«Gautschete»: Traditionelles Bad zum Ende der Lehrzeit - VIDEO

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Im «Gautschwägeli» werden die Gäutschlinge zu einem Brunnen oder Wasserbecken gebracht. Bilder: Remo Wyss
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Das Bad soll die Sünden der Lehrzeit abwaschen und die Lehrlinge in ihren Berufsstand erheben.
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Gautschmeister Thomas Boettger mit den Gäutschlingen (v.l): Fabian Obrist, Nicole Hofer, Jan Wehrli und Fabienne Stöckli.

Nichts ahnend kamen Nicole Hofer, Fabian Obrist, Fabienne Stöckli und Jan Wehrli am Montag zur Arbeit. Obwohl, nichts ahnend wäre wohl falsch. Denn die drei Polygrafen und der Drucktechnologe der ZT Medien AG stehen am Ende ihrer Lehrzeit. Sie wissen – die «Gautschete» steht bevor. Nur wann genau wissen sie nicht. Bei dem Ritual, das auf das 16. Jahrhundert zurückgeht, werden die Lehrabgänger der Druckbranche auf einen nassen Schwamm gesetzt und anschliessend in ein Behältnis mit Wasser – wie etwa einen Brunnen – geworfen. 

Von den Sünden der Lehrzeit reingewaschen

Zuvor werden die Gäutschlinge an ihrem Arbeitsplatz von den Packern überrascht, die sie fesseln und in das «Gautschwägeli» setzen. Darin geht es normalerweise in Richtung Altstadt. Dem Wagen folgen die Verwandten, Freunde und Arbeitskollegen der Lehrabgänger, die vom ZT-Gautschmeister Thomas Boettger ohne das Wissen der Lernenden eingeladen werden. Nicht selten kommt es vor, dass die Gäutsch­linge bereits im Wagen mit Wasser übergossen und angespritzt werden. Vor dem Sturz ins kalte Wasser spricht der Gautschmeister den Gautschspruch: «Packt an! Lasst fallen ihren Corpus posteriorum auf diesen nassen Schwamm, bis triefen beide Ballen. Der durstigen Seel gebt ein Sturzbad obendrauf, das ist der Söhne/Töchter Gutenbergs die allerbeste Tauf.» 

Dieses Jahr diente eine mit Wasser gefüllte Mulde auf dem Gelände der ZT Medien AG als Becken. Neben der Baustelle beim Henzmann-Kreisel bewog zudem das Coronavirus zu diesem Schritt. Die vier Lehrabgänger trugen deshalb auch eine Maske in ihrem engen Gefängnis. Nach dem Bad im Wasser sind die Lehrlinge einerseits von ihren Sünden der Lehrzeit reingewaschen, andererseits auch vollwertige Mitglieder ihres Berufsstandes und somit Jünger Gutenbergs. Mit einem Apéro wird das anschliessend gebührend gefeiert.  

 

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