BAG warnt nach Infektionen in Altersheimen: «Die Situation ist fragil»

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Kontakt ist wichtig: Eine Tochter besucht ihre Mutter im Altersheim im Juli. © Patrick Huerlimann

Noch ist die Hälfte der Leute, di sich in der Schweiz mit dem Coronavirus infizieren, jünger als 30 Jahre alt. Doch in den letzten Tagen wurde klar: Die Fälle schwappen in die betagte Altersgruppe über. Von drei Altersheimen wurden grosse Ausbrüche mit insgesamt 117 Infizierten bekannt.

In Siviriez im Kanton Freiburg infizierten sich 34 Bewohner und 19 Angestellte – sieben Personen starben. Im gleichen Kanton in Bulle sind im Altersheim Maison Bourgeoisiale 34 Personen positiv auf Corona getestet worden, eine Person starb. Und im Kanton Zürich sind im Pflegezentrum Eulachtal in Elgg zwölf Bewohner und 18 Mitarbeiter infiziert.

Virus breitete sich trotz Masken aus

Ist das Virus erst einmal in einem Alters- oder Pflegeheim, breitet es sich schnell aus. Denn man kann Menschen nicht auf Distanz pflegen. Im Altersheim in Siviriez zum Beispiel galt seit dem 15. März Masken- und Handschuhpflicht für alle Mitarbeiter. In der ersten Welle war das Heim noch verschont geblieben – nun wurde es voll getroffen.

Wie das Virus ins Haus kam, ist nicht eindeutig nachweisbar. Es wird vermutet, dass sich ein Bewohner an einem Familienfest angesteckt hatte. Der erste Fall wurde am 30. August entdeckt, seither haben die Bewohner ihre Zimmer nicht mehr verlassen. Die Angestellten durften ausserhalb der Arbeitszeit ihr Haus nicht verlassen und trugen Brillen und Schutzanzüge im Kontakt mit positiv getesteten Bewohnern. Einen Tag nach dem ersten Fall waren es bereits vier positiv getestet, jeden Tag kamen neue dazu.

Markus Leser, Mitglied der Geschäftsleitung des Branchenverbands für Heime, thematisiert das Dilemma zwischen Schutz versus Freiheit und Selbstbestimmung. Gegenüber SRF sagte er: «Hundertprozentiger Schutz und hundertprozentige Freiheit gehen nicht zusammen.» Es gebe keine Standardlösung. Man müsse herausfinden, was für eine Person das Beste ist.

Wieder viele Hotspots in der Romandie

An der gestrigen Medienkonferenz des BAG sagte Stefan Kuster, Leiter Abteilung übertragbare Krankheiten: «Die Situation ist fragil.» Man habe in den letzten Tagen eine Verschiebung der Fälle hin zu älteren Personen festgestellt. «Das gilt es zu verhindern.» Wie bei der ersten Welle sind die Hotspots in Genf, Waadt und Freiburg, aber auch in Zürich und Bern.

Virginie Masserey, Leiterin Sektion Infektionskontrolle beim BAG unterstrich, dass es extrem wichtig sei, die Zahlen der vulnerablen Personen, auch speziell der älteren Menschen, tief zu halten. Für diese sei es wichtig, dass sie Besuch von ihren Liebsten bekommen können. Wenn die Fallzahlen aber ansteigen, droht ein Besuchsstopp. «Man sieht es bei den aktuellen Fällen in den Heimen, es ist zwingend, das Virus aus den Institutionen herauszuhalten.»

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