Staffelbachs «Chutzerüedu» denkt ans Aufhören

chutzerueudu.jpg
Ruedi Baumann im Zwiegespräch mit einer seiner afrikanischen Choliba-Eulen. Bild: Martin Zürcher
milan1.jpg
Ein Milan in Aktion (tiz)

Kaum steht Ruedi Baumann vor seinem Haus in Staffelbach, da kreisen auch schon zwei Milane über seinem Kopf. Ihre Rufe sind nicht zu überhören. Es scheint, als kenne man sich. Baumann lacht und sagt: «Ja, zumindest der eine von ihnen war auch schon bei mir in Pflege.» Er holt etwas Futter, winkt damit und schon geht der Milan in den Sturzflug über. Baumann wirft das Futterkücken in die Luft, der Milan fängt es mit halsbrecherischen Flugmanövern und mit 100-prozentiger Präzision auf, fliegt mit der Beute weg, setzt sich auf den nahen Baum und geniesst sein Morgenessen. 

Schon als Schulbub, noch zu Hause in Attelwil, hat Baumann die Liebe zu Tieren entdeckt. Angefangen hatte er damals mit Tauben, mit denen er schon bald Erfolge an Ausstellungen hatte. Kaninchen und Zwerghühner kamen dazu. «Zum Glück,» sagt Baumann, «fand ich später mit meiner Frau Vreni eine Partnerin, die mein Hobby teilt und die auch jetzt noch nach über 40 Jahren Ehe immer fleissig mithilft.» Noch heute wollen gut 100 Kaninchen, einige Hühner und die 6 Eulen täglich gepflegt und umsorgt werden. Genau wegen diesen Eulen bekam Baumann seinen Übernamen «Chutzerüedu». 

Greifvögel sind etwas ganz Besonderes 

Es hatte sich schnell einmal herumgesprochen, dass Baumann Greifvögel in seinen Volieren beherbergt. «Dafür benötigt man eine Haltebewilligung vom Veterinäramt, die alle zwei Jahre erneuert werden muss», sagt Baumann. Es war dann aber nicht weiter verwunderlich, dass immer mehr Leute bei Baumanns vorsprachen. In Kartonschachteln brachten sie verletzte Sperber, Milane, Bussarde, Eulen, Käuze und dergleichen. Baumann konnte damals nicht nein sagen, pflegte die Tiere gesund und freute sich immer, wenn er wieder eine dieser beeindruckenden Kreaturen in die Freiheit entlassen konnte. Zusammengezählt dürften es über 50 Greifvögel gewesen sein. 

Waren die Verletzungen aber zu heftig, brachte Baumann die Vögel zum Tierarzt und bezahlte auch aus eigener Tasche. So etwas geht nur, wenn man wie Baumann und seine Frau Vreni ganz für die Tiere lebt. «In den vergangenen 40 Jahren waren wir genau zwei Tage nicht hier», sagt Baumann. Gesundheitliche Probleme wie etwa eine kaputte Schulter und dergleichen lassen sich nicht wegreden. «Für uns wird es immer schwieriger, die anfallenden Arbeiten zu bewältigen. Wenn also jemand Interesse, das nötige Gespür, die Zeit und den Willen hat, sich ganz und gar dieser Aufgabe zu widmen, kann er sich gerne bei mir melden.» 

Ihr Eintrag wird nach einer Überprüfung online gestellt.

Der Ruf der Vogel-Pension

Daniel Barrer
schrieb am 16.07.2020 20:23
Lobenswerter und erstaunlicher Einsatz, und das so viele Jahre lang: Hut ab! Man könnte zwar sagen, das habe doch mit ihrem Namen etwas zu tun: "Baum"ann. Die Vögel brauchen ja Bäume zum Schlafen und Nisten. Aber dennoch, eine solche Hingabe und Ausdauer und Selbstlosigkeit ist bemerkenswert! Ich wünsche dem Ehepaar und ihren Vögeln eine zuverlässige Nachfolge. Sowie eine erfüllende und gesundheitlich gute "Vogel-Pensionszeit".

Chuzerüedu

Ruedi Hunziker
schrieb am 16.07.2020 09:11
Toller Bericht!
Heute auf zofingertagblatt.ch
Frage des Tages
Marktplatz
regiostellen.ch
Landi Unteres Seetal
Mitarbeiter/in Verkauf 100%, Mitarbeiter, Hallwil
Aerni AG Automobile
Allrounder/in Vollzeit, Mitarbeiter, Safenwil
Landgasthof Kreuz
Service-Angestellte, Mitarbeiter, Triengen
Chiffre CD-001/00355
Mitarbeiterin im Pflegedienst, Mitarbeiter,
Putzfee, Mitarbeiter,
Schule Entfelden
Leiter/in Schulverwaltung 80 bis 100%, Mitarbeiter, Oberentfelden
regioimmo.ch
Abo-Service

Normal-Abo (e-Paper/Digital inkl.)

Schnupper-Abo / Probe-Abo

Digital-Abo

Leserangebote
Partner