Die Gemeinde Wikon will CEO-Modell einführen

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Wikons Gemeindeschreiberin Martina Winiger (links) wäre prädestiniert für den Posten der Geschäftsführerin und arbeitet bereits jetzt eng mit der Gemeindepräsidentin Michaela Tschuor (r.) zusammen.Bild: Marc Benedetti

Ein CEO respektive Geschäftsführer soll die Gemeindeverwaltung Wikons künftig leiten. Die Gemeinderäte und -rätinnen würden damit von den operativen Geschäften entlastet. Doch von vorne: Der Gemeinderat Wikon habe sich in den vergangenen Monaten mit den Führungsstrukturen der Gemeinde befasst, teilte er mit. Er möchte aufs Jahr 2021 das sogenannte CEO-Modell einführen, auf Deutsch spricht man auch vom Geschäftsführermodell. Die Wikoner Stimmbevölkerung wird am 29. November darüber befinden können. Die SVP Reiden fordert übrigens dasselbe Modell für die Nachbargemeinde.

Der Hintergrund: Die Firma BDO hatte im März 2019 die Situation der Gemeinde gesamtheitlich analysiert (wir berichteten letzten Herbst). Laut der Expertise sind nach den bereits erfolgten Schritten zur Bewältigung der Krise in Wikon gleichzeitig auch die Führungsinstrumente zu überarbeiten.

Ressortverantwortung soll bestehen bleiben

Dem Gemeinderat standen verschiedene Gemeindeführungsmodelle zur Auswahl. «Der Gemeinderat Wikon spricht sich einheitlich für das CEO-Modell aus», heisst es in der Mitteilung weiter. Bei der Ausgestaltung des Modelles sei der Gemeinderat relativ frei. Er setze sich dafür ein, dass die einzelnen Gemeinderäte nach wie vor für ein bestimmtes Ressort verantwortlich seien und dieses strategisch – aber nicht mehr operativ – betreuten.

Gemeindepräsidentin Michaela Tschuor sagt auf Anfrage, der Hauptgrund für die Wahl des Geschäftsführermodells sei seine «Miliztauglichkeit». Also seine Eignung für Gemeinden, deren Exekutive nebenamtlich tätig ist, was in den meisten Luzerner Gemeinden der Fall ist. Mit dem CEO-Modell könnten die Gemeinderatspensen eher kleiner ausgestaltet werden, was das Modell besonders miliztauglich mache. «Der Gemeinderat möchte, dass auch Führungspersonen aus der Privatwirtschaft die zeitlichen Ressourcen für ein Gemeinderatsmandat finden», sagt die Gemeindepräsidentin. 

Zudem gehe es um die klarere Trennung von strategischen und operativen Entscheiden. «Die Fachexperten sollten für die Verwaltung verantwortlich sein. Der Gemeinderat sollte politisch aktiv sein können und den Kontakt mit der Bevölkerung pflegen.» Seit ihrem Amtsantritt 2012, als frühere Sozialvorsteherin, sei dies schwierig gewesen, weil die Gemeinderäte sehr stark in die Verwaltung involviert waren.

Für die Personalführung ist im CEO-Modell einheitlich die Geschäftsführung zuständig, welche durch die Abteilungsleitenden unterstützt wird. Die Gemeinderäte sollen sich durch diese Entlastung auf die strategische Führung der Gemeinde und auf die politische Arbeit konzentrieren können. «Ich werde als Gemeindepräsidentin beispielsweise nicht mehr dafür zuständig sein, Lernende anzustellen», sagt Michaela Tschuor.

Gemeindeschreiberin motiviert für die Aufgabe

Und wer würde der neue CEO von Wikon? «In kleinen Gemeinden hat sich gezeigt, dass es Sinn macht, dass die Funktion des Geschäftsführers durch den Gemeindeschreiber ausgeübt wird», erklärt Tschuor. Wikon hat bekanntlich eine Gemeindeschreiberin, Martina Winiger. Sie wäre laut Tschuor bereit, diese Aufgabe zu übernehmen. Das Gemeindeführungsmodell werde aber «nicht um ihre Person herum gebaut», sondern soll für die Zukunft gelten. 

Für den Modellwechsel vom heutigen operativen Modell zum CEO-Modell ist eine Anpassung der Gemeindeordnung (GO) notwendig. Die Stimmbevölkerung soll am 29. November über die geänderte GO abstimmen können. Vorgängig wird eine öffentliche Informationsveranstaltung stattfinden. Deren Datum steht noch nicht fest.

Im Verlauf des Sommers werden die Ortsparteien, die Kommissionen und die Korporationsgemeinde im Sinne einer «Echogruppe» bereits in den Prozess eingebunden. Laut Tschuor haben sich der Gemeinderat und die Gruppe am 24. Juni ein erstes Mal getroffen. Vertreter von CVP, SP und SVP waren anwesend, die FDP war ferienhalber nicht vertreten. «Wir haben noch keine definitive Rückmeldung der Parteien erhalten», sagt die Gemeindepräsidentin. Diese hätten jetzt Zeit, «die Infos zu verdauen». Bis 18. August werden Gemeinderat und Verwaltung ein Dokument dazu verfassen, das dann in die Vernehmlassung geht. «Selbstverständlich ist der Gemeinderat interessiert an Rückmeldungen aus der Bevölkerung», sagt Michaela Tschuor. 

Laut der Gemeindepräsidentin müssten viele Gemeinden, die auf das CEO-Modell umstellten, zuerst Abteilungen in der Verwaltung bilden. «Das kostet Geld.» Diese Hausaufgaben hat Wikon bereits gemacht und in letzter Zeit eine Finanz- und eine Bauabteilung mit klaren Kompetenzen aufgebaut.

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