Regionale Sportler in den Startlöchern und voller Tatendrang

Schweizer-Meisterschafts-Turniere wird es für die Seilzieher (hier die Ebersecker) in diesem Jahr keine geben. (Bild: Pascal Kamber)
Die Zofinger Aktivschwinger nutzten den Vitaparcours für ihr Konditionstraining. (Bild: zvg)

Veranstaltungen mit bis zu 300 Personen, spontane Versammlungen von maximal 30 Personen und ein Trainingsbetrieb ohne eingeschränkte Gruppengrösse: Die Lockerungen, die der Bundesrat vor einer Woche verkündete, haben bei den Amateursportlerinnen und -sportlern und Vereinen für Erleichterung gesorgt. Was aber bedeuten die Massnahmen im Detail für die Betroffenen? Diese Zeitung hat bei ausgewählten Vereinen aus der Region nachgefragt.

Schwingen
Schwingen ist ein Einzelsport. Trotzdem fehlte den Kurzholzathleten in den letzten Wochen und Monaten das gemeinsame Training. Um wenigstens etwas die Kameradschaft zu pflegen (unter Einhaltung der Covid-19- Restriktionen) nutzten die Zofinger Aktivschwinger etwa den heimischen Vitaparcours. So konnte immerhin zusammen an der Kondition gearbeitet werden. Unter Einhaltung des Schutzkonzepts beginnt nächste Woche das «normale» Training wieder. «Ab dem 6. Juni ist das Trainieren im Sägemehl bis maximal 30 Personen wieder erlaubt», schreibt der Verband. Das freut selbstredend auch die Schwinger des SK Zofingen und Umgebung. Doch es ist in mehrfacher Hinsicht Vorsicht geboten: «Bedenkt der Körper muss sich wieder ans Schwingen gewöhnen. Lust und Euphorie sind sicherlich vorhanden, dies ist am Anfang zu kontrollieren. Es gilt sich weiterhin unbedingt an die BAG-Richtlinien zu halten.»

Einen Monat später, also ab 6. Juli, dürften laut Mitteilung des Aargauischen Verbands (AKSV) auch wieder Schwingfeste ausgetragen werden. In der aktuellen Agenda findet man das erste Fest aber erst Anfang September. «Ich bin der Meinung, dass man es für dieses Jahr ganz sein lassen sollte», erklärt Hans-Ulrich Schär, Medienverantwortlicher des SK Zofingen, «auch wenn es wieder erlaubt ist, sollten wir die besonderen Umstände einfach akzeptieren.»

Seilziehen
«Seit etwa drei Wochen trainieren wir wieder», erklärt Pirmin Steinmann, Pressechef des Seilziehclubs Ebersecken, «natürlich mit genügend Abstand und nicht auf dem eigentlichen Trainingsfeld.» Sämtliche Schweizer-Meisterschafts-Termine wurden für dieses Jahr abgesagt. Dennoch hoffen die Seilzieher, dass sie sich 2020 noch miteinander messen können. «Es steht zur Diskussion, im September und Oktober eventuell das eine oder andere Offen-Turnier durchzuführen», sagt Pirmin Steinmann. Am Samstag tagt der Verband per Videokonferenz ein nächstes Mal. Vorderhand gehe es trotz Ungewissheit einmal darum, sich wieder ans Seil zu gewöhnen. «Ab nächster Woche werden die Trainingsgruppen auch bei uns wieder grösser», so Pirmin Steinmann.

Faustball
«Da Faustball ohne Körperkontakt gespielt wird und fünf Personen auf 500 Quadratmeter genügend Abstand voneinander haben, gehen wir davon aus, dass es auch in diesem besonderen Jahr noch eine einigermassen vernünftige Meisterschaft geben wird», sagt Max Meili von Swiss Faustball. Ein entsprechender Entscheid soll in den nächsten Tagen gefällt werden.

Inlinehockey
Soll die Saison im Juni beginnen? Oder erst im August? Oder sogar ganz abgesagt werden? «Es stehen viele Fragezeichen im Raum, die noch geklärt werden müssen», sagt Ivan Zietala, Spieler und Vorstandsmitglied des IHC Rothrist. An der ausserordentlichen, virtuell geführten Generalversammlung des Schweizerischen Inlinehockeyverbands (SIHV) wurden letzte Woche verschiedene Szenarien besprochen, ein konkreter Entscheid soll aber erst an der nächsten GV Mitte Juni fallen. Bis dahin trifft sich die Verbandsspitze wegen des Schutzkonzepts mit Swiss Olympic, während Vereine wie der IHC Rothrist ihre Spieldaten abliefern und bei der Gemeinde abklären, ob sie die zur Schulanlage gehörenden Garderoben benutzen dürfen.

Solange keine Klarheit herrscht, trainiert der IHCR weiterhin freiwillig auf Basis der am 11. Mai erlassenen Lockerungen in Fünfergruppen. «Grundsätzlich sind wir wenn immer möglich dafür, dass unsere Spieler ihre Leidenschaft ausüben können», sagt Ivan Zietala, «für uns müssen die Rahmenbedingungen aber stimmen und der Entscheid des Verbands Sinn machen.»

Basketball
Aufbauend auf dem neuen Rahmenschutzkonzept des Bundesamts für Sport aktualisieren die Sportverbände ihre Schutzkonzepte. Danach stehen die Vereine in der Pflicht, darzulegen, wie sie das für ihre Sportart geltende Schutzkonzept umsetzen wollen. Danach erhofft man sich beim BC Olten-Zofingen eine baldige Rückkehr in die Turnhalle. «Ein Training in Kleingruppen wäre für uns seit dem 11. Mai möglich gewesen, weil aber weder Pässe noch Körperkontakt erlaubt waren und jede Spielerin nur ihren eigenen Ball berühren durfte, verzichteten einige Teams auf diese Option», sagt Tania Lienhard, Trainerin der dritten BCOZ-Frauenequipe.

Der Nachwuchs profitierte  aber von den speziellen Umständen: Weil andere Vereine auf ihre Trainings verzichteten, konnten die Kleinsten mit ihrer Trainerin Cindy Hugener die gesamte Dreifach-Turnhalle benutzen. «Für die Kids war das eine tolle Sache, so hatten alle ihren eigenen Korb», erzählt Lienhard. Sollten die zuständigen Instanzen morgen Donnerstag ihren Segen für «normale» Trainings geben, würden beim BCOZ die Vorbereitungen für die Saison 2020/21 so richtig beginnen. «Momentan ist noch unklar, wann die Meisterschaft startet», sagt Lienhard, «wir bereiten uns aber wie üblich vor und nehmen die Situation so, wie sie ist.»

Karate
Womöglich ein letztes Mal ist von den Mitgliedern des Karateclub Strengelbach Geduld gefragt. Nachdem der Klub das vom Verband übernommene Schutzkonzept bei der Gemeinde eingereicht hat, wartet man nun auf den positiven Bescheid. Die vergangenen Wochen haben die Strengelbacher Karatekas mit Onlinetrainings überbrückt. «Damit sie nicht alles Gelernte vergessen», erklärt Lehrerin Dolores Emmenegger-Jaros schmunzelnd. Von der befreundeten Karateschule Kriens durfte sie den Trainingsraum und die darin installierte Kamera benutzen, was gewöhnungsbedürftig war. «Für mich als Trainerin war es sehr speziell, alleine im Raum zu stehen», sagt Emmenegger-Jaros. Der Aufwand hat sich aber gelohnt, meist waren bis zu 15 Kameras bei den Einheiten zugeschalten.

Trotzdem wünscht sich auch der KC Strengelbach eine baldige Rückkehr in den Alltag. «Die Mitglieder plangen drauf, wieder von Angesicht zu Angesicht zu trainieren», sagt Emmenegger-Jaros. Weil sämtliche Frühlingswettkämpfe abgesagt oder verschoben worden sind, richtet sich der Fokus bereits auf den Herbst. «Dieser könnte im Vergleich zu früheren Jahren etwas intensiver werden», meint Emmenegger-Jaros.

Velotrial
Keine weitere Zeit verstreichen lassen wird der Radfahrerverein Vordemwald (RVV). Am nächsten Montag bestreiten die Athletinnen und Athleten unter der Leitung der früheren Velotrial-Weltmeisterin Karin Moor wieder Trainings in grösseren Gruppen. «Wir kehren auf gewohntes Gebiet zurück», freut sich die Vordemwalderin. Bereits am 11. Mai hat der RVV den Trainingsbetrieb wieder aufgenommen, seither aber in Fünfergruppen gearbeitet. «Wir haben das von Swiss Cycling erarbeitete Schutzkonzept übernommen und uns daran gehalten», sagt Moor. Ganz ohne Massnahmen geht es aber auch ab kommenden Montag nicht, weshalb beispielsweise weiterhin Desinfektionsmittel auf dem Trainingsgelände vorhanden sein wird.

Weil bis Ende August alle internationalen und nationalen Events wegen der Corona-Pandemie abgesagt wurden, steht jetzt primär das Training im Vordergrund. Frühestens im Herbst könnten sich die Athletinnen und Athleten wettkampfmässig wieder messen. «Vier Swiss-Cup-Läufe stehen noch auf dem Programm», sagt Karin Moor, fügt aber hinzu: «Ob die Wettkämpfe dann definitiv stattfinden, ist derzeit noch offen.»

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