Fast eine halbe Million verkaufte Spiele: Hinter einer erfolgreichen Gameschmiede steckt ein Aarauer

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Micha Stettler entwickelt Computer-Games. © zvg/mik (Montage az)

Der junge Micha Stettler ist ­gemeinsam mit Philomena Schwab Co-Gründer eines der bekanntesten Game Studios in der Schweiz. Mit ihrem exotischen Titel «Niche – A Genetics Survival Game» landeten sie Ende 2016 einen beachtlichen Erfolg. In dem Spiel geht es dar­um, Tiere genetisch geschickt zu Paaren, um das Überleben ihrer Spezies zu sichern. Es war die Abschlussarbeit von Philomena Schwab an der Zürcher Hochschule für Künste.

Und nun ist soeben fertig geworden, was als ein Hobbyprojekt von Micha Stettler angefangen hat: In «Nimbatus – The Space Drone Constructor» konstruiert der Spieler verschiedene Drohnen, um mit diesen die Weiten des Alls zu erkunden. Die Konstruktion der Drohnen ist zu Beginn dank weniger Bausteine kinderleicht, wird langsam aber immer anspruchsvoller. Wer will, kann so weit gehen, dass er seine Drohnen vollautomatisch fliegen, kämpfen und Ressourcen sammeln lässt – vorausgesetzt, er hat die Fähigkeiten, eine solche Drohne im Spiel zu bauen und zu programmieren. Wie weit der Spieler dabei geht, bleibt ihm überlassen. Von Spielern gemachte Videos kolossaler Konstruktionen erzielen auf Youtube Millionen Klicks.

In «Nimbatus» steuert der Spieler eine selbst gebaute Drohne.

In «Nimbatus» steuert der Spieler eine selbst gebaute Drohne. © zvg

«Das Spiel ist ähnlich erfolgreich wie ‹Niche›», erzählt Stettler glücklich. Er hat stressige Tage hinter sich: Auf die Fertigstellung des Spiels folgen der Vertrieb mit Partnern, das Marketing, Medien, Spielerfeedback. Und damit auch die Übrigen im Team weiter beschäftigt sind, muss das nächste Projekt bereits aufgegleist sein.

Stettler macht die Buchhaltung, Schwab die Öffentlichkeitsarbeit

Das Team von Micha Stettler und Philomena Schwab hat meist sieben bis zwölf Mitarbeiter, dazu kommen einige Freelancer. Gerade sind sie mit dem Umbau des Teams für das nächste Spiel beschäftigt. Was schon verraten werden darf, klingt geheimnisvoll: Es soll darum gehen, auf dem Rücken einer fantastischen Tiergestalt eine Stadt zu erbauen. «Bis September 2021 muss das Spiel fertig sein, sonst wird es finanziell knapp», sagt Stettler. Der ruhige und zurückhaltende junge Mann ist in dem kleinen Team für Softwareentwicklung und Buchhaltung zuständig, während die quirlige Philomena sich bevorzugt um Marketing und Öffentlichkeitsarbeit kümmert.

Kennen gelernt haben sich die beiden Co-Gründer bei einem Branchentreff, bei dem Stettler sich mit einem Prototypen von «Nimbatus» vorgestellt hat. Drei Jahre hatte er in seiner Freizeit an diesem gearbeitet. Philomena Schwab war beeindruckt und fragte ihn, ob er ihr mit ­«Niche» helfen könnte. Bald darauf entschloss sich Stettler dazu, seinen Job als Informatiker und Lehrlingsausbildner zu kündigen. Er setzte alles auf eine Karte und zog von Aarau nach Zürich, um mit Philomena Schwab das «Gray Fawn Studio» zu gründen. Vier Jahre später planen sie nun mit «Nimbatus» den Markteintritt in China. Übersetzt ist das Spiel bereits, ein Verleger kümmert sich schon mal um die Werbung. «Doch bis zum offiziellen Start wird es noch ein bis zwei Jahre dauern», schätzt Micha Stettler. «Denn die Zensur sucht das komplette Spiel auf Botschaften ab, die nicht mit denjenigen der Regierung konform sein könnten. Das braucht Zeit.»

Bis heute hat sich «Nimbatus» etwa 100'000-mal verkauft, «Niche» sogar 300'000-mal. Zu Beginn liessen sich Micha Stettler und Philomena Schwab noch von Fans via Kickstarter mittels Vorbestellungen finanzieren. Mittlerweile fördern sie selbst junge Spielentwickler: Zusammen mit anderen Spiele-Entwicklern haben sie den Swiss Game Hub gegründet, der Interessierten Beratung und sehr günstige Arbeitsplätze anbietet.

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