Und dann vergaloppierten sie sich an der EM

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Remember Passion und Lars Bürgler bestritten heuer noch nicht viele Wettkämpfe. (Bild: zvg)

Die Corona-Pandemie sorgte dafür, dass auch die Dressurreiter mit Wettkampfabsagen leben mussten. Viele Pferdesportler konnten ihr Training nur reduziert durchführen, weil die Reithallen geschlossen blieben. Lars Bürgler hatte das Glück,  seinen Westfalenwallach Remember Passion in den letzten Monaten regelmässig bewegen und mit ihm arbeiten zu können. Im Juli nutzte er in Münsingen die erste Chance nach dem Lockdown, um an einem Turnier seine Form zu testen, und gewann die Hauptprüfung. Eine Woche später wurden Bürgler und «Remmy» in Balsthal Zweite.

Mit zwei respektablen Ergebnissen reiste das eingespielte Duo ans Sichtungstraining des Schweizerischen Verbandes für Pferdesport, wo es darum ging, sich für eine Selektion für die Europameisterschaft aufzudrängen. Auch da überzeugten Lars Bürgler und «Remmy» und lösten das EM-Ticket in der Kategorie Junge Reiter U21.

Ein ägerlicher erster Start und eine Steigerung

Mit einem guten Gefühl fuhr der 20-Jährige nach Budapest, das die EM-Ausrichtung coronabedingt vom geplanten Hartbury (Eng) übernommen hatte. «Wir erwischten einen ärgerlichen ersten Tag», blickt Lars Bürgler auf den Auftritt im Team-Test zurück. Der Start klappte gut, doch nach der soliden Trabtour wurde Remember Passion beim Wechsel zum Galopp sehr heiss, Unstimmigkeiten schlichen sich ein. «Bei den ersten zwei Lektionen konzertierte sich Remmy nicht auf meine Hilfen und verhaspelte sich dadurch.» Jene Fehler kosteten teure Punkte, zumal auch die Traversen nicht ganz sauber glückten. Gegen Ende fanden und fingen sich die beiden wieder, mehr als 66,206 Prozent gab es aber nicht mehr.

Im Individual-Test hingegen zeigten Bürgler und Remember Passion eine fehlerfreie Vorstellung. «Aus sportlicher Sicht bin ich mit diesem Tag sehr zufrieden und nehme viel Positives mit für die Arbeit im Training», sagt der Kölliker, der mit 67,412 Prozent Rang 27 erreichte. Er sei dankbar, was sein Westfalenwallach in den letzten Jahren dazugelernt habe. Dass die beiden diese Woche am Tag X nicht an ihre Bestleistung herankamen, schreibt Bürgler auch der diese Saison fehlenden Wettkampfpraxis zu. «Remmy schielte während der Durchgänge zum Festzelt, wo es ein bisschen unruhig war. Und obwohl keine Zuschauer zugelassen waren, ist die Atmosphäre an einer EM anders als im Training in der vertrauten Halle.»

Lars Bürgler spricht von einer «wunderschönen Woche» in Budapest. Er ist dankbar, dass er diese Möglichkeit hatte, da heuer ansonsten keine Championate stattfanden. Trotzdem wirkt er etwas enttäuscht, wenn er von der EM erzählt. «Wäre ich nur mit dem Gedanken nach Ungarn gefahren, dass wir da ein wenig mitreiten, wäre ich zufrieden.» Aber er gibt sich selbstkritisch, «weil ich weiss, dass mehr möglich gewesen wäre und ich vielleicht in die finale Kür gerutscht wäre, wenn alles perfekt gelaufen wäre, schwingt auch Enttäuschung mit». Ähnlich tönt es von der Schweizer Equipenchefin Heidi Bemelmans, die sich «mehr Versammlung und Kadenz im Trab und in den Galopplektionen gewünscht hätte».

Ein grosses Highlight steht noch bevor

Nun steht als nächstes Highlight die Schweizer Meisterschaft Ende September in Roggwil auf dem Plan. Kommende Saison müsste Lars Bügler altershalber von den Jungen Reitern in die U25 wechseln. Dies wäre ein «wahnsinnig grosser Schritt», vor dem er allergrössten Respekt habe und für den sich das Duo wohl mehr als ein Jahr Zeit nehmen wird. «Das Ganze muss auch für Remmy gut und sinnvoll sein», betont Bürgler, der nach bestandener Lehrabschlussprüfung als Zeichner Fachrichtung Ingenieur derzeit die Berufsmatura nachholt. «Ich muss zuerst schauen, in welcher Form die Ausbildung und der Trainings- und Wettkampfkalender nebeneinander funktionieren.»

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