Sicherheit am Heitere Open Air: Der «Gentle Guard» deeskaliert mit Worten

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Markus Fringeli vermisst das Heitere Open Air und seinen Arbeitseinsatz. (Bild: Remo Wyss)

Seit über zehn Jahren ist Markus Fringeli an jedem Heitere dabei. Von den Konzerten bekommt der 45-Jährige aus Möhlin aber nicht viel mit. Er hat in der Zeit anderes zu tun: Als Einsatzleiter der Security trägt er die Gesamtverantwortung für die Sicherheit mit und ist Bindeglied zwischen dem Openair und den Blaulichtorganisationen. «Manchmal nehme ich mir vor, den Auftritt eines Künstlers oder einer Band anzusehen», so Fringeli. Normalerweise passiere aber genau dann irgendetwas, das seine Aufmerksamkeit braucht. «Später denke ich: ‹Mist, schon wieder verpasst›», fügt er an und lacht. Den verpassten Chancen trauert er aber nicht nach. Im Gegenteil. Wenn es richtig hektisch wird, Entscheidungen gefällt werden müssen und so richtig Druck da ist, dann ist Fringeli, wie er selbst sagt, in seinem Element. Die Openairs – neben dem Heitere arbeitet er auch an den Openairs Frauenfeld und Lumnezia – sieht der ausgebildete Fachmann für Sicherheit und Bewachung als Ausgleich zu seiner Arbeit. Auch da ist er im Security-Bereich tätig, wenn es auch wesentlich weniger hektisch ist als an einem Festival. Für diesen Ausgleich gibt er gerne drei Wochen Ferien im Jahr – eine Woche pro Festival. «Die Festivals sind für mich eine Herzensangelegenheit.» So merkte Fringeli in der letzten Zeit, wie sehr ihm die Festivals fehlen. 

Fotos mit Stars gibt es keine, denn Diskretion ist alles 

Seine Arbeit für das Heitere beginnt rund vier oder fünf Monate vor dem Festival. «Dann schreiben wir alle unsere Mitarbeiter an, ob sie Zeit haben.» Die Mitarbeitenden der Gentle Guard GmbH, so heisst die Sicherheitsfirma, deren Mitinhaber Markus Fringeli seit 2011 ist, sind so gut wie alle temporär bei ihnen angestellt und gehen noch einem anderen Beruf nach. Kurz vor dem Heitere werde es normalerweise noch einmal hektisch, wie Fringeli erzählt. «Dann kommt allen in den Sinn, dass sie ja gar keine Zeit haben.» Die bereits erstellten Dienstpläne werden über den Haufen geworfen und müssen neu erstellt werden. Denn nicht jeder der rund 80 «Gentle Guards», die am Heitere im Einsatz stehen, kann überall eingesetzt werden. Im Backstage-Bereich etwa stationiert Fringeli am liebsten ältere und routinierte Mitarbeiter. «Dort gilt absolute Diskretion und Professionalität. Fotos mit den Stars gibt es nicht.» Auch wenn die Sicherheitsleute nicht direkt zum Staff des Heitere gehören, würden sie doch einen grossen Teil des Images ausmachen. «Wer im Ausgang schlechte Erfahrungen mit einem Türsteher macht, assoziiert das auch immer mit dem Club – selbst wenn der Türsteher von einer externen Firma ist.» Genau so sei es auch an einem
Openair, unabhängig davon ob das Gegenüber ein betrunkener Besucher oder ein Weltstar ist. 

Kommt es einmal zu einer brenzligen Situation, setzt Fringeli auf Deeskalation mittels Reden, Zuhören und Respektzeigen. «Das löst schon 90 Prozent aller Konflikte.» Zusätzlich sei immer ein kühler Kopf gefragt wie beim Pyrovorfall im letzten Jahr. «Da gilt es, die Person einzukreisen und zu warten, bis der Pyroartikel abgebrannt ist.» Das Schlimmste, das passieren könne, sei, wenn die Fackel brennend in eine Menschenmenge geworfen oder gegen das Security-Personal als Waffe benutzt wird. Brenzlige Situationen kommen aber nicht oft vor. Notfalls kann das Sicherheitspersonal eine delinquente Person des Platzes verweisen oder festnehmen und der Polizei übergeben. 

heitere@home

Am Mittwoch würde die Heitere-Woche mit der Magic Night starten. Doch wegen Corona gibt es keine Bühnen auf dem Zofinger Hausberg, keine Zeltler, keine Künstler, keine Zuschauer. Was sagen die Menschen, die sonst immer am Heitere Open Air sind, zu dieser Situation? Eines ist klar: Zu Hause sitzen und Trübsal blasen tun sie nicht.

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Beim Pyrovorfall im letzten Jahr war ein kühler Kopf gefragt. Bild: zVg
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