Ende 2022 schliesst Kölliker Bäckerei: «Wir träumen von Mallorca»

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Kamen vor 24 Jahren nach Kölliken: Jolanda und Philipp Dietmann in ihrer Bäckerei. (Bild: fdu)

Pausenlos lösen Kunden das Bimmeln der Ladentür aus. Jolanda Dietmann flitzt zwischen Brotauslage und Konditoreivitrine hin und her, packt Urdinkel-Brote und Zimtschnecken ein, grüsst und verabschiedet mit ehrlicher Herzlichkeit. Die meisten, die an diesem Nachmittag die Kölliker Bäckerei Dietmann betreten, sind Stammkunden und mit der Bäckersfrau per Du. 

«Schau, die Torte ist gut geworden», sagt sie zu ihrem Mann Philipp, als sie ins Hinterzimmer gerannt kommt, weil eine Kundin die Bestellung abholen möchte. Der Bäckermeister wirft einen kurzen Blick auf das Werk: «Perfekt!» 

24 Jahre führen die Dietmanns ihre Bäckerei in Kölliken. Die Kunden lieben sie nicht nur wegen der Qualität der Waren und Innovationen wie «Slow Baking»- und «Anti-Food-Waste»-Brot, sondern auch, weil es der letzte Beck im Ort ist. 

Das Pensum ist zu streng geworden  

Zwei andere Geschäfte habe es noch gegeben, als er 1996 nach Kölliken gekommen sei, sagt Philipp Dietmann, der ursprünglich aus dem Baselbiet stammt. Die Bäckereien Bürklin und Gerber aber sind inzwischen verschwunden. Und jetzt haben sich auch die Dietmanns dazu entschlossen, aufzuhören. Das Gebäude mit der Wohnung, in der sie noch hausen, steht zum Verkauf.  

Philipp Dietmann ist 54, seine Frau 56 Jahre alt. Noch kein Alter für eine Pensionierung, ausser man arbeitet eine 75-Stunden-Woche. Er steht ab 3 Uhr in der Backstube, sie ab 5.30 Uhr im Verkaufsladen. Und: «Ich leide unter schwerem Bäckerasthma und die Nebenwirkungen der Behandlung haben in letzter Zeit massiv zugenommen», sagt Philipp Dietmann. «Wir sind müde und können dieses Pensum einfach nicht mehr absolvieren.» Als der Herr der Immobilienfirma zur Schätzung gekommen sei, sei es ihm mulmig geworden, sagt Philipp Dietmann. «Denn eigentlich liebe ich meinen Beruf und möchte nicht aufhören.» 

Vorerst wird das auch noch nicht passieren. Noch bis Ende 2022 möchten sie das Geschäft weiterführen. Und dann? Plan ist, die Zelte auf ihrer Lieblingsinsel Mallorca aufzuschlagen. «Wir brauchen eine Auszeit, um uns richtig zu erholen», sagt der Bäcker. Einmal dort, werden sie vorerst nur für sich ihre Brote ­backen. 

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