Pfarrer Platunski verlässt die Pfarrei Reiden-Wikon in einem Jahr

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Pfarreileiter Jaroslaw Platunski unterhält sich vor der Kirche Reiden mit zwei Passantinnen. Bild: Marc Benedetti
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Jaroslaw Platunski vor «seiner» Kirche (Marc Benedetti)

Jaroslaw Platunski feiert im August sein 10-Jahre-Jubiläum in der Pfarrei Reiden-Wikon. Für seine «Schäfchen» ist dieses stolze Arbeitsjubiläum zugleich mit Wehmut verbunden. Denn der eingebürgerte Pole wird seine Wirkungsstätte in einem Jahr verlassen. 

«Ich habe mir das schon länger überlegt», sagt der 51-jährige Pfarreileiter. «Es war von Anfang an klar, dass ich nicht bis zum Pensionsalter bleiben würde. Ich möchte noch eine andere Pfarreileitung im Bistum Basel übernehmen.» Die Zentralschweiz gefalle ihm gut. Am liebsten würde er in einer grössenmässig mit Reiden vergleichbaren Gemeinde arbeiten. 

Vielfältiges Pfarreileben in Reiden und Wikon 

Es gefalle ihm sehr gut, betont Platunski. Er suche aber noch etwas «Abenteuer». Wie am Anfang seiner Tätigkeit in der Pfarrei, wo er mit seinem Team viel Neues aufbauen konnte. «Wir haben heute einen bunten Mix an Angeboten für jedes Alter und jede Gruppe, In- und Ausländer, Jodel-, Fasnachtsgottesdienste und vieles mehr», erläutert der Pfarrer. «In der Vielfalt liegt die Kraft!» 

Platunski hat seine Stelle per 1. August 2021 gekündigt. «Der Grund dafür ist, dass ich der Kirchgemeinde genug Zeit geben möchte, einen Nachfolger zu suchen.» Denn einfach so – er schnipst mit dem Finger – lasse sich niemand finden. «Zudem möchte ich mit offenem Herzen eine neue Herausforderung suchen können.» Er sei für Transparenz und Klarheit. 

Der Kirchenrat wird nun einen Nachfolger suchen. Denn von diesem ist Platunski angestellt und nicht von der Kirchgemeinde. Das sei ein rechtlicher Unterschied. «Ich wollte das so», sagt Platunski. Deshalb lautet sein Titel Pfarreiadministrator und nicht Pfarrer. Als Mangel hat er das nie empfunden. Denn Titel sind Jaroslaw Platunski, der 18 Jahre lang als Kapuzinermönch lebte, nicht wichtig. 

Die Pfarrei hat ein sehr lebendiges Kirchenleben. Es ist aber momentan eingeschränkt. Wegen der Corona-Abstandsregeln dürfen in Reiden maximal 129 Kirchgänger einen Gottesdienste besuchen. «Normal darf ich 350 bis 400 Kirchgänger an Wochenenden begrüssen.» Die Kirche Wikon hat 69 Plätze, das entspricht dort auch der durchschnittlichen Besucherzahl. Gelobt werde in beiden Dörfern die Akustik in den Gotteshäusern, und auch die Seelsorge ist ein Bedürfnis. 

Pfarrer, Seelsorger und Psychologe 

Man kann sich mit vielen Problemen an Platunski wenden. Der Geistliche hat in Polen Psychologie studiert und als klinischer Psychologe in einem Spital in der slowakischen Hauptstadt Bratislava gearbeitet. «Als Seelsorger will ich für alle da sein», sagt er. Es gebe in Reiden wie in jeder Pfarrei verschiedene Gruppen. Er habe sich aber nie auf eine Seite geschlagen und wolle vereinen und nicht spalten. Für die einen sei er der «Herr Pfarrer», ein «Mystiker», für andere «Hochwürden» – oder auch mal der «Kumpel fürs Bier». Zur Seelsorge bemerkt er noch: «Auch wenn die Leute aus der Kirche austreten, bleiben die Probleme. Nur Fehler gibt heute niemand gerne zu.» 

Als Projekte, die er noch mitprägen wird und auf die er sich freut, ist das Jubiläum 750 Jahre Pfarrei und Kommende Reiden mit diversen Feierlichkeiten zu erwähnen. Es sollte eigentlich im Juni starten, ist aber wegen Corona verschoben worden. Zudem möchte er noch die «lebendige Krippe» in der Kirche Wikon erleben. Die Krippe mit elektrischen Figuren stellt das Leben in Bethlehem dar und soll dieses Jahr eingeweiht werden. 

Jetzt erholt sich der Pfarreileiter aber zuerst einmal in den Ferien in seiner alten Heimat. «Ich fliege nach Polen zu meinen Eltern», sagte er. Er sei als Bauernsohn aufgewachsen, seine Eltern betrieben bis zu ihrer Pensionierung eine Pferdezucht und leben auf einem Hof mit viel Land. 

Platunski stammt aus den Masuren im Nordosten von Polen. Sie zählen zu den wohl schönsten und grünsten Regionen Europas, mit hunderten von malerischen Seen und einmaligen Landschaften. «Ein Traum», schwärmt er. «Ich bin ein begeisterter Kanufahrer», verrät er dem ZT. «Manchmal fahre ich auch gegen den Strom. Das braucht Kraft, macht aber Freude, wenn man am Ziel ist!» Selbstredend, dass das nicht nur für den Sport gilt. Zudem werde er viel fischen gehen. Am 1. August wird er aber pünktlich wieder in seiner neuen Heimat zurück sein – als «Menschenfischer» diesmal. 

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