Projekt gegen die Jugendarbeitslosigkeit an der Schule Reiden

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Nach dem Infoanlass im Juni mit Sara Metz (hinten Mitte) wollten über 20 Schülerinnen und Schüler beim Projekt mitmachen. Bild: zvg

Fünf Jugendliche der Oberstufe Reiden erhalten seit diesem Schuljahr zusätzliche Unterstützung beim Einstieg in die Berufswelt. Möglich macht es die Teilnahme der Schule am Projekt «Lift», einem schweizweit geführten Integrations- und Präventionsprogramm. Dabei leisten Jugendliche ab der 7. Klasse wöchentlich in ihrer Freizeit Einsätze in regionalen Betrieben, um Fuss in der Arbeitswelt zu fassen. Ausserdem besuchen sie eine zusätzliche Lektion an der Schule. Zielgruppe des Projekts sind Schülerinnen und Schüler mit erschwerender Ausgangslage bezüglich Lehrstellensuche und Berufseinstieg, beispielsweise aufgrund ungenügender Schulleistung oder kleinem Selbstwertgefühl. 

Laut Sara Metz, die für die theoretischen Module in Reiden verantwortlich ist, sollen die Jugendlichen bei der Lehrstellensuche im nächsten Jahr einen entscheidenden Vorteil haben. «Im Idealfall steigert der Wochenarbeitsplatz die Selbstsicherheit der Jugendlichen», so Metz. Ähnliche Ziele mit dem Projekt hat auch Schulleiter Timo Helfenstein: «Wir wollen diesen Jugendlichen eine Perspektive bieten und ihre Personalkompetenzen aufbauen.» 

Suche nach Schülern und Betrieben war reibungslos 

Nach der Informationsveranstaltung im Juni war die Resonanz gross. Über 20 Schülerinnen und Schüler der beiden C-Klassen wollten am Projekt teilnehmen. Während der zweijährigen Pilotphase haben sich die Verantwortlichen jedoch für lediglich fünf Plätze pro Jahrgang entschieden. «Wir würden gerne alle unterstützen, aber wir mussten gemeinsam mit den Klassenlehrpersonen entscheiden, wer es am meisten braucht», so Sara Metz. Bis zu den Herbstferien finden die theoretischen Module jede Woche statt. Sie sollen die Schüler auf den Arbeitsbeginn nach den Herbstferien vorbereiten. 

Auch die Suche nach Betrieben verlief reibungslos. Laut Jacqueline Baumann, Verantwortliche für die Wochenarbeitsplätze, waren die meisten Arbeitgeber sehr offen für eine Zusammenarbeit. Die Auswahl umfasst vom Dienstleistungserbringer über Herstellungsbetriebe bis hin zum Detailhandel alles. «Wichtig war, dass die Betriebe in der Region sind, damit die Schüler keinen weiten Arbeitsweg haben. So können wir auch das regionale Gewerbe pflegen und unterstützen», so Baumann. Fünf bis acht Franken pro Stunde springe für die Schüler dabei raus. Das ist der Rahmen, den die Verantwortlichen von Lift bestimmt haben. Sara Metz betont: «Das Geld steht nicht im Vordergrund.» So könne der Betrieb entscheiden, ob bei guter Arbeit der Lohn bis auf acht Franken steigt. «Das ist ein weiterer Aspekt der Arbeitswelt, den die Schüler dabei lernen würden», so Metz. Die Wochenarbeitsplätze laufen jeweils drei Monate im gleichen Betrieb. Von Januar bis März besuchen die Schüler nur die theoretischen Module, um danach bis im Juni in einem zweiten Betrieb ihre Fähigkeiten unter Beweis zu stellen. 

Nachgefragt: «Der Zusatzaufwand lohnt sich auf alle Fälle» 

Herr Graber, seit 2015 macht die Schule Dagmersellen bereits beim Projekt «Lift» mit. Welche Erfahrungen haben Sie als Schulleiter in den letzten fünf Jahren gemacht? 

Thomas Graber: Wir haben durchaus positive Erfahrungen gemacht. Dies einerseits bei den Schülerinnen und Schülern, aber vor allem auch in der Zusammenarbeit mit dem Gewerbe. 

Welcher Aspekt des Projekts ist für die Zukunft der Schülerinnen und Schüler besonders hilfreich und wieso? 

Lift unterstützt die Sensibilisierung und die Qualifizierung der Jugendlichen für die Arbeitswelt bereits ab der ersten Sekundarstufe. Schülerinnen und Schüler lernen ein wenig den ausserschulischen Arbeitsalltag kennen, können sich bei einem Betrieb positiv in Szene setzen und somit ihre Chancen auf eine Anschlusslösung nach der obligatorischen Schulzeit erhöhen. In ergänzenden Trainingsmodulen werden gezielt jene Kompetenzen gefördert, die in der Arbeitswelt wichtig sind. Die Jugendlichen sind auf ihre Einsätze vorbereitet und werden während der gesamten Projektdauer von drei Jahren begleitet. ​ 

Wie hoch ist der Zusatzaufwand für Lehrer und Schule und weshalb lohnt er sich? 

Der zusätzliche Zeitaufwand für die Lehrpersonen des Lift-Projekts und für die Schülerinnen und Schüler, die daran teilnehmen, ist nicht zu unterschätzen. Da unsere Lehrpersonen und die Jugendlichen aber vom Projekt nun schon seit mehreren Jahren überzeugt sind und auch viele, die das Projekt besucht haben, anschliessend eine Lehrstelle gefunden haben, sind wir der Meinung, dass sich dieser Zusatzaufwand zu Gunsten unserer Schülerschaft auf alle Fälle lohnt. 

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