Die beiden Apfel-Wildlinge heissen Lisa und Joscha

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Die 16-jährige Lisa Hodel mit ihrem 18-jährigen Bruder Joscha vor dem nach ihr benannten Lisa-Baum.
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Die Äpfel vom «Joscha-Baum» eignen sich für Wähen. Bilder: zvg

In Altishofen kultivieren Susanne und Roger Hodel im Eichbühl seit Jahren Hochstammobstbäume und gewinnen aus den Früchten die «Hochgenuss-Säfte». Im Frühjahr wurde ihr Engagement für die wertvollen Bäume von der Albert Koechlin Stiftung mit dem Umweltpreis 2020 geehrt (wir berichteten). Die Hodels haben einige wilde Apfelsorten auf ihrem Land wachsen. «Es gibt Apfelsämlingssorten, die von hier sind – oder fast nur hier stehen», erklärt Roger Hodel, «es handelt sich dabei alles um Zufallssämlinge oder Wildlinge, wie dies ursprünglich auch unsere meisten alten Apfelsorten wie Sauergrauech, Berner Rosen oder Glockenapfel waren.» 

Er habe, als die Familie 2003 von Reussbühl nach Altishofen gezogen sei, kurz vor dem Zügeltermin aus einer Baugrube in der Nähe ihres Wohnblocks in Reussbühl einen kleinen wilden Apfelbaum aus dem Wegrand ausgegraben und mitgenommen, bevor ihn die Bagger abgraben konnten. «Der Baum steht nun auf unserem Grundstück und hat nach etwa zwölf Jahren erstmals Früchte getragen», freut sich Hodel, «er ist der Mutterbaum von drei weiteren mit der Sorte veredelten Bäumen in der Region in Schötz und Römerswil.» Er trage jetzt wunderbare Früchte, die sogar eine Zeit lang lagerbar seien. Als Wildling habe die Sorte keinen offiziellen Marken-Namen. «Wir nennen ihn den Joscha-Apfel, benannt nach unserem 18-jährigen Sohn, der in dieser Zeit geboren ist.» 

Der säuerliche «Lisa-Apfel» eignet sich für Cider 

Im Weiteren hat die Familie noch einen Apfelbaum, der nahe beim Briefkasten wächst. Auch er ist ein Wildling mit saftigen Äpfeln. «Diesen Baum gibt es im Moment wirklich nur als Unikat, als Mutterbaum. Er trägt den Namen unserer Tochter Lisa.» Er ist dort gewachsen, weil Roger Hodel dort immer die überschüssigen Samen aus verschiedenen Projekten ausgeleert habe. «Die meisten haben die Vögel gefressen. Ein Apfelbaum aber ist gediehen.» 

Der Saft des Joscha-Apfels und inzwischen auch des Lisa-Apfels findet sich bereits im «Hochgenuss-100-Sorten-Apfelsaft» Hodels. Der Joscha-Apfel eignet sich gut für Apfelwähen oder zum Frischessen. «Der säuerliche Lisa-Apfel würde sich sehr gut zur Herstellung von Cider (Apfelschaumwein) eignen. Das werden wir versuchen, sobald er mal eine genügende Menge an Früchten trägt», so Hodel. Roger Hodel hat auf dem «Joscha-Baum» noch einen Zweig eines weiteren Wildlings aus Altishofen veredelt. Dieser stammt ursprünglich vom Hof von Adrian Schwegler. Den Mutterbaum gibt es nicht mehr, nur noch einen mit dieser Sorte veredelten im Graben Nebikon und den auf dem Joscha-Baum veredelten. «Ich habe eine Zeit lang solche Wildlinge gesucht und dann mit deren Trieben einige wenige Bäume in Baumschulen veredeln und bei drei oder vier Landwirten pflanzen lassen, um zu sehen, wie sie sich als Hochstammobstbäume entwickeln», erzählt Hodel. Er habe sich damals gedacht, dass Bäume, die irgendwo wild wachsen, nicht gepflegt und gespritzt werden, trotzdem gesund sind und wohlschmeckende Früchte tragen, später eventuell als robuste Most- oder Tafelsorten weiterverbreitet werden könnten. 

Die jeweils übrig gebliebenen Bäume hat Hodel, so gut es ging, jeweils bei sich gepflanzt. So auch einen Apfelbaum, den er an der Wigger bei Brittnau gefunden hat, und zwei weitere, die er an einem Waldrand in Grossdietwil respektive im Schilf am Ufer des Baldeggersees gefunden hat. Die jeweiligen Mutter- oder Ursprungsbäume stehen heute meistens nicht mehr. – Doch sie leben durch die Rettungsaktion weiter. 

Die Luzerner Sommerserie 

Einheimische Produkte sind nicht erst seit der Corona-Krise gefragt. In einer Sommerserie stellen wir Spezialitäten und Raritäten aus Luzerner Gemeinden sowie die Menschen, welche sie herstellen, in den Fokus. Bereits erschienen sind ein Beitrag über Dagmersellerli (25. Juli) und Yak-Fleisch (31. Juli). Haben Sie Feedback zur Serie? Schreiben Sie uns an die Mailadresse luzern@ztmedien.ch  

 

 

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