Soland Chorkunst mit CD-Produktion statt Jubiläumskonzert

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Die Aufnahmen für die CD wurden im Kulturhaus West, das in einer ruhigen Wohngegend liegt, gemacht. (Bild: Alexandra Berk)

Das CD-Projekt, das Soland Chorkunst in Zusammenarbeit mit SRF2 Kultur und dem Label Schweizer Fonogramm derzeit realisiert, heisst «amour.secret.». Geplant war es schon länger, doch durch die coronabedingten Konzertabsagen wurde es jetzt vorgezogen. Eigentlich sollte 2020 für den Chor, der seit 10 Jahren besteht, ein Jubiläumsjahr mit vier grossen Veranstaltungen werden, doch Corona warf alle Pläne über den Haufen. Nur das Projekt im Januar mit Schülerinnen und Schülern der Kantonsschulen Baden und Zofingen konnte noch realisiert werden.

«Das geht nur mit ganz viel Disziplin»

Hochspannung und Konzentration herrschen an diesem Nachmittag im Saal des Kulturhauses West in Zofingen. Heute wird die Messe für Doppelchor des Schweizer Komponisten Frank Martin (1890–1974) eingesungen. A capella, das heisst ohne Orchester oder andere musikalische Begleitung, präsentiert sich das beeindruckende, klangfarbenreiche Werk. Für die 24 Berufssängerinnen und -sänger bedeutet dies volle Konzentration auf jede Nuance der Musik. «Mit Laien war dieses Projekt durch Corona nicht zu machen», sagt Ruth Soland, Gründerin und Leiterin von Soland Chorkunst. Schon die Proben gestalteten sich schwierig. Der Chor probte an verschiedenen Orten, zunächst in Kleingruppen, dann als Tutti. Dazu mussten die Räume gross genug sein, um Abstandsregeln einzuhalten. «Das geht nur mit ganz viel Disziplin», erklärt Soland. Auch bei den Aufnahmen bringt dies erhebliche Schwierigkeiten mit sich. Der Chor steht in der vom Komponisten vorgegebenen doppelchörigen Aufstellung mit so viel Abstand, wie es eben möglich ist. Aufnahmeleiter Frédéric Angleraux, spezialisiert auf die Aufnahme klassischer Musik, hat die Mikrofone so auf- und eingestellt, dass trotzdem satter, brillanter Chorklang gewährleistet ist.

Ein kreisendes Flugzeug stört die Aufnahme

«Kyrie eleison» – Ganz klar und eindringlich erklingen die Eingangsworte der Messe, gesungen von den drei Stimmen des Alt 2, bevor nach und nach die anderen Stimmen einsetzen und sich zum Forte steigern. Und dann kommt auch schon die Stimme von Angleraux über den Lautsprecher. Während der Aufnahme sitzt er im Nebenraum und lauscht auf jede Feinheit. Der Anfang war noch nicht ganz synchron. Also heisst es: «Encore une fois, s’il vous-plaît!» – «Noch einmal, bitte!». Es dauert ein bisschen, bis der heikle Anfang sitzt. Doch dann scheint es geschafft. Bis sich Angleraux wieder meldet. Ein Flugzeug, das über Zofingen kreist, ist auf der Aufnahme zu hören. Die Enttäuschung der Sängerinnen und Sänger ist fast greifbar. Doch nach einem Schluck Wasser und einer kurzen Wartezeit ist das Flugzeug verschwunden und die Aufnahme kann wiederholt werden. Dieses Mal klappt es auf Anhieb. «Sehr gut! Sehr, sehr gut!», lobt Soland.

Crowdfunding zur Finanzierung

Auf der CD werden neben der Messe von Frank Martin auch die «Hymne du soleil» und «Du fond de l’abîme» (Psalm 130) von Lili Boulanger (1893–1918) in der Kammermusikfassung – eine Welturaufführung – zu hören sein. Für die Aufnahmen selbst war es fast genauso schwierig, wie für die Proben, einen geeigneten Raum zu finden. Im Studio des SRF in Zürich sind so viele Personen noch nicht wieder zugelassen. Die Zofinger Stadtkirche, die für das Werk gut gepasst hätte, liegt zu laut. Da bot sich das Kulturhaus West, das in einer ruhigen Wohngegend liegt, an. «Wir können keine Aussengeräusche gebrauchen und hier haben wir eine sehr verständnisvolle Nachbarschaft», erklärt Soland.

Neben den musikalischen Anforderungen steht und fällt das Projekt aber auch mit der Finanzierung. Rund 100'000 Franken sind dafür veranschlagt. Gagen, Mieten und Technik machen das Gros aus. «Gerade in der Coronazeit bietet ein solches Projekt freischaffenden Sängerinnen und Sängern eine Einnahme», sagt Soland. Etwa die Hälfte der Projektkosten wird über Zuwendungen und Spenden gedeckt, ein weiteres Viertel kommt aus Sach- und Eigenleistungen und ehrenamtlicher Arbeit. Das letzte Viertel soll eine Crowdfunding-Kampagne einbringen. Über 7000 Franken sind bis Anfang August auf dem Konto eingegangen. Weitere musikbegeisterte Spender sind sehr willkommen.

Weitere Informationen zum Projekt und Chor sind hier zu finden.

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