Die Luzerner Imker werden wieder zur Kasse gebeten

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Die Pfaffnauer Imker Erwin und Pascal Blum stören sich an der Erhöhung der Beiträge für die Tierseuchenkasse. Bild: Ronnie Zumbühl

Der Pfaffnauer Imker Erwin Blum (58) und sein Sohn Pascal (22) erhalten bald eine saftige Rechnung von über 500 Franken. Grund: Auch Luzerner Imkerinnen und Imker müssen seit diesem Jahr wieder einen Beitrag an die kantonale Tierseuchenkasse leisten. Acht Jahre waren sie davon befreit, weil der Fonds genügend Geld aufwies. Nun muss er mit zusätzlichen Mitteln geäufnet werden. Fünf Franken müssen die Bienenzüchter pro Volk bezahlen. 

Die Blums stören sich an der drastischen Erhöhung. Mit 100 Bienenvölkern müssen sie ungleich mehr in den Topf bezahlen als in anderen Kantonen. «Wir sind schon bereit finanzielle Mittel an die Tierseuchenkasse beizusteuern, aber nun bezahlen wir viel mehr als Imker in anderen Kantonen», sagt Erwin, der seit 44 Jahren als Imker tätig ist. «Bevor die Tierseuchenbeiträge für Imker im Kanton Luzern vor acht Jahren abgeschafft wurden, bezahlte man im Jahr einen Franken pro Volk. Wieso dies nun das fünffache sein soll, ist sehr fragwürdig, wenn man bedenkt, dass die Seuchenfälle bei Bienen seit Jahren rückläufig sind», ergänzt Pascal Blum. 

Im Aargau bezahlen Tierhalterinnen und Tierhalter einen Pauschalbeitrag von 20 Franken in den Tierseuchenfonds. Pro Bienenvolk müssen sie zusätzlich einen Franken beitragen. Die Familie Blum mit verhältnismässig vielen Völkern käme im Aargau finanziell also besser weg. Der Kanton Luzern entlastet hingegen Imker mit nur wenigen Völkern – mit bis zu drei Völkern muss man aufgrund der Administrativkosten gar nichts bezahlen. 

Vorstoss wird an der heutigen Session behandelt 

Die Erhöhung der Beiträge stört auch den CVP-Kantonsrat Thomas Grüter aus Pfaffnau. Er hat deshalb einen Vorstoss eingereicht, der an der heutigen Kantonsratssession behandelt werden soll. Die Luzerner Regierung hat in ihrer Antwort auf die Anfrage bereits festgehalten, «dass mit der Wiedereinführung der Beiträge für Imkerinnen und Imker die Ungleichbehandlung der verschiedenen Nutztierhalter (...) beendet werden kann.» Ausserdem weist sie darauf hin, dass die Bienenzüchter acht Jahre vom guten Bestand der Tierseuchenkasse profitieren konnten. Die Kosten im Bereich Bienengesundheit und Tierseuchen bei Bienen seien seit 2011 zwar gesunken, schreibt die Regierung weiter. Mit der Wiedereinführung der Beitragspflicht für Imkerinnen und Imker leisteten diese einen Beitrag an die aufgewendeten Tierseuchenkosten, so wie alle anderen Nutztierhalter auch. Es handle sich dabei nicht um eine vollständige Übernahme der jährlichen Kosten. 

Mehr Wertschätzung für Imkerinnen und Imker 

Thomas Grüter ist mit der Antwort der Regierung nur teilweise zufrieden. «Es ist eine Grundsatzfrage», sagt er auf Anfrage. «In der heutigen Zeit – mit Blick auf die Bestäubung von Hand in China und Japan infolge Luftverschmutzung – sollte den Imkerinnen und Imkern mehr Wertschätzung entgegengebracht werden.» Er sieht die Erhöhung kritisch, weil «der Beitrag im Verhältnis zum Wert der Völker zu hoch ist». Wenn es zum Seuchenfall komme, werde pro Volk weniger entschädigt. «Und die Imkerschaft leistet selber schon einen hohen – vor allem zeitlichen – Beitrag an die Seuchenbekämpfung.» 

So sieht das auch Jungimker Pascal Blum. «Uns ist es wichtig, dass wir einen gesunden Völkerbestand haben. Wir machen jedes Jahr 50 Prozent Jungvölker mit leistungsfähigen Königinnen. Bienenvölker, die sich schlecht entwickeln, werden laufend aufgelöst, bevor sie überhaupt zum Seuchenfall werden könnten.» 

Seuchen-Fonds erklärt

Aus der kantonalen Tierseuchenkasse werden Tierverluste sowie Untersuchungs- und Bekämpfungskosten finanziert. Dazu kommen die Kosten für seuchenpolizeiliche Organe, für Stichproben und Tiergesundheitsdienste. Der Fonds soll einen Bestand zwischen 8 und 10 Millionen Franken aufweisen. Weil der Betrag 2020 unter 8 Millionen Franken gefallen wäre und sich in der Folge noch weiter reduziert hätte, hat die Luzerner Regierung beschlossen, die Beiträge, die im Jahre 2012 weggefallen sind, wieder einzuführen. Dies betrifft sowohl die Reduktion der Beiträge von Gemeinden und Kanton als auch jene der Imker. (rzu)

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