Schmiedrued will aus der XXL-Forstfusion aussteigen

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«Burglind»-Schaden im Forst von Schmiedrued. Bild: zvg (Januar 2018)Aus der Mitteilung des ­Gemeinderates Schmiedrued

Im Suhren- und Ruedertal prüften ursprünglich elf Gemeinden, ob sie ihre drei Forstbetriebe Muhen-Hirschthal-Holziken, Leerau-Rued und Oberes Suhrental zusammenlegen wollen. Zwischenzeitlich stand auch noch ein Anschluss des Forstbetriebes Kölliken-Safenwil zur Diskussion. Doch dieser ist vorerst vom Tisch, weil die Initianten der XXL-Fusion das Fuder nicht überladen wollen. Wie heikel das Projekt ist, zeigt nun die Entwicklung mit Schmiedrued. Die Gemeinde hat den Vertrag mit Leerau-Rued per Ende 2021 gekündigt. Die Ortsbürger sollen an der Gemeindeversammlung vom 17. August den Alleingang beschliessen. 

«Mindestens ausgeglichenes Betriebsergebnis» als Ziel 

Das Gemeindegebiet soll ein eigenes Forstrevier werden. Dieses würde nicht von einem eigenen Forstbetrieb mit eigenem Personal, Maschinen und Werkhof bewirtschaftet, sondern von einem «Beauftragten», einem Förster im Mandatsverhältnis. Dieser wiederum beauftragt einen (privaten) Forstunternehmer mit dem Holzschlag. Vielleicht ist er sogar Teil dieses Unternehmens. Auftragnehmer könnte auch ein benachbarter Forstbetrieb, im Extremfall mittelfristig der neu entstehende XXL-Forstbetrieb, sein. 

Warum wollen die Schmied­rueder aus dem Fusionsprojekt aussteigen? «Der Gemeinderat steht einem Grossbetrieb und vor allem den nicht absehbaren finanziellen Folgen skeptisch gegenüber», heisst es in den Unterlagen an die Ortsbürger. Mit dem Alleingang werde «mittelfristig mindestens ein ausgeglichenes Betriebsergebnis» angestrebt. 

2019 musste der Forst­betrieb Leerau-Rued (vier Gemeinden) einen Verlust von 82 318 Franken hinnehmen. Besondere Herausforderungen waren die Sturmwinde im März und der Borkenkäfer, die nicht nur einen Mehraufwand ver­ursachten, sondern auch einen Preissturz beim Holz zur Folge hatten. Der Forstbetrieb Leerau-Rued hatte Ende 2019 nur noch ein Kapital von 45 000 Franken. 

Die anderen Gemeinden sollen 2021 entscheiden 

Dass ein Alleingang in der Art von Schmiedrued funktionieren kann, beweist Oberentfelden: Nach einer finanziellen Durststrecke löste es 2001 den eigenen Forstbetrieb auf und lässt seine Waldungen seither von Kölliken-Safenwil bewirtschaften – auch im Auftrags­verhältnis. 

Wie geht es jetzt mit der XXL-Fusion weiter? Klar ist: Schmiedrued ist die erste von ursprünglich elf Gemeinden, die definitiv nicht mitmachen will (sofern die Ortsbürger zustimmen, was wahrscheinlich ist). Die anderen zehn scheinen mehr oder weniger vom Fusionsprojekt überzeugt zu sein. Am 10. September erhalten die zuständigen Gemeinderäte zusätzliche Informationen. Angedacht ist, dass das Geschäft an den jeweiligen Sommergemeindeversammlungen 2021 traktandiert wird. Im Idealfall könnte die Fusion Anfang 2022 vollzogen werden. 

Der Druck, etwas zu tun, hat in den letzten Monaten eher noch zugenommen. Denn die Holzpreise entwickeln sich vor allem in eine Richtung: abwärts. 

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