Wird der 21-jährige Wikoner Skandar Khan bald Luzerner Stadtrat?

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«Politisiert hat mich die SVP», sagt der Juso-Stadtratskandidat Skandar Khan. Bild: Ronnie Zumbühl

In zwei Wochen könnte sich Skandar Khans Leben abrupt ändern. Wenn der Kandidat der Jungsozialisten (Juso) als Stadtrat gewählt würde, müsste der 21-jährige Berufsmaturand ab September ein Departement mit rund hundert Mitarbeitenden führen. Er würde die Wahl annehmen. «Aber ich müsste sicherlich zweimal leer schlucken, wenn dieser Fall eintreten würde», sagt Khan und lacht. Die Wahrscheinlichkeit dafür ist gering. Die Kandidatur Khans für den zweiten Wahlgang am 28.Juni ist wohl eher Taktik der Linken. Schliesslich gibt es noch zwei Vakanzen im Fünfergremium und die SP-Kandidatin Judith Dörflinger lag nur knapp hinter den Bisherigen Franziska Bitzi Staub (CVP) und Manuela Jost (GLP), die die Wiederwahl nicht auf Anhieb schafften.

Er zog letzten Sommer von Wikon nach Luzern

Dennoch erzielte Skandar Khan im ersten Wahlgang Ende März ein sehr gutes Resultat mit 7308 Stimmen, also knapp 1500 hinter Dörflinger. Und er platzierte sich damit noch vor Silvio Bonzanigo, der für die SVP antrat. «Das gute Resultat hat mich schon überrascht», sagt Khan, «gerade weil ich erst letzten Sommer von Wikon nach Luzern gezogen bin.» Er verdanke die vielen Stimmen grundsätzlich der Unterstützung durch die SP und die Grünen, den grössten Parteien der Stadt. «Und ich merkte auch, dass ich mit meinen Anliegen in der Stadt viel schneller in die Mitte der Gesellschaft komme als auf dem Land.» Seine Themen sind in erster Linie: günstiger Wohnraum, Jugendkultur und Tourismus. «Ich sehe auch die
Bereitschaft der Luzerner Bevölkerung, junge Leute zu unterstützen.» Auch Jona Studhalter (Junge Grüne) erzielte mit 7545 Stimmen ein sehr gutes Resultat.

Skandar Khan ist in Wikon mit Mutter und Schwester aufgewachsen. Sein Vater, der aus Pakistan kam, ist früh verstorben. Politisiert habe ihn die SVP durch ihre fremdenfeindlichen Vorstösse wie der Masseneinwanderungsinitiative. «Ich spürte, wie sich eine starke Abneigung gegen Menschen mit anderer Herkunft, insbesondere gegen Asylsuchende breitmachte. Ich will mich für eine solidarische Gesellschaft ohne Fremdenangst einsetzen.»

In Wikon fehlten teilweise Gestaltungsmöglichkeiten

Skandar Khan begann sich in der SP Wikon zu engagieren, wo auch seine Mutter Mitglied war. Die SP in Wikon sei wie eine kleine Familie, sagt Khan. Für kleine SP-Sektionen sind junge Menschen wie er ein Hoffnungsschimmer. «Natürlich hätte man es begrüsst, wenn ich weiterhin auf dem Land politisieren würde.» Doch zog es ihn, wie viele junge Leute, in die Stadt. Vor drei Jahren trat er bereits den Jungsozialisten bei, worauf er sich politisch vermehrt in der Stadt und im Kanton Luzern einsetzte. Er fing Feuer, beispielsweise wegen der Inseli-Initiative der Juso, der die städtische Bevölkerung knapp zustimmte. Der Park hinter dem Bahnhof wird somit neu gestaltet, die Carparkplätze verschwinden. In Wikon fehlten ihm teilweise die Gestaltungsmöglichkeiten.

«Das Projekt Spychermatte war ziemlich das grösste in den letzten Jahren. Sonst geht es vor allem um Finanzfragen: Wie kommt man durch mit dem Budget? Kann man den Spielplatz sanieren?» Zudem sei man als Gemeinderat Ansprechperson für ein ganzes Dorf. Man müsse sich vor einer Gemeindeversammlung verantworten und nicht vor einem Parlament, in dem die politischen Anliegen gebündelt werden. Deshalb gebe es in Dörfern auch mehr persönliche Anfeindungen gegen Mitglieder des Gemeinderats, sagt Khan. In der Stadt könne man sich noch auf eine Fraktion abstützen.

Politisiert habe ihn auch seine Lehre als Hochbauzeichner. «In meiner Lehrzeit bekam ich einen breiten Einblick in die Immobilienbranche. Ich sehe immer wieder, dass ein Wohnblock ausgeräumt und leicht saniert wird, und die Mieten dann extrem steigen. Diese Profitmaximierung ist unhaltbar.» Das Thema Wohnbau wird Khan weiterhin beschäftigen. Wenn es mit der Stadtratskandidatur nicht klappen sollte, so plant er demnächst immerhin ein Architektur-Studium in Horw zu beginnen.

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