Im Notfall sollen 230 Aslysuchende unterkommen – Unsicherheit im Quartier ist gross

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Die Asylunterkunft befindet sich hinter diesem Spielplatz. © jam

Noch ist es ruhig in und vor den grossen militärischen Hallen an der Ländistrasse in Brugg. Der Vorplatz ist verwaist. Ein Militärlastwagen fährt an diesem Mittwochnachmittag mit einem Boot auf dem Anhänger vorbei. Seit einem Tag ist offiziell bekannt, dass der Bund in den Militärhallen bis Anfang Juli ein Bundeszentrum vorbereitet. Maximal 230 Asylsuchende könnten dann hier einziehen, falls der Platz in anderen Asylunterkünften zu knapp ist, um die Abstand- und Hygienevorschriften zum Schutz vor dem Coronavirus zu gewährleisten.

Diese Neuigkeiten sorgen bei den Anwohnern für Unsicherheit, teilweise für grossen Unmut. Sämtliche Gesprächspartner wollen in diesem Artikel nicht namentlich erwähnt werden. «Wenn die kommen, ist es fertig mit der Ruhe im Quartier», meint ein Senior, der gerade die Sonne in seinem gepflegten Garten geniesst. Er macht sich Sorgen, dass sich die Asylsuchenden nicht den hiesigen Gepflogenheiten anpassen können oder für Lärm und Krawalle sorgen. «Wir geben Milliarden von Franken aus für solche Menschen und die wissen es nicht einmal zu schätzen», enerviert er sich. Die Asylsuchenden müssten nicht einmal etwas für das Geld tun. Von der Stadt und vom Bund erwartet er, dass für Ruhe und Ordnung gesorgt wird.

Frau fordert eine Anlaufstelle für Anwohner

Ein paar Meter weiter giesst eine Frau die Blumen vor dem Haus. Sie verlangt, dass eine Anlaufstelle eingerichtet wird, an die sich die Anwohner wenden können, sollte es zu Problemen mit den Asylsuchenden kommen. Sie meint aber auch, dass es sehr wohl zu positiven Begegnungen kommen könne mit diesen Menschen. «Allerdings habe ich mich ob der hohen Zahl schon erschrocken», sagt die Anwohnerin.

Unglücklich findet sie, dass noch nicht kommuniziert wurde, ob in den Militärhallen nur alleinstehende Männer untergebracht werden oder auch Familien und wie diese überhaupt betreut werden. «Fürs Klima wäre es sicher besser, wenn auch Familien einziehen würden», sagt sie. Wenig begeistert von den Plänen des Bundes sind auch einige Bewohner der Wohnbaugenossenschaft Am Rain gleich hinter den militärischen Hallen.

«Vielleicht läuft ja auch alles gut»

Ein gebürtiger Serbe bepflanzt gerade die Blumenkästen beim Gemeinschaftsplatz. «Wir sind überrascht und enttäuscht», sagt er. «Die Unsicherheit, was da auf uns zukommt, ist sehr gross.» Er kenne die Zustände mit Asylsuchenden in seinem Heimatland, befürchtet, dass es in Brugg zu gleichen Problemen kommt und die Polizei machtlos dagegen ist.

«Ich mache mir Sorgen, dass sich vielleicht IS-Kämpfer unter den Asylsuchenden befinden», sagt der Mann und hält mit der Gartenarbeit inne. «Ich hoffe, dass es zu keinen Problemen hier auf dem Spielplatz kommt.» Dann wägt er ab und sagt: «Aber vielleicht läuft ja auch alles gut.»

Ein paar Häuser weiter ist eine Seniorin daran, die Wäsche aufzuhängen. Sie kann nachvollziehen, dass man bei Platznot zur Problemlösung beiträgt. «Wichtig erscheint mir, dass das Asylzentrum wirklich nur im Notfall und für einen begrenzten Zeitraum in Betrieb genommen wird.» Denn eine so grosse Anlage gleich neben einem beliebten Naherholungsgebiet sei überhaupt nicht ideal. Wäre sie noch jünger, würde sie abends sicher nie mehr über das romantische Brückchen zum Geissenschachen gehen, wenn so viele Asylbewerber in der Nachbarschaft lebten, hält die Frau fest.

Noch nichts gehört vom Vorhaben des Bundes hat eine Frau mit syrischen Wurzeln, die seit wenigen Monaten wieder in Brugg lebt und sich an diesem Nachmittag einen Spaziergang auf der Aufeldstrasse gönnt. Sie begrüsst es, wenn man Flüchtlingen und Asylbewerbern würdige Unterkünfte zu Verfügung stellt. Ansonsten neigten sie eher dazu, kriminell zu werden.

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