Migros-Chef rechnet trotz Coronakrise mit einem besseren Jahresresultat

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Fabrice Zumbrunnen, der Chef des Migros-Genossenschafts-Bundes, rechnet im NZZ-Interview trotz Coronakrise mit einem besseren Jahresresultat. © Ennio Leanza / Keystone

«Wir werden wahrscheinlich ein solides Jahresergebnis liefern», sagt Fabrice Zumbrunnen am Donnerstag zur NZZ. Die Migros habe die Kosten gesenkt sowie operativ «deutliche Fortschritte erzielt». Und nach dem Verkauf von Globus, Interio und Depot, welche das letztjährige Resultat stark belastet hätten, würden nun auch die Margen wieder steigen, begründet der Migros-Chef seine Prognose in dem Interview. Konkret sei eine operative Gewinnmarge von 3 bis 5 Prozent wieder im Bereich des Möglichen. Zuletzt konnte Migros letztes Jahr den Umsatz zwar leicht steigern, doch der Gruppen-Gewinn brach ein.

Keine weitere Stellenstreichungen geplant

Kurzfristig Sorgen bereitet dem Migros-Chef insbesondere die Reise-Tochter Hotelplan. Dort sei der Umsatz in den letzten drei Monaten um 90 Prozent eingebrochen. «Wir erwarten leider keine Erholung bis Ende Jahr», sagt er. Die «sehr schwierige» Lage würde laut Zumbrunnen in der Schweiz eigentlich noch heftigere Massnahmen als der Ende Juni beschlossene Abbau von 170 der 425 Stellen und die Schliessung von 12 der 98 Filialen rechtfertigen. Doch bereits ab nächstem Jahr zeigt sich der Migros-Chef bereits optimistisch. Grund dafür gibt ihm nicht zuletzt die Tatsache, dass Hotelplan Mitte März – also beim Start des Lockdowns in der Schweiz – beim Umsatz 30 Prozent über dem Vorjahr lag.

Weitere Sorgenkinder im Migros-Konzern sind laut Fabrice Zumbrunnen die Gastronomie. Anders als beim Tourismus «sehen wir aber klare Zeichen einer Erholung», sagt Fabrice Zumbrunnen. Somit dürfte hier – wie auch in anderen Konzernbereichen – die Kurzarbeit ausreichen. «Wir rechnen zur Zeit in der Migros-Gruppe nicht mit weiteren Entlassungen.» Im Online-Handel seien in den Krisen-Monaten sogar «Hunderte von Mitarbeitenden» eingestellt worden, so der Migros-Chef. So habe Le Shop in den letzten Monaten «10- bis 20-mal mehr Bestellungen als sonst» verzeichnet. Und noch immer liege der Umsatz 20 bis 30 Prozent über jenem der Vorjahresmonate.

Migros sorgt sich wieder um Einkaufstourismus

Zudem verweist Fabrice Zumbrunnen darauf, dass die Migros die Wiedereröffnung der Grenzen «ab Tag eins» gespürt hätten. Dieser Effekt liege im «zweistelligen Prozentbereich». Und dies in allen Regionen – ausser in der Südschweiz. «Es scheint, dass die Tessiner noch keine grosse Lust haben, in Italien einzukaufen», sagt der Migros-Chef. Wo sich der Einkaufstourismus nach der Coronakrise einpendeln werde sei aber noch schwierig abzuschätzen. Denn die ausländischen Konkurrenten seien in den letzten Wochen «preislich besonders aggressiv, da sie unter dem Ausbleiben der Schweizer Kunden sehr stark gelitten hatten».

Letztes Jahr hat die Migros den Umsatz schweizweit zwar um 0,7 Prozent auf 28,6 Milliarden Franken steigern können. Doch der Gruppengewinn sank um 29,6 Prozent auf 335 Millionen Franken. Im Juni sind Migros-Chef Fabrice Zumbrunnen und Migros-Präsidentin Ursula Nold wegen der Coronakrise in einer schriftlichen Wahl von den Delegierten des Genossenschafts-Bundes in in ihren Ämtern bestätigt worden.

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