Keine Schonfrist mehr: «Maskenmuffeln» droht in Deutschland eine Busse

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Wie hier in Bad Säckingen weisen Schilder auf die Maskenpflicht hin (Hans Christof Wagner)

In mehreren grenznahen deutschen Gemeinden hatten sich vergangene Woche Beschwerden über Schweizer Einkaufstouristen gehäuft. Einige unter ihnen hätten sich nicht an die beim Einkaufen geltende Maskenpflicht gehalten, so der Vorwurf. Der Bürgermeister von Lauchringen bei Waldshut setzte gar einen Brandbrief auf. Er appellierte an den örtlichen Handel, auf die Einhaltung der Vorschriften ein Auge zu haben. Sprach von «sich mehr und mehr aufheizender Stimmung». Brachte die Kritik vor, dass den Schweizern der Regelverstoss nachgesehen werde – aus Angst, diese zu vergraulen.

In Bad Säckingen, der beliebten Einkaufsstadt auf der Höhe des mittleren Fricktals, ist Bürgermeister Alexander Guhl zwar noch nicht aktiv geworden. Doch auch dort sind Schweizer Einkaufstouristen, die sich nicht an die Maskenpflicht halten, ein Thema – zumindest im Ordnungsamt der Stadt. Dies bestätigt Leiterin Muriel Schwerdtner. «Die ersten Tage nach der Grenzöffnung haben wir noch ein Auge zugedrückt, weil wir davon ausgingen, dass die Pflicht zum Maskentragen in der Schweiz womöglich nicht gleich bekannt war», sagt sie. Aber jetzt gebe es keine Schonfrist mehr. Jetzt sei der personell eigens aufgestockte Gemeindevollzugsdienst dabei, die Einhaltung zu überwachen. Eine Befreiung davon ist nur mit ärztlichem Attest möglich, berichtet sie.

Bis zu 30 Euro Busse

Wie oft schon Kunden wegen Missachtung gebüsst worden sind, will sie nicht verraten. Aber es sei schon vorgekommen, auch bei Schweizern. Wobei die Deutschen nicht gleich schweres Geschütz auffahren. Schwerdtner: «Beim ersten Mal bleibt es meist nur bei einer mündlichen Verwarnung.» Doch weil zusätzlich die Personalien aufgenommen werden, könne man im Wiederholungsfall eine Busse verhängen. Diese beläuft sich auf bis zu 30 Euro. Zusätzlich könne der Markt Hausverbote aussprechen. Doch Schwerdtner relativiert auch: «Verstösse seitens Schweizern gibt es, aber es sind auch Deutsche unter den Maskenmuffeln.» Und: «Wir wollen nicht auf Konfrontation gehen.»

Den Eindruck, der Einkauf im grenznahen Gebiet sei seit dem Ende des Lockdown konfliktbeladen, wollen auch die Einzelhändler vor Ort zerstreuen. «Wir hatten bis jetzt absolut keine Probleme» sagt etwa Rainer Weber, Leiter des E-Centers in Laufenburg/Baden. Die meisten Schweizer kämen schon mit Maske. «Und wer keine hat, dem schenken wir auch eine, zumindest für den einmaligen Gebrauch.» Sicher mache «mal der eine oder andere blöd». Doch bisher sei es noch zu keinem handfesten Streit gekommen. Auch nicht am Wochenende, dem ersten seit der Grenzöffnung, das Weber als positiv erlebt hat.

«Wollen niemanden bevormunden»

«Gegebenenfalls mit Nachdruck» appelliert der Rewe-Konzern laut Mediensprecher Thomas Bonrath auf das Tragen von Mund-Nasen-Schutz in den jeweiligen Filialen. «Im Rewe-Markt in Bad Säckingen gibt es keine Probleme diesbezüglich, auch nicht mit Kunden aus der Schweiz.» So tönt es auch von Seiten von Kaufland, mit Filialen in Bad Säckingen und Rheinfelden präsent. «Grosses Verständnis» für die Massnahme hätten die Schweizer Kunden, so Unternehmenssprecherin Annegret Adam. «Kunden, die keinen Mundschutz tragen, weisen wir auf die Verordnung hin – freundlich.» Es sei eben eine «Gratwanderung: «Auf der einen Seite wollen wir niemanden bevormunden, auf der anderen Seite sollen sich alle Kunden bei uns sicher fühlen,» so Adam.

Aber ist die vom Handel behauptete Harmonie tatsächlich Wirklichkeit? Hinter vorgehaltener Hand zeichnet so mancher deutsche Marktkunde in Bad Säckingen ein anderes Bild. Und die Lage könnte sich bald zuspitzen. E-Center-Marktleiter Weber: «Diese Woche ist Zahltag. Und danach ist erfahrungsgemäss immer am meisten los.»

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