Neue Aarauer Grossbaustelle in der Rush Hour: Es blieb beim «Kolläpschen»

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Montags um 16 Uhr erreichte die Rush Hour ihren Höhepunkt: Der Verkehr staute sich vom Autobahnzubringer bis zum Kunsthaus (Michael Küng)

Nach einer Woche Vorbereitung sind seit gestern die Bauarbeiten auf dem wichtigsten Verkehrsknotenpunkt Aaraus gestartet, dem Kreuzplatz. Bis zum späten Nachmittag floss der Verkehr grösstenteils problemlos (Ausnahme: Hintere Bahnhofstrasse), doch ab 15.30 Uhr wurde es fast in der ganzen Stadt schwierig. «Es geht kaum noch vorwärts», warnten sich Aarauer per Chat. Für Dreiviertelstunden staute sich der Verkehr vom Kunsthaus bis auf den Autobahnzubringer, vom Turbinen- bis zum Gaiskreisel.

Insgesamt lief es erstaunlich gut

Doch beim Kanton und dem Ingenieurbüro CES Bauingenieur AG atmete man auf. Die Verantwortlichen verfolgten die Situation zur abendlichen Rush Hour vor Ort. Denn trotz Staus: Das befürchtete Chaos blieb aus. «Ich war überrascht, wie gut der Verkehr insgesamt rollen konnte», bilanziert Kreisingenieur Michael Wagner vom Departement Bau, Verkehr und Umwelt. «Es kam unter anderem zu Rückstaus auf die Entfelderstrasse – doch das gibt es im normalen Alltag auch.»

Dass der Verkehr nicht zusammenbrach, war Autofahrern zu verdanken, die vorsorglich versuchten, den Verkehrsknoten bestmöglich zu umfahren. Und rund zehn Verkehrslotsen. «Sie sind praktisch in der ganzen Stadt verteilt», sagt Tiefbautechniker Daniel Fischer von der CES Bauingenieur AG. Ihm ist vor allem der längere Stau in der Bahnhofsstrasse aufgefallen. Auch dort kümmern sich Lotsen um ein bestmögliches Fortkommen. Anderswo werden Lichtsignalanlagen manuell gesteuert, um das Optimum herausholen zu können. «Für den ersten Tag nach der grossen Umstellung lief es relativ gut», bilanziert Daniel Fischer. Es werde nun weiterhin darum gehen, den Verkehr bestmöglich um die Baustelle herumleiten zu können.

Neuer Belag, minimale Änderungen für Velofahrer

Drei Wochen dauert die Belagssanierung auf dem Kreuzplatz, die dafür verantwortlich ist, dass Aarau in den kommenden Tagen Geduld zeigen muss. Diese braucht es natürlich auch wegen Covid-19, denn die Baustelle wurde nicht umsonst auf den Ferienbeginn geplant: Normalerweise wäre die Verkehrsdichte jetzt deutlich niedriger.
Die Sanierung ist nötig, weil sich der Belag auf dem Kreuzplatz in zunehmend desolatem Zustand zeigt. An der Verkehrsführung ändern wird sich durch die Erneuerung nichts – «einzig für Velofahrer gibt es ein paar minimale Verbesserungen», sagt Kantonsingenieur Michael Wagner. Und die Verkehrsinseln werden nicht mehr fix verbaut, sondern auf den neuen Belag aufgeklebt. Das macht es möglich, Anpassungen an der Verkehrsführung schnell und günstig vorzunehmen, sollte das in Zukunft einmal nötig sein. 1,08 Millionen Franken kostet die Erneuerung.

Für Autofahrer am Schwierigsten wird es nächste Woche, wenn die Bauarbeiten in die zweite Phase gehen. Dann rechnen die Ingenieure mit den grössten Verkehrsbeeinträchtigungen. Wenn alles glatt geht, ist die Herausforderung am 26. Juli mit dem Abschluss der Hauptarbeiten gemeistert. Danach folgen noch einige weitere Arbeiten, die den Verkehr aber nicht mehr tangieren werden. Doch für die nächsten drei Wochen gilt weiter: Wer Staus hasst, meidet den Kreuzplatz.

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