Warum Aargauer Winzer ihren Qualitäts-Wein verramschen

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Qualitäts-Wein landet nicht im Glas, sondern in der Fonduemischung. © Claudio Thoma

Hochzeiten und Vereinsversammlungen fielen aus, Restaurants mussten schliessen: Die Coronakrise vermieste den Weinproduzenten das Geschäft. Sie verdienten weniger, ihre Lager blieben voll. Das wird zum Problem, wenn sie Platz für den neuen Jahrgang brauchen.

Die Lösung: Sie verkaufen Qualitätswein billiger als üblich. Deklassierung nennt sich das. Die guten Tropfen mit AOC-Gütesiegel (kontrollierte Ursprungsbezeichnung) landen als Industriewein in einer Fonduemischung oder als Verschnitt mit anderen Weinen im Tetra-Pak. So schaffen die Bauern Platz für neuen Wein – müssen aber Einkommens-Einbussen hinnehmen.

Eine Viertelmillion fliesst in den Aargau

Um diese Not zu lindern, unterstützt der Bundesrat die Branche mit zehn Millionen Franken. Das entschied er am 20. Mai. Die Winzer erhalten pro Liter deklassierten AOC-Weins maximal zwei Franken. Die Kantone werden nach ihrem Anteil an der Weinproduktion beteiligt. Auf den Aargau entfallen rund 250'000 Franken, berichtet das «SRF-Regionaljournal».

Der Bundesrat hat die Nothilfe an Bedingungen geknüpft. Eine nimmt die Kantone in die Pflicht: Sie müssen die erlaubten Höchsterträge für Rot- und Weisswein senken.

Nun hat der Aargau reagiert. Er hat ein Gesuch der AOC-Kommission um Senkung der Höchsterträge gutgeheissen, wie dem Amtsblatt vom Mittwoch zu entnehmen ist. Die Obergrenze sinkt um 100 Gramm pro Quadratmeter. Sie liegt für rote Traubensorten bei einem Kilo, für weisse Sorten bei 1,2 Kilo pro Quadratmeter.

 

Präsident der Aargauer Winzer erfreut

Im Aargau sind die Weinbauern froh um das Hilfsprogramm. «Einige Winzer werden von diesem Hilfspaket nichts brauchen, andere, bei denen es um die Existenz geht, sind froh, dass ihnen der Staat unter die Arme greift», sagt Roland Michel, der Präsident des Aargauer Branchenverbandes, zum «Regionaljournal».

Die strengere Ertrags-Obergrenze stellt für die Mehrheit der Aargauer Winzer kein Problem dar. Gemäss Michel wurde die Maximalmenge in den letzten Jahren kaum je ausgeschöpft.

 

Der Aargau ist der viertgrösste Deutschschweizer Weinbaukanton. Die Rebfläche erstreckt sich über knapp 400 Hektaren. Hauptsorten sind der Blauburgunder und der Riesling-Sylvaner. Der Branchenverband gibt einen jährlichen Gesamtbruttoumsatz von 36-40 Millionen Franken an.

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