Gegendarstellung zum Artikel: «Mehrere Lastwagenladungen verbotener Bauschutt verbaut»

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Auf dieser Baustelle musste ein Bauunternehmer mehrere Lastwagenladungen unerlaubtes Recyclingmaterial rückbauen und durch sauberes Material ersetzen. Bild: ran

Seit einigen Wochen wurde auf der Bottenwiler Baustelle schon gearbeitet. Die Vorarbeiten für den bewilligten Rindviehstall mit Remise und Grünfuttersilo kamen gut voran. Bis zum Wochenende des 20. Juni, als plötzlich mehrere Lastwagen eines Tiefbauunternehmens* aus dem unteren Aaretal vorfuhren und Material abluden. Dieses wurde umgehend von Baggern verbaut.

Verdächtige Arbeiten an einem Samstag

Die Arbeiten auf der Baustelle, die Anzahl der zugefahrenen Lastwagen und die etwas aussergewöhnliche Arbeitszeit kamen Teilen der Bevölkerung verdächtig vor. Der Gemeinderat wurde eingeschaltet. Die Polizei fuhr mit mehreren Fahrzeugen vor. Umgehend wurde eine Baueinstellungsverfügung (Baustopp) erlassen, die Abteilung für Baubewilligungen des Kantons Aargau informiert und die Abteilung für Umwelt und die Abteilung Landwirtschaft des Kantons Aargau beigezogen.

«Abklärungen haben ergeben, dass hier mehrere Lastwagenladungen unerlaubter Bauschutt abgeladen und verbaut wurden», bestätigt Felicitas Siebert, Leiterin der Abteilung für Baubewilligungen beim Kanton Aargau. Weshalb das Unternehmen hier «inerten Baumaterial» verbaut hat – so nennt man speziell zu entsorgendes Abbruchbaumaterial in der Fachsprache – wird zurzeit von den Behörden abgeklärt.

Das Tiefbauunternehmen ist kein unbeschriebenes Blatt, auch bei den Behörden nicht. In der Branche staunen Mitkonkurrenten immer wieder, zu welchen tiefen Preisen das Unternehmen offeriert. «Wer die Arbeiten und die Entsorgung legal abwickelt, legt bei solch tiefen Preisen normalerweise drauf», lässt sich ein Mitkonkurrent zitieren. «Wie dieses Unternehmen es trotzdem schafft, wirft bei uns immer wieder Fragen auf.» Der Bauunternehmer selbst äussert sich nicht zum laufenden Verfahren. 

Das Planungsunternehmen aus dem Kanton Solothurn*, das auf Landwirtschaftsbauten und -einrichtungen spezialisiert ist, spricht von einem «Missverständnis». Das sieht der Kanton Aargau anders. In der Zwischenzeit wurde der Baustopp von den kantonalen Behörden, bezogen auf den Rückbau des Bauschutts, aufgehoben. «Wir haben veranlasst, dass das unerlaubt verbaute Material wieder rückgebaut – und soweit noch vorhanden – durch das auf der Baustelle vor Ort ausgegrabene und unverschmutzte Material ersetzt wird», sagt Felicitas Siebert.

Strengere Vorschriften in Landwirtschaftszonen 

Normalerweise sollte auf Baustellen nur verbaut werden, was am selben Ort auch aus dem Boden geholt wird. Ausnahmen bedürfen einer speziellen Bewilligung.

Weil sich das Bauvorhaben in Bottenwil in der Landwirtschaftszone und im Gewässerschutzbereich befindet, gelten noch strengere Vorschriften. Das Verbauen von verschmutztem Bauschutt ist aber auch auf normalem Bauland verboten.

Was passiert nun mit dem unerlaubt verbauten Material? «Der Bauunternehmer muss es ordnungsgemäss in eine Inert–stoffdeponie bringen und den schriftlichen Nachweis erbringen, dass das Material dort kontrolliert und richtig entsorgt wurde», sagt Felicitas Siebert von der Abteilung Baubewilligungen des Kantons Aargau. Laut Recherchen wurde das Material bereits in einer Deponie im Raum Birrfeld abgeladen.

Noch ist unklar, wer für die Kosten für den Rückbau und die dadurch entstandene Bauverzögerung von rund einem Monat aufkommen muss.

Zum Strafmass und zu allfälligen Konsequenzen, welches das Bauunternehmen erwarten könnte, kann Felicitas Siebert «zum jetzigen Zeitpunkt noch nichts sagen».

*Name der Redaktion bekannt

Was bedeutet «Inerter Bauschutt»?

Inerter Bauschutt besteht zu mehr als 95 Prozent aus gesteinsähnlichen Bestandteilen wie Beton, Ziegel, Backsteinen, Mauerabbruch, Asbestzement, Glas und Strassenaufbruch. Inerter Baustoff darf keine Sonderabfälle enthalten und muss in speziellen Deponien gelagert werden. Im Aargau betreibt die Firma Emmet in Seon eine Inertstoffdeponie. Diese Deponien unterliegen strengen Kontrollen. Das Material wird bei der vorangemeldeten Anlieferung gewogen, geprüft und fotografiert. Die Bilder werden zusammen mit dem Lieferschein abgespeichert und gewährleisten die Verfolgbarkeit jeder Anlieferung. Das Material wird mehrmals geprüft, bevor es in der Deponie eingelagert wird. Es werden zudem regelmässige Wasserproben aus den Entwässerungsschächten entnommen und analysiert. Die Qualität der Inertstoffe wird in der sogenannten «Verordnung über die Vermeidung und die Entsorgung von Abfällen» genau festgelegt. 

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