielleicht auf eine defekte E-Mail-Adresse angeschrieben? Der langen Rede kurzer Sinn: er entschuldige sich bei Ihnen und werde sich - noch vor der zweiten Welle - bei Ihnen melden. Ist das ok so für Sie?
P.S. Irgendwie habe ich das Gefühl, ich bin der Letzte (der Ihre Kommentar noch ernst nimmt!).

Lock Down.

Ueli Bühler
schrieb am 02.06.2020 12:49
Lockdown. Zu Deutsch=Ausgangsperre! Diese hatten wir nie! Wir hatten einen Shutdown= Herunterfahren der Wirtschaft. Im Endeffekt spielt es aber keine Rolle. Virologen sagen heute, als dieser kam war es schon abzusehen, dass die Spitze der Ansteckungen bereits zu ahnen war! Die Schulschliessungen waren das kontraproduktivste was man machen konnte. Da die Jungen die Krankheit mit meistens leichten Symptomen, überstehen würden. Es wird immer wieder von Grenzschliessungen gesprochen. Wo um alles in der Welt kommen diese Meinungen nur her? Ich habe schon mehrere Anfragen diesbezüglich an das BAG gestellt. Wie kann von Grenzschliessungen die Rede sein? Obwohl Tag für Tag Grenzgänger in die Schweiz kommen und am Abend wieder nach Hause fahren. Interessanter Weise ist genau in den Regionen die betroffen sind , die Infektionszahlen am höchsten in der Schweiz. Antwort habe ich bis jetzt noch keine bekommen.
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