Brandstifter zündete Gästebuch an – Sakristan verhindert Katastrophe dank beherzter Rettungsaktion

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Der Retter in der Not: Hauswart und Sakristan Robert Probst (Bild: Daniel Vincentini)

Es wäre ein typischer, friedlicher Gottesdienstsonntag in der katholischen Kirche in Buchs gewesen: Am Morgen fand die heilige Messe statt, wie gewohnt verliess Hauswart und Sakristan Robert Probst gegen 13 Uhr die Kirche. Als er nach seiner dreistündigen Pause zurückkehrte, quillte dichter Rauch aus dem Kirchentor heraus. Der Ständer im Eingangsbereich, auf dem das Gästebuch der Kirche aufgeschlagen lag, stand in Flammen und er sah, wie diese bereits bis knapp unter die Holzdecke reichten, die an dieser Stelle besonders tief ist.

Die gesamte Decke der denkmalgeschützten Kirche besteht aus massivem Holz. Mit diesem Wissen handelte Robert Probst schnell und ohne viel nachzudenken: Kurzerhand packte er den etwa 30 Kilogramm schweren Messingständer und trug diesen hinaus ins Freie, um ihn anschliessend auf dem Vorplatz mit Wasser zu löschen. Dabei zog er sich Brandverletzungen zu: Wahrscheinlich fiel ein Stück brennendes Holz des Ständers auf seine rechte Hand. Weil die Brandwunde gross war, musste er im Kantonsspital behandelt werden.

Messe musste abgesagt werden

Am Tag danach erzählt Robert Probst vor Ort das Ganze nochmals aus seiner Sicht: Er habe in dem Moment einfach nur reagiert, dachte vor allem daran, die Rauchquelle möglichst schnell aus der Kirche zu nehmen, damit die Eucharistiefeier in indischer Sprache, die um 16.30 Uhr begonnen hätte, noch hätte stattfinden können. Das Publikum dieser Messe reise jeweils von weit her nach Buchs, der Pfarrer etwa komme aus dem Tessin angefahren.

Dieses Mal vergebens: Die Messe musste abgesagt werden. Auch nach dem Löschen des brennenden Ständers qualmte weiter dicker Rauch aus der Kirchendecke. Robert Probst rief die Feuerwehr an, diese alarmierte die Polizei. Beide trafen innert weniger Minuten ein, das Dach der Kirche wurde mit einer Wärmebildkamera untersucht. Die Feuerwehr gab Entwarnung: Die Decke fing kein Feuer.

Nach einer kurzen Befragung durch die Polizei wurde Robert Probst ins Spital gefahren. Nur weil er für die Vorbereitung der indischen Messe – die nur einmal im Monat stattfindet – in die Kirche ging, habe grösseres verhindert werden können. Andreas Pechlaner, Präsident der Ortskirchenpflege Buchs-Rohr, spricht sogar von einem nur knapp verhinderten Desaster: «Es hätte eine Brandkatastrophe gegeben, wenn Robert Probst nicht gekommen wäre und schnell gehandelt hätte. Er hat super reagiert.»

Auf Anfrage hat die Kantonspolizei den Vorfall vom Sonntag bestätigt. Weitere Abklärungen seien derzeit am Laufen.

Mehrere kleine Brandfälle, die glimpflich ausgingen

Der Fall in Buchs hätte als simpler Vandalenakt oder gar schlechter Lausbubenstreich verbucht werden können, der zum Glück rechtzeitig gesehen wurde und dank schnellem, beherztem Einsatz des Sakristans nicht schlimmer ausging. Doch weil es bereits der dritte Fall von Brandstiftung in der Kirche Buchs innert nur wenigen Wochen ist, mutet die Sache doch langsam unheimlich an.

Beim ersten Fall habe man laut Andreas Pechlaner mehrere verbrannte Desinfektionshandtücher auf dem Boden vorgefunden. Beim zweiten Fall lagen alle länglichen Opferkerzen, die üblicherweise aufeinander angereiht unter dem Kerzenständer zur freien Entnahme liegen, gleichzeitig in Flammen. Eine noch unbekannte Person hatte auch hier ihr «zeuslerisches» Unwesen getrieben und die Kirche in eine brenzlige Situation gebracht.

Alle drei Fälle geschahen im Eingangsbereich der Kirche, die jeden Tag von 8 bis 20 Uhr offen hat. Wie Präsident Andreas Pechlaner sagt, müsse er sich nun «schweren Herzens überlegen», vielleicht die Öffnungszeiten zu ändern – auch wenn der Gedanke, eine Kirche zu schliessen, ihm widerstrebe. Die Pfarreileitung werde zudem darüber diskutieren, eine Brandmeldeanlage oder Videokamera in der über 50-jährigen, modern gebauten Kirche anbringen zu lassen.

«Ich finde es schlimm, wenn jemand Kulturgut anzündet», sagt er, der bereits einen Strafantrag gestellt hat. Gestern Montag kam auch die Versicherung vorbei.

Robert Probst, der bei seiner Heldenaktion seine Hand verletzt hat, zeigte sich gestern wohlauf, trotz verbundenem Unterarm. Die Wunden dürften in rund drei Wochen verheilt sein.

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