Aarburg in alten Ansichten (15/15): Die Hintere Mühle von 1731 ist heute ein Wohnhaus

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Bilder: Sammlung Heimatmuseum Aarburg/Philipp Muntwiler (8. Juni 2020)

Die Mühlegasse, vermutlich um die Jahrhundertwende. Das Wasserrad der Hinteren Mühle (Gebäude links im Bild) wird vom Mühletych angetrieben, einem der zwei Arme des Tychs, der neben der Feldbewässerung verschiedenen gewerblichen Betrieben die Wasserkraft lieferte. Die Wasserrechte der Hinteren Mühle sind bereits 1357 urkundlich erwähnt. Das heutige Gebäude stammt aus dem Jahr 1731. Da die Nutzung des Wassers aus der Wigger immer wieder zu Streitigkeiten und Prozessen führte, wurden die Rechte und Pflichten 1755 im Wigger-Urbar zusammengetragen. Darin ist zu lesen: «Die Hintere Mühle hat zwey Mahlhäuser und eine Rönle in gleichem Gebäuw, wozu sie drei Räder hat, so durch das Teich-Wasser getrieben werden. Ferner hat diese Mühle ein Stampfi-Recht, welches zwar derzeit nicht gebraucht wird, jedoch ist sie berechtigt, zu Gebrauch desselben ein Rad in den Teich zu setzen. Besitzt: Jsaac Rüegger von Arburg.» Anmerkung: Früher wurde der Tych durchwegs als Teich bezeichnet. 

Im Jahr 1826 verkaufte Jakob Sommer die Mühle an die Textil­firma Grossmann. Nach dem Konkurs der Spinnerei und Weberei Grossmann kaufte Felix Weber-Kubli 1880 die Firma und erwarb dadurch auch die Hintere Mühle samt den alt­hergebrachten Rechten. 

1905 und noch einmal 1917 versuchte Fabrikant Weber, die der Mühle zustehenden Wasserrechte auf seine Textilwerke übertragen zu lassen, was der Kanton jedoch beide Male ab­gelehnt hat. 

Um sich die der Mühle zustehende Wassermenge, die gleichzeitig dem Betrieb der Turbinen der Weberschen Textilfabrik diente, zu sichern, habe dieser die Hintere Mühle einfach weiterbetrieben, schreibt Hugo Müller 1986 im Aarburger Neujahrsblatt. Wann genau der Betrieb eingestellt wurde, liesse sich laut Müller nicht abschliessend klären. Wohl Ende der 20er-Jahre, vermuteten im Beitrag von 1986 zwei Zeitzeugen. Der letzte Müller habe Hunkeler geheissen, erzählten sie. Und tatsächlich: Jakob Bolliger nennt in der Aarburger Chronik «Aarburg. Stadt, Festung und Amt» von 1970 Arnold Hunkeler als letzten Müller und 1908 als Jahr der Stilllegung. Letzteres hingegen passt gar nicht zur Aussage der beiden Zeitzeugen. 

Was sicher ist: Die Hintere Mühle wurde in ein Wohnhaus umgebaut, was sie auch heute noch ist. (pmn) 

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