Die einen Skiorte planen normal, andere öffnen gar nicht erst – so wird der Covid-Winter

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Symbolbild (Keystone)

Während sich die einen über die letzten Sommersonnenstrahlen freuen, planen die anderen bereits die Skiferien – was sich dieses Jahr nicht ganz einfach gestaltet, denn: Noch ist unsicher, wie die kommende Wintersaison aussehen wird. Ob die Bergbahnen wie gewohnt öffnen können, hängt davon ab, wie sich die Fall- und Hospitalisierungszahlen im Herbst und Winter entwickeln. Was viele fürchten, ist das Worst-Case-Szenario eines erneuten Shutdowns.

Asiatische Touristen dürften den Schweizer Skigebieten dieses Jahr fernbleiben.

Asiatische Touristen dürften den Schweizer Skigebieten dieses Jahr fernbleiben. © Keystone

Mathias Imoberdorf ist zuversichtlich gestimmt. Der Sprecher der Zermatt Bergbahnen sagt: «So wie es jetzt aussieht, sollte es möglich sein, dass wir das volle Programm anbieten können.» Er gehe nicht davon aus, dass es zu einem erneuten Shutdown und damit zur Schliessung der Bergbahnen kommt. Konkret heisst das: «Wir planen derzeit so, dass wir das Ski- und Snowboardfahren normal eröffnen können», so Imoberdorf.

So normal wie in anderen Jahren dürfte der Skiurlaub dieses Jahr trotzdem nicht werden. Klar ist bereits jetzt, dass wie in allen öffentlichen Verkehrsmitteln auch in den Bergbahnen eine Maskenpflicht gilt. Dass es in den Gondeln zu Kapazitätsbeschränkungen kommt, davon geht man bei den Zermatt Bergbahnen nicht aus. «Für Zug und Bus gibt es bisher ja auch keine Beschränkungen», sagt Imoberdorf. Ausserhalb der Bahnen werde man aber dafür sorgen, dass die Abstandsregelung eingehalten werde. Dazu seien überall Bodenmarkierungen und Hinweisschilder angebracht.

Während die Perspektive für grosse Skigebiete wie jenes am Matterhorn besser aussieht, bangen kleinere um ihre Zukunft. Die Bündner Region Fideriser Heuberge sagte die Saison 2020/2021 bereits ab. In einer Mitteilung verkündete die Geschäftsleitung: «Um einen wirtschaftlichen Betrieb gewährleisten zu können, sind eine hohe Auslastung der Restaurant- und Hotelinfrastruktur durch Gruppen sowie eine gute Planbarkeit unabdingbare Voraussetzungen.» Weil das diese Saison kaum möglich sei, habe man sich entschieden, die Anlagen und die Berghäuser während der Wintersaison nicht zu betreiben.

Auch in anderen Skigebieten schaut man noch gebannten Blickes nach Bern und hofft auf eine baldige Ansage vonseiten Landesregierung. An einem Treffen mit den Bundesräten Simonetta Sommaruga, Alain Berset und Guy Parmelin am Montag machten die Vertreter aus der Tourismusbranche deutlich, dass sie auf Planungssicherheit angewiesen sind. Im Hinblick auf eine funktionierende Wintersaison sei es wichtig, dass die Vorgaben zu den Schutzmassnahmen pragmatisch und umsetzbar bleiben. So schrieb es der Schweizer Tourismus-Verband in einer Stellungnahme.

Mehr Schweizer Gäste, weniger aus Übersee

Eine wichtige offene Frage für die Skigebiete ist, ob gleich viele Gäste wie jedes Jahr auf die Piste dürfen, oder ob ihre Anzahl eingeschränkt wird – so wie es im Sommer in den Badis geschah. In Zermatt ist man optimistisch. «Zur Zeit rechnen wir nicht mit einer Kontingentierung, da sich die Skifahrer ja an der frischen Luft befinden und auf den Pisten die Abstandsregel so oder so eingehalten wird.» Hingegen rechnet man mit Ausfällen bei den Gästen aus Übersee.

Bereits jetzt sei klar, dass Touristen aus Asien, dem arabischen Raum und den USA nicht anreisen werden. «Wir hoffen aber, dass, ähnlich wie im Sommer, mehr Schweizer ihre Ferien hierzulande verbringen und wir das Defizit so etwas auffangen können», sagt Imoberdorf. In einem normalen Jahr machen Schweizer Gäste bei den Zermatt Bergbahnen zwischen 40 bis 50 Prozent aus. Diesen Sommer seien es 80 Prozent gewesen.

An den Preisen wird sich bei den Bergbahnen Zermatt nichts ändern. Derzeit arbeite man mit Versicherungen an einer Option für eine Preis-zurück-Garantie, falls ein erneuter Shutdown die bereits gekauften Skitickets obsolet macht. Auch andere Skigebiete arbeiten an einer Lösung für eine Rückerstattung.

Anders wird es diesen Winter wohl auch an den Après-Ski-Partys zu und her gehen. Keine Bar will riskieren, zum Superspreader-Event zu werden, so wie es im März an einer Feier im Kitzloch in Ischgl geschah. Der Wintersportort wurde damit zum grössten Corona-Cluster von Österreich. 30 Personen starben im Zusammenhang mit einer von Ischgl aus verbreiten Covid-19-Erkrankung. Diskutiert werden in Österreich derzeit Sperrstunden für Après-Ski-Partys und ob diese in geschlossenen Räumen überhaupt erlaubt sein sollen. Wie feuchtfröhlich es neben den Schweizer Skipisten zu und her gehen darf, ist noch unklar.

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